Kampf gegen Ebola

Ebola unter Kontrolle halten

LandsAid leistet Hilfe im Kampf gegen Ebola.

Seit etwas mehr als einem Jahr wütet eine Ebolaepidemie in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Sie hat bereits über 2.300 Menschen das Leben gekostet. Damit ist sie der zweitgrößte Ebola-Ausbruch hinter der Epidemie in Westafrika vor einigen Jahren. Bisher war die Krankheit nur auf die nördliche Region der Provinz Kivu konzentriert. Jedoch wurden 100 km von der Provinzhauptstadt Bakavu drei neue Erkrankungen gemeldet – und das Auftreten neuer Fälle wird befürchtet.

Gemeinsam mit ihrem lokalen Partner, dem Chahi-Krankenhaus in Bukavo, möchte die Kauferinger Hilfsorganisation LandsAid e. V., Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses schützen und die Bevölkerung über Ebola aufklären. „Hier geht es uns um präventive Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie“, sagt LandsAid-Geschäftsführer Sven Weber. Zwar sei seit der Vergabe zweier Impfstoffe Anfang des Jahres die Situation besser unter Kontrolle und die Neuerkrankungen gingen zurück, aber gerade in den umkämpften Gebieten ist das Risiko weiterhin hoch. “Hier kommt die Hilfe nicht an”, ergänzt Weber. Zudem heile der erste Impfstoff die Erkrankung sehr wirksam, aber er schützt vor keinem weiteren Ausbruch. Hierfür wird ein zweiter Impfstoff gerade getestet, der zumindest in den zugänglichen Regionen des Kongos die Menschen schützen kann.

Mehrstufige Vorbeugungs-Kampagne
Die größten Risikofaktoren für die weitere Ausbreitung von Ebola sind das Fehlen grundlegender Informationen in der Bevölkerung sowie der Mangel an medizinischer Grundausrüstung. „Aus diesem Grund haben wir 135 Schutzanzüge und persönliche Schutzausrüstungen – Schuhe, Masken, Brillen, Handschuhe – zur Verfügung gestellt und eine mehrstufige Vorbeugungs-Kampagne gestartet“, so Weber weiter.

Im Zuge dieser Kampagne wurden Banner in Gesundheitszentren, Kirchen und Gemeinschaftsräumen aufgestellt. In Tür-zu-Tür-Gesprächen und Treffen in örtlichen Kirchen informierten die lokalen Partner über die Bedeutung von Hygienemaßnahmen zur Prävention von Ebola. Lokale Radiosender mit einer Reichweite von 300.000 Personen strahlten Aufklärungsspots aus. Zudem wurden Desinfektionsräume eingerichtet und 300 kg Chlor eingekauft, um Hände und Schutzausrüstung ausreichend desinfizieren zu können. Das Personal des Chahi-Krankenhauses erhielt umfangreiche Fortbildungen, um Verdachtsfälle von Ebola entsprechend zu behandeln.

„53 Angehörige der Gesundheitsberufe und mehr als 3.400 Familien, also insgesamt über 23.000 Personen, konnten wir mit unserem Projekt erreichen“, sagt LandsAid-Mitarbeiterin Stefani Rackes da Silva, die die Projektregion besucht und sich einen Überblick über die Maßnahmen verschafft hat. In Gesprächen mit Familien stellte sich heraus: „Zuvor hatte die Bevölkerung viele Vorbehalte gegenüber der Krankheit. Die Menschen hier hatten keinerlei Kenntnisse und hielten Ebola zum Teil sogar für eine Art Verschwörungstheorie. Unser Projekt war hier sehr effektiv und hilfreich. Alle von mir besuchten Familien wissen mittlerweile, was Ebola ist, welche Gefahr diese Krankheit darstellt und wie sie sich davor schützen können.“

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