Medizinische Versorgung im Kongo

MEDIZINISCHE VERSORGUNG IM KONGO

NEUE GERÄTE UND KNOW HOW FÜR DAS CHAI-KRANKENHAUS IN BUKAVU

Die Demokratische Republik wird seit Jahrzehnten von Gewalt erschüttert. Nach den zwei Kongo-Kriegen kämpfen besonders im Osten des Landes, auch in Süd Kivu, immer wieder Rebellengruppen und Regierungstruppen gegeneinander. Zu den Strategien der Konfliktparteien gehört auch sexuelle Gewalt. Nicht zuletzt durch die Dauerkrise ist der Staat schwach und korrupt. Deswegen ist er häufig nicht in der Lage die Gesundheitsversorgung seiner Bürger zu gewährleisten. Besonders im Osten des Landes ist die staatliche Finanzierung des Gesundheitssystems unzureichend. Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen erhalten die Mitarbeiter des Chahi Krankenhauses seit 35 Jahren den Betrieb – teilweise ehrenamtlich – aufrecht. Sie arbeiten in renovierungsbedürftigen Gebäuden mit jahrzehntealter Ausstattung.

Zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sorgt LandsAid für eine Stabilisierung des Gesundheitszustands der Bevölkerung in der Konfliktregion Süd-Kivu.

Hilfe zur Selbsthilfe

Unsere Teams sind regelmäßig vor Ort und schulen die Pfleger und Ärzte an den neuen Geräten, die wir ihnen zur Verfügung stellen. So ist die Hilfe nachhaltig und langfristig.

Im Zuge der Renovierung bekommt das kleine Krankenhaus neue Krankenbetten bzw. neue Matratzen, eine  Ausstattung für den Operationssaal, das Labor und die Entbindungsstation. Beispielsweise wurden ein OP-Tisch, OP-Monitore, ein Beatmungsgerät, ein Mikroskop und ein EKG-Gerät angeschafft. Das Dach bekommt zudem eine Solaranlage. 

Zusammen mit einem neuen Generator sichert sie die Stromversorgung unabhängig vom oft unzuverlässigen lokalen Netz. Das Krankenhausbüro erhält eine ordentliche Büroausstattung mit Kopierer, Scanner und diversen Büroverbrauchsmaterialien. 

 
 

Ihre Hilfe kommt in Bukavu an…

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Familienplanung als Herausforderung

Nicht nur die Behandlung der Menschen in der Region wird sichergestellt, es wurden auch Angebote in der Familienplanung geschaffen. Die hohe Geburtenrate ist eine Belastung für die ganze Gesellschaft. Die Frauen leiden besonders darunter, haben aber nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten, da traditionell die Männer über die Familienplanung entscheiden. Vielfach werden Frauen im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen auch Opfer von Vergewaltigung.

Die 177.000 Einwohner des Einzugsgebiets der Klinik leben mehrheitlich unter der Armutsgrenze. Einige mussten aus den ländlicheren Gebieten fliehen und haben ihre Lebensgrundlage verloren. Nur eine Minderheit der Patienten kann die Behandlung ganz oder teilweise bezahlen. Dadurch reichen die Einnahmen des Krankenhauses oft nicht aus, um die Gehälter voll zu bezahlen. Das Personal arbeitet dann zum Teil ehrenamtlich.

Fakten

  • Connector.

    570 Schwangere

    erhielten bereits eine kostenlose Vorsorge, Geburtenbegleitung und Nachsorge

  • Connector.

    1.400 Frauen

    bekamen eine Beratung zum Thema Familienplanung und bei Bedarf Zugang zu Verhütungsmitteln

  • Connector.

    900 Männer

    nahmen an Sensibilisierungsworkshops zum Thema Familienplanung teil

  • Connector.

    300 Opfer sexueller Gewalt

    wurden im Chahi Krankenhaus kostenlos behandelt

  • Connector.

    400 Mütter

    unterernährter Kinder erhielten bisher über drei Monate lang wöchentlich eine Schulung zum Thema Unterernährung und ein Lebensmittelpaket

Wir haben vor Ort schon einiges erreicht und spüren die Dankbarkeit der Menschen. Doch das Leid vieler Familien ist groß und die Klinik für über 100.000 Menschen zuständig. Es gibt noch viel zu tun.Ursula Neideck, Projektleiter bei LandsAid

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).