Zweites Bundesverdienstkreuz für außergewöhnliches Engagement

Zweites Bundesverdienstkreuz für außergewöhnliches Engagement

Nach unserem Vorstand Gaby Breuckmann erhält nun auch unser Gründungsmitglied, langjährige Einsatzkraft und ehemaliger Vorstand Sylvia Rohrhirsch die höchste Auszeichnung für besondere Verdienste um das Gemeinwohl.

Überall auf der Welt ist Sylvia Rohrhirsch aus Bellenberg unterwegs und hilft als Krankenschwester und Bildungsreferentin dort, wo Hilfe gerade am dringendsten gebraucht wird. Sie ist für andere Menschen da, wenn sie medizinische Unterstützung brauchen, koordiniert die Verteilung von Hilfsgütern oder gibt Kurse für Erste Hilfe, Hygiene und Prävention. Zuhause arbeitet sie als Ausbildungsleiterin beim ASB-Kreisverband Neu-Ulm e.V. und engagiert sich im Asylbereich, hält Vorträge und gibt Schulungen.

Für ihr außergewöhnliches Engagement wird Sylvia nun mit dem Bundesverdienstkreuz – der höchsten deutschen Auszeichnung für außergewöhnliche Verdienste um das Gemeinwohl – geehrt. Am 9. Oktober wird ihr durch Landrat Thorsten Freudenberger im Sitzungssaal des Landratsamtes Neu-Ulm diese besondere Auszeichnung überreicht, die bereits im Juli diesen Jahres durch den Bundespräsidenten verliehen worden ist.

Medizinische Hilfe und Gesundheitsprävention
Schon von klein auf verspürte Sylvia den Wunsch zu helfen. Als dann ihre beiden Töchter erwachsen waren, machte sie Nägel mit Köpfen: Im Herbst 2005 flog sie zum ersten Mal nach Pakistan – dort hatte es ein verheerendes Erdbeben gegeben. Mehr als 30 Mal war sie seitdem bei Hilfseinsätzen in Krisengebieten dabei – etwa in Georgien, Lybien, Sambia, Mali, Kenia und Burkina Faso.

Lange hat Sylvia als gelernte Krankenschwester vor allem in medizinischen Teams gearbeitet, sich um kranke und verletzte Menschen gekümmert. „Aber auch der Mangel an Bildung ist ein großes Problem in diesen Ländern“, meint sie. Mittlerweile gibt sie hauptsächlich Schulungen, etwa über Hygiene und Gesundheitsprävention. Sie unterrichtet vor Ort Hebammen oder Lehrer, die ihr Wissen dann weitergeben.

Ein Projekt für die Bildung
Im Jahr 2006 nahm Sylvia ein weiteres Projekt in Angriff: einen Schulbau in Kenia. Gemeinsam mit dem kenianischen Ex-Langstreckenläufer Felix Limo, LandsAid und dem ASB schaffte sie es, eine Bildungseinrichtung für kenianische Waisenkinder in Eldoret auf die Beine zu stellen. Seitdem ist sie jährlich dort, um sich um „ihre“ Schule zu kümmern. Schon im November fährt sie wieder dorthin. Ein Tiefenbrunnen soll für die Schule gebohrt werden. „Ein wichtiges Projekt, denn die Menschen dort leiden unter dem Klimawandel und der daraus resultierenden Dürre“, sagt sie. Die Kosten für den Brunnen, etwa 20.000 Euro, können nur aus Spenden finanziert werden.

„Das, was ich tue, bereitet mir wirklich Freude, es ist sehr erfüllend“, betont Sylvia. „Was wir hier in Deutschland haben, ist ein großes Glück. Davon möchte ich ein kleines Stück abgeben. Und ich bekomme sehr viel zurück. Unendliche Dankbarkeit – und gute Freunde auf der ganzen Welt.“

Engagement auch daheim
Doch auch Zuhause engagiert sie sich – etwa in den Asylhelferkreisen in Bellenberg, Illertissen und Vöhringen. Vor zwei Jahren reiste sie für ein Assessment eines Spendenprojektes im Landkreis Neu-Ulm ins Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Mehrfach war sie zudem bereits an Podiumsdiskussionen im Bereich Asyl- und Afrikapolitik beteiligt. Für unsere LandsAid-Grundlagenseminare referiert sie über Erste Hilfe unter erschwerten Bedingungen. Und nicht zuletzt koordiniert sie das Ehrenamtsprojekt „Wünschewagen“.

„Über das Bundesverdienstkreuz freue ich mich sehr – und fühle mich geehrt“, betont Sylvia. „Es gibt jedoch so viele Menschen, die diese Auszeichnung genauso verdient hätten. Für mich ist es eine große Motivation, weiter zu machen. Denn ich möchte mich – wie schon Marie Curie sagte – nicht mit dem beschäftigen, was bereits getan wurde, sondern mich interessiert, was getan werden muss.“

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