Flutkatastrophe im Ahrtal – Hilfe für Winzer und Landwirte

FLUTKATASTROPHE IM AHRTAL

Wieder von Null anfangen

In Zusammenarbeit mit dem Bauern- und Winzerverband haben wir ein Projekt für flutbetroffene Winzer und Landwirte begonnen. Bereits Mitte August konnten, gemeinsam mit der Hilfsorganisation ADRA und der Schorlemer-Stiftung des Bauern- und Winzerverband, erste Spenden aus dem Soforthilfeprogramm in Höhe von 5,5 Millionen Euro übergeben (davon 1,3 Millionen Euro von LandsAid). Abhängig von Größe und Schaden des Betriebes, haben die Winzer und Landwirte bis zu 20.000 Euro Unterstützung erhalten. 2,5 Millionen Euro gelangten bislang zur Auszahlung, mit den verbleibenden drei Millionen Euro fördert die Initiative nochmals besonders bedürftige Betriebe der Branche mit Summen bis zu 100.000 Euro.

Vor kurzem besuchte unsere Vorstandsvorsitzende Gaby Breuckmann gemeinsam mit Dr. Knut Schubert, Geschäftsführer Bauern- und Winzerverband Rheinland/Kreisverband Ahrweiler, sowie Hubert Pauly, Präsident Weinbauverband Ahr, von der Flut stark betroffene Winzerbetriebe im Ahrtal, die Gelder aus dem Soforthilfeprogramm erhalten haben.

Hoffnung durch Solidarität

Der erste Besuch führte zum Weingut Gebrüder Bertram in Dernau. Die Flut hat hier unter anderem Flaschenlager und Fasskeller nahezu komplett zerstört. „Am Anfang war da einfach eine große Hoffnungslosigkeit“, berichtet Winzer Markus Bertram. Aber die enorme Solidarität untereinander, in Verbindung mit der ersten Unterstützung aus dem Soforthilfeprogramm, hat ihm inzwischen neuen Mut gegeben – er blickt nun positiv nach vorne. Von den Geldern aus der Soforthilfe hat er bereits einige neue Fässer gekauft. Aber natürlich ist der Bedarf weiterhin enorm – so benötigt er dringend neue Maschinen zur Verarbeitung seiner Weinlese. Mit der Flut wurden auch diese zerstört und sind nun nicht mehr nutzbar, eine Reparatur lohnt sich bei den meisten nicht mehr.

Auch die zweite Station, das Weingut Kurth in Ahrweiler, erlitt durch das Hochwasser schwerste Zerstörungen. Winzer Stefan Kurth schätzt die Schadenssumme auf rund 400.000 Euro. Nicht nur Keller und Erdgeschoss seines Hauses und Weinguts, auch seine gerade aufgebaute Straußwirtschaft – alles wurde weggespült. Nun plant Stefan Kurth den Wiederaufbau der Straußwirtschaft und würde dabei gerne die bislang ausgelagerte Kellerei integrieren. Da könne man ja „die Gunst der Stunde“ nutzen, meint er, da ja eh alles neu gemacht werden muss: ein Wiederaufbau fast von Null an. „Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, was das in der heutigen Zeit kostet“, sagt der Winzer. Trotzdem blickt auch er positiv in die Zukunft, was vor allem an der enormen Hilfsbereitschaft und Solidarität liegt, die auch er von unterschiedlichsten Seiten erfahren hat.

Verkauf von „Flutwein“

Beiden Winzern hat der Verkauf des sogenannten „Flutweins“ sehr geholfen. Die geretteten Weinflaschen, an denen noch der getrocknete Schlamm der Flut klebt, werden verkauft, ohne vorab gesäubert zu werden. Der Dreck ist quasi ein Symbol der Katastrophe und die Leute sind gerne bereit, dafür auch einen höheren Preis zu zahlen, um zumindest ein wenig zu helfen, die finanziellen Lücken auszugleichen. Grundsätzlich kommt laut Stefan Kurth sehr viel Hilfe an, sei es in Form von Manpower, Spendengeldern von Privatpersonen oder durch den Bauern- und Winzerverband. Die Soforthilfe ist unbürokratisch und schnell über die Bühne gegangen.

Darüber, dass die so stark von den Flutfolgen betroffenen Winzer – im Ahrtal sind 46 von 50 Betrieben stark bis sehr stark beschädigt – auch weiterhin viel Unterstützung und Hilfe benötigen, sind sich alle einig. „Alle stehen sehr eng zusammen und helfen sich gegenseitig“, ist der Eindruck von Gaby Breuckmann. Das stimmt die Betroffenen optimistisch. „Das, was wir geben, sind Soforthilfen – und eigentlich eine Übergangslösung“, so die LandsAid-Vorsitzende. Auf staatliche Gelder wartet man hier teilweise noch immer. Das erschwert zwar den Wiederaufbau, aber man muss eben Schritt für Schritt gehen.

Das Projekt wird gefördert von Aktion Deutschland Hilft (ADH). LandsAid ist seit 2012 Mitglied in dem Bündnis der Hilfsorganisationen.

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Katastrophen wie diese kennen wir sonst nur aus unseren Einsatzländern, zum Beispiel in Asien oder Afrika.
Doch leider müssen wir befürchten, dass derartige Krisen auch bei uns weiter zunehmen werden.
Wir stehen auch im Inland bereit und helfen vor der Haustür, wo das notwendig ist. Helfen Sie uns, unsere Landwirte zu unterstützen und ihre Existenz zu sichern.


So werden die Spenden verwendet

Hintergrund

LandsAid wird als eine der Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft unterstützend tätig. Schon nach ersten Spendenaufrufen hat das Bündnis eine enorm positive Resonanz erfahren und eine große Solidarität bei den Menschen aus ganz Deutschland erlebt. Die Bündnisorganisationen bündeln ihre Hilfsmaßnahmen in enger Abstimmung und entsprechend ihrer Schwerpunkte und Kompetenzen, um die Betroffenen möglichst wirksam unterstützen zu können. Mehr als 1,3 Millionen Euro an Spendengeldern nach der Hochwasser-Katastrophe kommen durch diese hohe Spendenbereitschaft allein der LandsAid-Hilfe zugute. In einem zweiten Schritt plant die Kauferinger Organisation, von der Flut betroffene Kindergärten im Ahrtal zu unterstützen.

Sie brauchen Hilfe?

Sollten Sie selbst Landwirt sein, der dringend Unterstützung benötigt, wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Landesbauernverband oder an den Bauernverband Deutschland. Dort erhalten Sie einen Antrag, den Sie dort bitte ausgefüllt zurückgeben. Die Anträge werden sehr zeitnah bearbeitet und die Hilfen unkompliziert ausgezahlt.

Verlinkung Homepage Deutscher Bauernverband