Helfen trotz Bomben im Jemen

JEMEN – EIN AUSGEZEHRTES LAND

NACH JAHREN DER ISOLATION FEHLT ES AM NÖTIGSTEN – WIR HELFEN WO WIR KÖNNEN

Seit 2015 fallen die Bomben auf die Stadt Sanaa im Jemen. Durch den Konflikt der Houthi mit der jemenitischen Regierung – unterstützt durch eine Allianz unter der Führung Saudi-Arabiens – liegt das Land in Trümmern. Krieg, Hunger und Cholera haben die Bevölkerung hart getroffen und nur langsam kommt die Hoffnung auf ein Ende des Konfliktes. Wir helfen seit 2017 mit Essen und Cholera-Kits, haben bereits für eine Schule mit 3.000 Kindern die Wasser- und Sanitäranlagen wieder aufgebaut und planen nun einen Schulbau. Im 250 km von der Hauptstadt Sanaa entfernten und ländlich gelegenen Dhamar, brauchen 421 Schüler von der ersten bis zur neunten Klasse unsere Unterstützung. Gut ein Viertel der Kinder sind Binnenvertriebene aus Hodeidah, die mit ihren Familien von den dortigen Kämpfen geflohen sind und in Dhamar Schutz suchen.

Die Lehrer unterrichten die Schüler schon seit langer Zeit unentgeltlich da keine Gehälter mehr bezahlt werden. Die Temperaturen in Dhamar gehen im Winter bis auf 2 Grad. Trotz den eisigen Temperaturen gehen die meisten Kinder fast täglich zum Unterricht. Es gibt nur sechs Klassenzimmer (von der ersten bis zur sechsten Klasse). Die Schüler der siebten, achten und neunten Klasse haben keine Klassenzimmer und werden (bei jedem Wetter) im Freien unterrichtet. Folglich werden 3 zusätzliche Klassenzimmer benötigt, um die Kinder vernünftig beschulen und vor den äußeren Widrigkeiten schützen zu können. Wir planen 3 Klassenzimmer mit je einer Größe von 5m x 4m zu bauen und die Wellblech-Konstruktionen abzulösen. Darüber hinaus wollen wir Toiletten- und Sanitäranlagen bauen sowie die Klassenzimmer einrichten.

ALTRUJA-PAGE-KE2T

Besonders im Kriegszerrütteten Jemen ist es aktuell wichtig den Kindern Hoffnung auf eine positivere Zukunft zu schenken. Mit der Errichtung der Klassenzimmer schaffen wir für die Kinder eine professionelle Lernatmosphäre und fördern somit den Bildungsstand in der Region nachhaltig.


So werden die Spenden verwendet

HINTERGRUND


Seit 2015 befindet sich das Land in einem Krieg. Die Huthis beanspruchten seit 2004 mehr Macht im Jemen. Sie sind eine schiitische Gruppierung, die sich gegen die jemenitische Regierung unter Abed Rabbo Mansur Hadi auflehnte. Seit 2015 erkämpften sie sich die ehemalige Hauptstadt Sanaa und 9 von 21 Provinzen des Landes. Hadi musste fliehen und ernannte die Hafenstadt Aden zur neuen Hauptstadt. Als auch dort die Huthi – Milizen angriffen, floh Hadi nach Saudi-Arabien. Unter der Führung Saudi-Arabiens bildete sich 2015 eine Allianz, die nun gegen die Huthis Krieg führte. Sie stationierte Truppen in Aden und führt seitdem von dort aus vor allem Luftangriffe auf Huthi-Stellungen. Besonders intensiv wurde hierbei auch Sanaa bombardiert. Ziel sei vor allem die Vernichtung möglicher ballistischer Raketen, mit dem die Huthis Städte in Saudi-Arabien angreifen sollen.

Der Erfolg einer solchen Maßnahme wird jedoch von vielen Institutionen und Organisationen bezweifelt. Stattdessen wird jedoch massiv die Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen. Viele Krankenhäuser wurden beispielsweise Opfer der Luftangriffe. 10.000 Zivilisten starben durch den Konflikt. Noch mehr Opfer wird jedoch die Blockade der Allianz fordern. Lebensmittel, Hilfsgüter oder auch Benzin können nur bedingt bis überhaupt nicht in das Landesinnere geliefert werden.

Die Huthis haben zudem keine finanziellen Mittel, um die Infrastruktur des Landes aufrecht zu halten. Es gibt kaum ärztliche Versorgung, der Müll liegt auf den Straßen und verunreinigt das Trinkwasser, Lebensmittel werden immer knapper und all das führte zu einer Cholera-Epidemie, die tausende Opfer schon gefordert hat. Vor allem unterernährte Kinder, Kranke und Alte sterben vermehrt an Cholera.

Die Grenzen im Konflikt zwischen den Huthis und der Allianz unter Saudi Arabien bewegen sich derzeit kaum. Die Allianz hält Sanaa und die Gebiete der Huthis weiter im Würgegriff, um eine Einflussnahme des Irans im Jemen zu verhindern. Das Land ist völlig destabilisiert und internationale Hilfe ist nur bedingt möglich. Es muss schnell eine Lösung gefunden werden. Nur ein Waffenstillstand und eine Öffnung des Landes für die Hilfe kann die Menschen noch retten. Je länger der Konflikt militärisch andauert, desto größer wird das Ausmaß der Katastrophe werden.