Idlib versinkt im Chaos

IDLIB VERSINKT IM CHAOS – WENN WIR NICHT HANDELN

Über 1.000 Familien wollen wir nun helfen – ein erster Schritt

Der syrische Bürgerkrieg dauert nunmehr seit neun Jahren an. Noch immer wird in der nordwestlichen Region Idlib, nahe der türkischen Grenze, gekämpft. Derzeit befinden sich ca. 1,5 Millionen Flüchtlinge in dieser Region. Aufgrund anhaltender Kampfhandlungen hat sich ein Großteil der Menschen in Richtung Norden an die türkisch-syrische Grenze begeben. Dort sitzen sie nun fest. Eine Einreise in die Türkei ist nahezu unmöglich. Unzählige inoffizielle Camps haben sich folglich gebildet. Der größte Teil dieser Camps ist quasi ohne Versorgung durch Regierung oder Hilfsorganisationen. Aufgrund der nicht vorhandenen Infrastruktur sind die Lebensmittelpreise um ca. 100% gestiegen. Arbeitsmöglichkeiten sind keine vorhanden. Laut UNHCR zeichnet sich in der Region eine der größten humanitären Katastrophen seit Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges ab. Ähnlich verheerend sind die hygienischen Bedingungen in den Camps. Die wenigsten verfügen über fließendes Wasser. Das Wasser muss häufig kilometerweit aus Kanistern in die Camps transportiert bzw. getragen werden. „Social Distancing“ als Prävention vor dem Corona Virus und damit einhergehende Hygiene sind fast unmöglich. Ziel unseres Projektes ist es, die Verbreitung des Coronavirus in der Region zu vermindern und gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit für 1.065 Familien zu gewährleisten.

Mit unserer Partnerorganisation 3 Musketiere Reutlingen e.V. und dem lokalen Partner Alsham Global (AG) wollen wir Lebensmittel- und Hygienepakete kaufen und an bedürftige Familien in der Grenzregion nahe den Städten Reyhanli (Türkei) und Idlib (Syrien) verteilen. Das Projekt „Corona Care Idlib 2020 ” wird 1.065 der bedürftigen binnenvertriebenen Familien in einem der Camps mit Nahrungsmittel- und Hygienepaketen versorgen. Jede Familie erhält ein Nahrungsmittelpaket mit je: 2,5 kg Reis, 2,5 kg Linsen, 1 kg Pasta, 2 Liter Speiseöl, 2,5 kg Salz, 1 Liter Tomatensauce, 2,5 kg Bulgur. Jedes dieser Pakete ist ausreichend für eine 6-köpfige Familie für einen Monat.
Außerdem erhält jede Familie ein Hygienepaket mit je: 6 Stück Seife, 10 Schutzmasken, 1 Liter Desinfektionsmittel, 2 Stück Duschgel, 2 Packungen Feuchttücher. Zielgruppe der Verteilung sind Familien mit unterernährten Familienmitgliedern, älteren Menschen, Menschen mit Behinderung und Familien mit einer großen Anzahl an Kindern.


Die Corona-Pandemie überschattet alle anderen Katastrophen weltweit. In den Medien wird kaum über etwas anderes berichtet, während sich in Idlib eine humanitäre Katastrophe abspielt. Bitte helfen Sie uns, dem etwas entgegen zu setzen. Helfen Sie uns, den Familien mit Nahrung und Hygieneartikeln in ihrer Notlage beizustehen.


So werden die Spenden verwendet

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HINTERGRUND


Flüchtlingslager Jemen

Das Camp der Flüchtlinge liegt nicht weit von der Stadt Idlib entfernt, die aufgrund der Kriegshandlungen stark zerstört wurde

Ich will helfen

Seit 2011 ist das Land in einem Krieg versunken. Angefangen hat alles mit den demokratischen Bewegungen in Tunesien und Ägypten (Arabischer Frühling). Die Opposition in Syrien rief immer wieder zu Demonstrationen auf, doch dies anfangs erfolglos. Erst das harte Vorgehen der Polizei gegen Jugendliche und Kinder in einigen Städten brachte immer mehr Menschen auf die Straße. Machthaber Assad reagierte mit weiterer Härte und die Spirale der Gewalt und des Unmutes nahm ihren Lauf…

Schnell formierten sich verschiedene Rebellengruppen, die nun im Land um die Macht kämpften. Gemäßigte Oppositionelle, islamistische Gruppierungen und Kurden versuchten ihre Einflussgebiete auszubreiten. Assads Truppen kämpften an verschiedenen Fronten, wodurch im Land zunehmend ein Machtvakuum entstand. Der Islamische Staat nutze diese Chance und intervenierte vom Irak aus in Syrien. Schnell eroberten die Terroristen große Teile des Landes. Die Situation war völlig außer Kontrolle geraten.

Gegen den IS formierte sich eine Allianz unter der Führung Amerikas. Sie flogen nun Luftangriffe auf Stellungen des IS. Russland unterstützte die Truppen Assads, um offiziell gegen IS-Stellungen vorzugehen. Doch hat das russische Militär auch Angriffe gegen Rebellengruppen geführt. Als letzte Nation griff schließlich auch die Türkei mit eigenem Militär ein. Anfangs, um offiziell den IS zu bekämpfen. Dabei beschossen sie jedoch auch immer wieder Kurdengebiete. Mittlerweile griffen sie ganz offen die Kurden an, um deren Einflussgebiet zu verringern. Amerika hat sich zurückgezogen und Chaos hinterlassen. Assads Truppen kämpfen zusammen mit Russland gegen Rebellen und türkische Truppen, die ihren Einflussbereich Nahe der türkischen Grenze gegen die Kurden ausbauen möchten.

Viele andere Nationen unterstützen die unterschiedlichen Gruppen in Syrien mit Waffen und Material. Seit Beginn des Krieges sind eine halbe Million Menschen getötet wurden. Über 14 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Allein in der Umgebung von Idlib haben sich eine Million Menschen in Sicherheit gebracht. Doch sie haben kaum Nahrung, Medizin oder Zugang zu sauberen Wasser. Auch der Weg in die Türkei ist versperrt.

Auch wenn der IS stark zurückgedrängt wurde, so wird der Krieg so schnell nicht enden. Zu unterschiedlich sind die Interessen der Parteien. Es geht um die Zukunft Syriens und die des Kurdengebietes. Solange die Waffen nicht ruhen, ist an einen Wiederaufbau noch nicht zu denken.