Helfen trotz Bomben im Jemen

JEMEN – EIN AUSGEZEHRTES LAND

CHOLERA UND HUNGERSNOT ALS RESULTAT DES KRIEGES – LANDSAID HILFT

Seit 2015 fallen die Bomben auf die Stadt Sanaa im Jemen. Durch den Konflikt der Houthi mit der jemenitischen Regierung – unterstützt durch eine Allianz unter der Führung Saudi-Arabiens – liegt das Land in Trümmern. Die UN spricht mittlerweile von der weltweit größten humanitären Katastrophe. Hunger und Cholera haben das Land erobert. Wir helfen fortan den Menschen in Sanaa.

Die Lage ist chaotisch und außer Kontrolle. Einheimische Hilfsorganisationen versuchen der Situation Herr zu werden und helfen wo sie können. Die kleine und junge Organisation „Human Needs Development“ (HND) ist direkt in Sanaa aktiv und versorgt die Menschen mit Nahrung, Wasser, Hygiene-Kits und allem, was die Menschen zum Überleben brauchen. LandsAid ist beeindruckt von diesem Engagement und unterstützt fortan die Organisation. Ein erstes, kleines Projekt für den Schutz der Familien vor Cholera ist nun angelaufen. Wir unterstützen Familien in Sanaa mit Hygiene-Kits. Ein Kit enthält eine Flasche Desinfektionsmittel, 2 Stück Seife, eine Flasche Flüssigseife, 1 Flasche Handdesinfektionsmittel und Chlortabletten. Einfache, aber sehr wirkungsvolle Mittel, damit sich die Familien nicht anstecken. Das Bakterium ist leicht zu bekämpfen.

Die ehrenamtlichen Helfer schulen die Familien auch im Umgang mit der Cholera-Gefahr, während sie die Hygiene-Kits verteilen. So können wir die Familien sehr gut schützen. Sind sie erstmal infiziert, droht der Tod. Hilfe ist – wenn vorhanden – oft weit weg. Derzeit sind auch weitere Projekte in Planung. Hilfe im Jemen ist nicht leicht zu organisieren, aber wir tun unser möglichstes, um unseren Beitrag zu leisten.


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Eine Hilfe durch internationale Organisationen ist durch den anhaltenden Kriegszustand schwierig. Da die Sicherheit der Mitarbeiter nicht gewährleistet werden kann, gehen nur wenige in das Land, um vor Ort zu helfen. Dieser Zustand kann nur durch internationalen Druck auf die Konfliktparteien beendet werden. Es fehlt eine Lösung und solange kann nicht einmal die Hälfte der nötigen Hilfe gewährleistet werden.

LandsAid wird selbst prüfen, ob eine Hilfe vor Ort mit Einsatzkräften umsetzbar ist. Die ersten Maßnahmen konzentrieren sich jedoch auf die Unterstützung der Partnerorganisation.


HINTERGRUND


Seit 2015 befindet sich das Land in einem Krieg. Die Huthis beanspruchten seit 2004 mehr Macht im Jemen. Sie sind eine schiitische Gruppierung, die sich gegen die jemenitische Regierung unter Abed Rabbo Mansur Hadi auflehnte. Seit 2015 erkämpften sie sich die ehemalige Hauptstadt Sanaa und 9 von 21 Provinzen des Landes. Hadi musste fliehen und ernannte die Hafenstadt Aden zur neuen Hauptstadt. Als auch dort die Huthi – Milizen angriffen, floh Hadi nach Saudi-Arabien. Unter der Führung Saudi-Arabiens bildete sich 2015 eine Allianz, die nun gegen die Huthis Krieg führte. Sie stationierte Truppen in Aden und führt seitdem von dort aus vor allem Luftangriffe auf Huthi-Stellungen. Besonders intensiv wurde hierbei auch Sanaa bombardiert. Ziel sei vor allem die Vernichtung möglicher ballistischer Raketen, mit dem die Huthis Städte in Saudi-Arabien angreifen sollen.

Der Erfolg einer solchen Maßnahme wird jedoch von vielen Institutionen und Organisationen bezweifelt. Stattdessen wird jedoch massiv die Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen. Viele Krankenhäuser wurden beispielsweise Opfer der Luftangriffe. 10.000 Zivilisten starben durch den Konflikt. Noch mehr Opfer wird jedoch die Blockade der Allianz fordern. Lebensmittel, Hilfsgüter oder auch Benzin können nur bedingt bis überhaupt nicht in das Landesinnere geliefert werden.

Die Huthis haben zudem keine finanziellen Mittel, um die Infrastruktur des Landes aufrecht zu halten. Es gibt kaum ärztliche Versorgung, der Müll liegt auf den Straßen und verunreinigt das Trinkwasser, Lebensmittel werden immer knapper und all das führte zu einer Cholera-Epidemie, die tausende Opfer schon gefordert hat. Vor allem unterernährte Kinder, Kranke und Alte sterben vermehrt an Cholera.

Die Grenzen im Konflikt zwischen den Huthis und der Allianz unter Saudi Arabien bewegen sich derzeit kaum. Die Allianz hält Sanaa und die Gebiete der Huthis weiter im Würgegriff, um eine Einflussnahme des Irans im Jemen zu verhindern. Das Land ist völlig destabilisiert und internationale Hilfe ist nur bedingt möglich. Es muss schnell eine Lösung gefunden werden. Nur ein Waffenstillstand und eine Öffnung des Landes für die Hilfe kann die Menschen noch retten. Je länger der Konflikt militärisch andauert, desto größer wird das Ausmaß der Katastrophe werden.