Helfen trotz Bomben im Jemen

JEMEN – DER WIEDERAUFBAU HAT BEGONNEN

NACH JAHREN DER NOT BEGINNEN WIR MIT DEN MENSCHEN NACH VORN ZU SCHAUEN

Seit 2015 fallen die Bomben auf die Stadt Sanaa im Jemen. Durch den Konflikt der Houthi mit der jemenitischen Regierung – unterstützt durch eine Allianz unter der Führung Saudi-Arabiens – liegt das Land in Trümmern. 24,1 Millionen Menschen sind im Jemen auf Humanitäre Hilfe angewiesen. Konflikte, der wirtschaftliche Niedergang und der Zusammenbruch der Institutionen haben die im Jemen bereits bestehenden Herausforderungen, einschließlich Ernährungsunsicherheit und Unterernährung, unerbittlich verstärkt.

Nachdem wir in unserer Weihnachtsaktion 2019 über 1.000 Familien mit Lebensmitteln versorgt haben, wollen wir den Menschen nun helfen, wieder selbst auf den Beinen zu stehen. Gemeinsam mit unserem lokalen Projektpartner Human Needs Development (HND) haben wir deshalb ein umfassendes, mehrstufiges Berufsbildungsprojekt gestartet, das jungen Menschen in der Hauptstadt Sanaa neue Jobperspektiven geben wird. Neben besseren Erfolgsaussichten auf dem Arbeitsmarkt, werden sie zudem bessere Chancen auf einen Kleinkredit für ein eigenes kleines Unternehmen erhalten. Das Land wurde durch den noch immer anhaltenden Konflikt stark zerstört. Zunehmend werden jedoch handwerkliche Arbeitskräfte gesucht und der Wiederaufbau hat begonnen. Durch dieses Projekt können wir den ärmsten Familien wieder ein Einkommen verschaffen. Sie werden wieder genügend Geld verdienen, um sich selbst versorgen zu können.


Helfen Sie uns den Familien ein eigenes Einkommen zu geben. Es ist die nachhaltigste Hilfe, die wir bereitstellen können. Wir verringern dadurch die Not und das Elend bei den Menschen, die am stärksten unter dem Krieg zu leiden haben. Zusätzlich geben wir ihnen wieder eine Perspektive und Selbstwertgefühl. Sie werden für den Aufbau ihres Landes gebraucht.


So werden die Spenden verwendet
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HINTERGRUND


Seit 2015 befindet sich das Land in einem Krieg. Die Huthis beanspruchten seit 2004 mehr Macht im Jemen. Sie sind eine schiitische Gruppierung, die sich gegen die jemenitische Regierung unter Abed Rabbo Mansur Hadi auflehnte. Seit 2015 erkämpften sie sich die ehemalige Hauptstadt Sanaa und 9 von 21 Provinzen des Landes. Hadi musste fliehen und ernannte die Hafenstadt Aden zur neuen Hauptstadt. Als auch dort die Huthi – Milizen angriffen, floh Hadi nach Saudi-Arabien. Unter der Führung Saudi-Arabiens bildete sich 2015 eine Allianz, die nun gegen die Huthis Krieg führte. Sie stationierte Truppen in Aden und führt seitdem von dort aus vor allem Luftangriffe auf Huthi-Stellungen. Besonders intensiv wurde hierbei auch Sanaa bombardiert. Ziel sei vor allem die Vernichtung möglicher ballistischer Raketen, mit dem die Huthis Städte in Saudi-Arabien angreifen sollen.

Der Erfolg einer solchen Maßnahme wird jedoch von vielen Institutionen und Organisationen bezweifelt. Stattdessen wird jedoch massiv die Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen. Viele Krankenhäuser wurden beispielsweise Opfer der Luftangriffe. 10.000 Zivilisten starben durch den Konflikt. Noch mehr Opfer wird jedoch die Blockade der Allianz fordern. Lebensmittel, Hilfsgüter oder auch Benzin können nur bedingt bis überhaupt nicht in das Landesinnere geliefert werden.

Die Huthis haben zudem keine finanziellen Mittel, um die Infrastruktur des Landes aufrecht zu halten. Es gibt kaum ärztliche Versorgung, der Müll liegt auf den Straßen und verunreinigt das Trinkwasser, Lebensmittel werden immer knapper und all das führte zu einer Cholera-Epidemie, die tausende Opfer schon gefordert hat. Vor allem unterernährte Kinder, Kranke und Alte sterben vermehrt an Cholera.

Die Grenzen im Konflikt zwischen den Huthis und der Allianz unter Saudi Arabien bewegen sich derzeit kaum. Die Allianz hält Sanaa und die Gebiete der Huthis weiter im Würgegriff, um eine Einflussnahme des Irans im Jemen zu verhindern. Das Land ist völlig destabilisiert und internationale Hilfe ist nur bedingt möglich. Es muss schnell eine Lösung gefunden werden. Nur ein Waffenstillstand und eine Öffnung des Landes für die Hilfe kann die Menschen noch retten. Je länger der Konflikt militärisch andauert, desto größer wird das Ausmaß der Katastrophe werden.