Ameisentaktik gegen die Kontrollen (Myanmar)

Nach der Zyklon Katastrophe 2008 in Myanmar wurden die Hilfsmaßnahmen immer wieder durch die politischen Entscheidungen vor Ort behindert. Die Einreise und Bewegungsfreiheit von Ausländern wurde extrem eingeschränkt. Deswegen war die Verteilung von Hilfsgütern nur mit lokalen Partnern möglich. Hans Musswessels war trotz der schwierigen Situation vor Ort und berichtet hier von seinen Erlebnissen.
Nach knapp einem Tag hier in Rangoon, gestaltet sich die Organisation von Hilfsleistungen sehr schwierig. Direkter Zugang in das Delta Gebiet ist im Moment für Ausländer nicht möglich, man bleibt spätestens kurz nach Rangoon an den Polizeikontrollen hängen.
Durch Kontakte über Einheimische konnte jedoch schon der erste konkrete Plan entwickelt werden, so dass wir in den nächsten Tagen die ersten Medikamente für 1000 Menschen im Hauptgebiet ausgeben können
Bin schon ein wenig rumgekommen, aber hier ist es außergewöhnlich schwierig, Hilfe an die Orte und zu den Menschen zu bringen. Die Einheimischen bemühen sich nach Kräften und bringen für uns alles was wir anbieten können, zu den Bedürftigen. Man kann eigentlich fast alles hier lokal kaufen, und die Preise sind auch stabil geblieben. Habe gehört, dass in Deutschland darüber diskutiert wird, ob die Spenden die Menschen erreichen. Hier ein klares JA, wir brauchen jeden Cent, um auf dem einheimischen Markt einzukaufen. Wir übergeben die Sachen dann unseren lokalen Partnern, damit den Menschen geholfen wird.
Habe nie aktiv um Spenden gebeten, in diesem Fall jedoch bitte ich ALLE, uns zu unterstützen.

Grüße nach Deutschland und vielen Dank für die noch so kleine Spende!

Werde um 10:30 von einem Kontakt abgeholt, welchen ich von einem Freund aus den Staaten bekommen habe. Das Ziel ist ein Dorf, welches ca. 60 km südwestlich von Rangoon liegt, der Hauptstadt von Myanmar.
Laut Auskunft meines lokalen Freundes, war es bisher möglich das Dorf anzufahren, obwohl es im nicht für Ausländer zugänglichen Gebiet liegt, warum auch immer.

Nach ca. einer halben Stunde Fahrt halten wir, um Reis einzukaufen, welchen wir im Dorf verteilen wollen.
Nach ca. weiteren 20 Minuten stehen wir plötzlich an der vorher nicht kontrollierten Kreuzung vor einer großen Polizeisperre. Wir werden gestoppt und müssen rechts ranfahren. Man verlangt unsere Ausweise und fragt, was unser Ziel ist. Wir erklären wer wir sind und den Grund unserer Fahrt.
Alle sind sehr freundlich, aber strikt mit ihren Antworten und Fragen.

Nach 10 Minuten beende ich die Diskussion und frage ob mein Freund weiterfahren darf, was bejaht wird.
Ich bleibe in einer sogenannten Kneipe in einem nahegelegenen Ort, um dort auf die Rückkehr meiner Freunde zu warten.
Die Stimmung in der Kneipe ist nicht besonders gut, so das ich froh bin, nach drei endlos langen Stunden, meinen Freund endlich wiederzusehen. Er konnte alles was wir eingekauft hatten verteilen, geleitet durch den lokalen Vorsteher.
Müde und abgespannt sind wir alle glücklich, ca. 1000 Menschen für einige Tage etwas zu Essen gegeben zu haben. Nach einem kurzen Stopp in einem nahegelegenen Waisenhaus, komme ich wieder gut in Rangoon an.
Haben jetzt 4 Verteilungswege zu unterschiedlichen Orten, und werden weiter mit dieser „Ameisentaktik“ arbeiten, um Hilfe zu den Menschen zu bringen.
Gruß und ein Dank an alle Spender!

Heute ist mein letzter Tag hier in Myanmar. Aus der anfänglichen Frustration und Hilflosigkeit, ist neue Zuversicht geworden. Wir konnten in den letzten Tagen, mit großer Hilfe unseres lokalen Partners von „Tender Love Mission Network International“, Hilfe in Form von Essen und Medikamente leisten.
Auch heute ging die Unterstützung weiter, so dass Kleider, Essen und Material für den Bau von Hütten, eingekauft werden kann.
Langsam, aber doch stetig, kommt die Hilfe, auch dank der Unterstützung durch unsere Spender. Es gibt noch viel zu tun in den nächsten Wochen und Monaten, so dass wir unseren Partner weiter unterstützen werden.
An dieser Stelle möchte ich auch unseren Partnern danken, besonders Apotheker ohne Grenzen, die sofort finanzielle und logistische Unterstützung gegeben haben.

Danke für Ihre Unterstützung!


Müde und abgespannt sind wir alle glücklich, ca. 1000 Menschen für einige Tage etwas zu Essen gegeben zu haben.Hans Musswessels - 2008 für LandsAid in Myanmar
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Ich will helfen

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