Katastrophenvorsorge in SĂŒdafrika

Seminare in Kapstadt und Johannisburg:
Lokale FachkrÀfte lernen Nothilfe

Nach den guten Erfahrungen in den Jahren 2012 und Anfang 2013 in SĂŒdamerika setzte LandsAid die erfolgreiche Kooperation mit den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. fort: Vom 5. bis 15. Oktober 2013 schulten die beiden Organisationen gemeinsam regionale Notfallteams in SĂŒdafrika. Die Krankenschwestern Aracelli Sandersfeld (1. Bild rechts) und Melanie Allen (li.) unterrichteten lokale Nothelfer in Kapstadt und Johannesburg. Sie sollten damit qualifiziert werden, um im Katastrophenfall schnell helfen zu können.

Der SĂŒden Afrikas ist von immer wiederkehrenden Krisen unterschiedlicher Art betroffen, seien es DĂŒrren oder BĂŒrgerkriege, die durch die ohnehin sehr schlechten Lebensbedingungen besonders stark wirken. Die Gefahren sind in ihrer Natur und ihren Auswirkungen sehr unterschiedlich, ziehen jedoch in jedem Fall Hilfsbedarf nach sich, etwa die medizinische Versorgung sowie die Behandlung erlittener Traumata. Insbesondere die Vororte (Townships) großer StĂ€dte wie Kapstadt und Johannesburg sind geprĂ€gt von großer Armut, mangelnder Infrastruktur und Gesundheitsversorgung sowie einer hohen KriminalitĂ€tsrate – Faktoren, die die Entwicklung von Traumata begĂŒnstigen, obwohl kaum Ressourcen zu deren Behandlung verfĂŒgbar sind.

Schwerpunkte: Traumatherapie und medizinische Hilfe

In VortrĂ€gen und praktischen Workshops lernten die Teilnehmer, wie mit Kindern und Jugendlichen nach traumatischen Erlebnissen gesundend umgegangen werden kann. Dazu gehörte zum einen die medizinische Versorgung – die im Zweifel auch ohne viel medizinisches Material durchgefĂŒhrt werden muss. LandsAid fokussierte sich auf diesen medizinischen Teil der Schulungen und vermittelte hier fundierte Grundlagen, etwa in erster Hilfe unter erschwerten Bedingungen. „Diese Art der AufklĂ€rung ist ungeheuer wichtig – gerade in Schulen und KindergĂ€rten, wo viel mit Kindern gearbeitet wird,“ sagt LandsAid-Projektleiterin Angelika Schott.

Zum anderen ist auch ein adĂ€quater traumapĂ€dagogischer Umgang mit den Betroffenen – vor allem Kindern und Jugendlichen – wichtig, damit sie das Erlebte nicht nur körperlich, sondern auch psychisch verarbeiten können. Darauf konzentrierte sich die Arbeit der NotfallpĂ€dagogen der Freunde der Erziehungskunst. „Wir mĂŒssen im Katastrophenfall schnell reagieren können“, sagt Malte Landgraff, Koordinator NotfallpĂ€dagogik, „denn das erste Zeitfenster nach Katastrophen, in dem die Entwicklung von Traumata verhindert oder geschwĂ€cht werden kann, ist relativ kurz“. Das gehe aber nur mit qualifizierten Teams vor Ort: „Mit Hilfe der regelmĂ€ĂŸigen Schulungen wollen wir ein weltweites Netzwerk aus Notfallteams schaffen, die vor Ort schnell einsatzbereit sind“, bekrĂ€ftigt Landgraff.

Die Seminare sollen PĂ€dagogen, Sozialarbeiter, Therapeuten und Ă€hnliche Berufsgruppen erreichen, die mit Kindern und Jugendlichen in erschwerten Sozialgebieten arbeiten. Diese werden im Fall einer Katastrophe die erworbenen Grundkenntnisse und FĂ€higkeiten in der medizinischen Nothilfe einsetzen. Die Fortbildungen fanden in Kooperation mit dem ‚Centre for Creative Education‘ statt. Diese waldorfpĂ€dagogische Einrichtung ist langjĂ€hriger Partner der Freunde der Erziehungskunst und arbeitet mit kunsttherapeutischem Schwerpunkt mit benachteiligten Kindern aus dem Umland von Kapstadt.

Lesen Sie die aktuellsten Nachrichten von Aracelli Sandersfeld und Melanie Allen in ihren Online-Tagebuch.


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Die Kooperation und Finanzierung kam ĂŒber Aktion Deutschland Hilft, dem BĂŒndnis deutscher Hilfsorganisationen, zustande.