Gemeindebasierte Gesundheits-Programme in Nord-Cebu

„Den Menschen helfen, sich im Katastrophen- oder Krankheitsfall selbst zu helfen.“

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Aktuelles

Unsere Projektleiterin Charlotte Sielicki besuchte Anfang November unser Hilfsprojekt auf den Philippinen. Dort wurden insgesamt 37 Personen zu medizinischen Gemeinde-HelferInnen ausgebildet, die inzwischen ihr Wissen ĂŒber Familienplanung, das Dengue-Fieber sowie alternative Heilungsmethoden weiter geben können.

„Das Engagement der Gemeindehelfer, die wir ausgebildet haben, beindruckt mich sehr“, erzĂ€hlt Charlotte nach ihrem Besuch. „Eine von LandsAid ausgebildete Frau bedankte sich unter TrĂ€nen, weil sie dank der Ausbildung nun Blutdruck und Fieber messen kann, und dadurch ihren Nachbarn und ihrem Umfeld helfen kann.“

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LandsAid unterstĂŒtzt weiterhin die Menschen in Nord-Cebu. 95 Prozent der HĂ€user hat der Taifun Haiyan hier zerstört. Die Bevölkerung arbeitet hart fĂŒr das tĂ€gliche Brot, lebt mehr schlecht als recht von Landwirtschaft oder Fischerei und ein Leben an der Armutsgrenze ist die Regel. Viele Menschen, besonders Kinder, sind deshalb fehl- und unterernĂ€hrt. Und: Sie haben kaum oder keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Der einzige Arzt ist kilometerweit entfernt. Auch Medikamente sind rar, und wenn doch, sind sie fĂŒr die Dorfbewohner kaum bezahlbar. In den Familien geht es jeden Tag aufs Neue darum, dass alle genug zu essen bekommen. Um sich ĂŒber ihre Gesundheit Gedanken zu machen, haben die Frauen, MĂ€nner und Kinder meist weder Zeit noch Ressourcen. Dabei ist gerade die Projekt-Region, in der sie leben und in der LandsAid arbeitet, hĂ€ufig von Naturkatastrophen wie WirbelstĂŒrmen bedroht. Die Ausbildung von Gesundheitshelfern und der Aufbau eines Katastrophen-Managements gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Visayas Primary Health Care Services Incorporated (VPHCSI) soll in Zukunft die angespannte Situation entschĂ€rfen und erleichtern.

Mit Schulungen: SelbstheilungskrÀfte aktivieren - Bewusstsein schaffen

Unsere LandsAid Mitarbeiter vor Ort haben in drei ausgewĂ€hlten Projektorten die zu fördernden Gesundheitskommitees nach festgesetzten Kriterien ausgesucht. Deren Gesundheitshelfer werden nun von uns unterrichtet und mit FĂ€higkeiten und Grundwissen im Bereich Gesundheit und Gesundheitsvorsorge ausgestattet. So lernen sie die Ursachen von Krankheiten kennen, ihnen vorzubeugen und sie zu erkennen und mit einfachen Mitteln wie selbstgemachten Medikamenten aus Heilpflanzen, Hausmitteln, Akupressur oder einfachen Arzneimitteln Krankheiten zu lindern und zu behandeln. 

In weiteren Kursen bekommen die verantwortlichen Stellen das Know-how vermittelt, um im Katastrophenfall richtig und organisiert zu reagieren und sogar mit nur wenig oder gar keiner Hilfe von außen zurecht zu kommen. So sollen die Gemeinden befĂ€higt werden, in einer Krise sich und die Bevölkerung selbst zu versorgen und sich somit selbst zu helfen.

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Acht Schritte zum gesetzten Ziel:

1. Rund zehn Gesundheitshelfer pro Dorf werden ausgebildet. Sie bekommen Basiswissen vermittelt zu Themen wie Behandlung allgemeiner Erkrankungen mit Pflanzenheilmitteln, Akupressur und Wassertherapie, ErnĂ€hrung bei Kindern, richtige Handhabung hĂ€ufiger Kinderkrankheiten, MĂŒttergesundheit und Familienplanung, Gesundheitspflege, Hygiene und Bluthochdruck.

2. Monatlicher Unterricht in Gesundheitserziehung fĂŒr die Mitglieder der drei ausgewĂ€hlten Organisationen, um sie fĂŒr allgemeine Erkrankungen, deren Vermeidung und BekĂ€mpfung und fĂŒr die Gesundheitspflege und –vorsorge zu sensibilisieren.

3. Ärztliche Missionen in den drei Orten mit dem Angebot kostenloser medizinischer Behandlung fĂŒr die Bevölkerung.

4. Gesundheitsangebote von trainierten Gesundheitshelfern ĂŒber Hausbesuche und Gemeindetreffen.

5. Gesundheitsprogramme wie KrĂ€utergĂ€rten, KinderernĂ€hrung, Umweltpflege, Familienplanung und Bluthochdruckkontrolle.  

6.  Drei spezielle Trainings fĂŒr die Gesundheitshelfer zum Erlernen von FĂŒhrungskompetenzen, Grundlagen in Projekt-Management und Gestaltung von einkommensschaffenden Maßnahmen. 

7. Seminare in Katastrophen-Management und -Vorsorge fĂŒr die Beamten, das Katastrophenvorsorge-Komitee und die Gesundheitshelfer der Organisationen in den drei betroffenen Barangays.

8. Trainings fĂŒr die Beamten, das Katastrophenvorsorge-Komitee und die Gesundheitshelfer der Organisationen in den drei betroffenen Barangays in Erster Hilfe und Ă¶ffentlicher Gesundheit im Katastrophenfall.

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Was bisher geschah

In enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Bauernorganisationen der drei Projektorte werden seit Juli 2015 die einzelnen Punkte nach und nach umgesetzt. Mit dabei (siehe Bilder rechts): Nakahiusang Kababayen-an sa Sitio Mayjo (Vereinigte Frauen aus Sitio Mayjo, Paypay), Nagkahiusang Lumolopyo sa Sitio Manan-aw (Vereinigte Einwohner von Sitio Manan-aw in Tindog, Medellin) und Nagkahiusang Lumolupyo sa Hacienda Gomez (Vereinigte Einwohner der Hacienda Gomez, Sitio Gomez, Dalingding Norte).

Bereits im Juli 2015 fanden die ersten Treffen mit den leitenden Personen der drei Organisationen, den Barangay Vorstehern und den stellvertretenden BĂŒrgermeistern von Medellin und Daanbantayan statt.

In den ersten zwei Augustwochen 2015 besuchten unsere Mitarbeiter vor Ort die Mitglieder der Organisationen, um sich gegenseitig kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen und die Idee des Projekts und die Bedeutung fĂŒr die Gesundheit in ihren Gemeinden vorzustellen.  

Erste Trainings in Dalingding Norte

Im August 2015 fand das erste Basistraining zum Thema Gesundheit fĂŒr die 14 Gesundheitsarbeiter im Barangay Dalingding Norte statt. Themen waren unter anderem die Gesundheitssituation auf den Philippinen, die Bedeutung der gemeindebasierten Gesundheits-Programme fĂŒr die Gesundheit der Bevölkerung, bewĂ€hrte Hausmittel fĂŒr hĂ€ufige Erkrankungen, Kontrolle von Blutdruck, Atmung, Puls, Gewicht und Körpertemperatur im Falle von akuten Atemwegs- und Durchfallerkrankungen beim Kindern, Schröpftherapie, Umwelthygiene und ErnĂ€hrung.

Zum Schluss wurde ein Aktionsplan entworfen, wie sie das neuerworbene Wissen und ihre FĂ€higkeiten an Nachbarn und andere Dorfbewohner weitergeben können. Außerdem erhielten die Teilnehmer VerbandskĂ€sten mit BlutdruckmessgerĂ€ten, Thermometern und Waagen.   

In den kommenden Wochen werden die Gesundheitsarbeiter ihr neues Wissen in der Praxis anwenden lernen und die Einwohner in Informationsveranstaltungen ĂŒber allgemeine Gesundheitsprobleme unterrichtet. Gleiches wird im September 2015 in Tindog and Paypay erfolgen.

“Die Teilnehmer sind sehr glĂŒcklich und voller Enthusiasmus bei unserem Projekt mit dabei, berichten die EinsatzkrĂ€fte vor Ort”, erklĂ€rt LandsAid Projektkoordinatorin Charlotte Sielicki.

Das Projekt wird gefördert von Aktion Deutschland Hilft.