(01.08.18 Amman) „Der heilige Paulus würde Fußball lieben“

Seine Seligkeit Theophilos III. von Jerusalem plant mit der deutschen Hilfsorganisation LandsAid eine Sport-Akademie in Jordanien .

Jordanien spielt eine herausragende Rolle, wenn es um die Stabilität des Nahen und Mittleren Osten geht. Darüber waren sich die Hilfsorganisation LandsAid e.V. und seine Seligkeit Theophilos III., griechisch-orthodoxer Patriarch von Jerusalem, bei einem Treffen in Amman am letzten Freitag einig. Die Unterstützung des Landes in der aktuell angespannten wirtschaftlichen Situation ist deshalb von großer Bedeutung. LandsAid arbeitet hier eng mit der Orthodoxen Initiative – eine Organisation des Patriarchen – zusammen und will insbesondere die arme Region Karak stärken.

„Aktuell helfen wir den syrischen Vertriebenen an der jordanisch-syrischen Grenze, die nicht in den großen Camps untergekommen sind. Zusammen mit der Orthodoxen Initiative versorgen wir sie mit dem Nötigsten. Humanitäre Hilfe hat natürlich Vorrang. Doch um nachhaltig Jordanien zu helfen, das fast das zehnfache im Vergleich zu Deutschland an Menschen aufgenommen hat, müssen wir neue Wege gehen. Deshalb wollen wir eine Sport-Akademie in Karak bauen“, erklärte Sven Weber, Geschäftsführer LandsAid e.V.

Seine Seligkeit hatte die Idee für das Vorhaben und hat bereits mit der Orthodoxen Initiative ein Jugendzentrum auf dem Grundstück in Karak bauen lassen. Umso mehr hat er sich über das Gastgeschenk von LandsAid – ein Trikot des FC Bayern München und ein Fußball der aktuellen Bundesliga-Saison – gefreut. „Sport bringt die Menschen zusammen. In Karak leben Syrer, Iraker, Palästinenser und Jordanier. Viele von ihnen sind Christen. Sie alle wollen eine Zukunft für sich und ihre Familien. Der Jugend müssen wir eine Perspektive geben und zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen werden wir Brücken bauen. Das Geschenk ist hierfür ein gutes Symbol“, betonte seine Seligkeit gegenüber LandsAid.

Zunächst suchen LandsAid und die Orthodoxe Initiative Partner in Deutschland und Jordanien, um die Infrastruktur für die Akademie zu schaffen. „Wir starten mit einem Sport-Center und entsprechenden Außenanlagen. Fußball und Basketball sind gleichermaßen bei Männern und Frauen beliebt, weshalb wir hier einen Schwerpunkt setzen werden. Zusammen mit unseren Partnern werden wir zudem erste Sportgruppen und Sportkurse anbieten. Erst danach entwickeln wir den Standort zu einer Akademie weiter“, erklärte Sven Weber die kommenden Schritte.

Seine Seligkeit hat sich in dem Treffen mit LandsAid auch an die deutsche Bevölkerung gewandt. „Der heilige Paulus würde Fußball lieben. Er überwindet alle Grenzen – die der Länder und die der Herzen. Moslems, Juden oder Christen, wir sind alle in der Liebe zu unseren Freunden und Familien vereint. Wir dürfen keine Angst haben, sondern müssen aufeinander zugehen. In der Weltmeisterschaft sind sich die Völker in Frieden, Respekt und der Liebe zum Sport begegnet. Sie waren vereint. Warum können wir das nicht auch in unserem Leben schaffen? Es gibt doch noch soviel mehr, was wir alle gemeinsam haben“, betonte seine Seligkeit.

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