LandsAid unterstützt Wiederaufbau des Jemen

LandsAid unterstützt Wiederaufbau des Jemen

Nachhaltiges, mehrstufiges Berufsbildungsprojekt im Jemen schafft neue Perspektiven.

(Kaufering, 28.01.2020). Die Kauferinger Hilfsorganisation LandsAid hat gemeinsam mit ihrem lokalen Projektpartner Human Needs Development (HND) im Jemen ein umfassendes, mehrstufiges Berufsbildungsprojekt gestartet, das jungen Menschen in der Hauptstadt Sanaa neue Jobperspektiven geben wird. Neben besseren Erfolgsaussichten auf dem Arbeitsmarkt, werden sie zudem bessere Chancen auf einen Kleinkredit für ein eigenes kleines Unternehmen erhalten. „Das Land wurde durch den Krieg zerstört. Gerade handwerkliche Arbeitskräfte werden händeringend gesucht. Wir helfen hier durch unser Projekt das Land wieder mit aufzubauen, erklärt LandsAid-Geschäftsführer Sven Weber.

Vor allem junge Menschen profitieren

„Direkte Zielgruppe unserer Berufsbildungskurse sind 300 junge Menschen aus besonders benachteiligten Familien in Sanaa – beispielsweise Großfamilien, Familien mit weiblichem Haushaltsvorstand und Familien, die ein Mitglied mit Behinderung versorgen müssen“, sagt Sven Weber. Indirekt profitieren jedoch alle Familienmitglieder und natürlich die gesamte Region, deren Infrastruktur dadurch deutlich gestärkt wird.“

Weiterhin werden Arbeitsvermittler, Mikrofinanzinstitute und Unternehmerverbände eingebunden, die sich in regelmäßigen Treffen miteinander vernetzen und so dazu beitragen, den Zugang junger Menschen zu Beschäftigungsmöglichkeiten zu verbessern.


Schulungen in sechs Tätigkeitsfeldern

„Um das zu erreichen, bieten wir dreimonatige Trainings an, die theoretische und praktische Kompetenzen in einem stark nachgefragten Berufsfeld vermitteln“, so Sven Weber. Die Teilnehmer können sich für eines von sechs Tätigkeitsfeldern entscheiden: Schneiderei, Handyreparatur, Wartung von Solaranlagen, Kunsthandwerk, Elektroinstallation oder Tischlerei. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Vermittlung von praktischen Fertigkeiten.
Darüber hinaus bietet LandsAid im Anschluss an die Schulungen ein Coaching zu den Themen Jobsuche, Bewerbung oder Unternehmensentwicklung an.

Aufklärungskampagnen in den Medien

Zusätzlich sind Aufklärungskampagnen in den sozialen Medien und im Radio geplant, um Familien zu motivieren, sich wirtschaftlich weiter zu entwickeln. Gerade Frauen werden ermutigt, einen Beitrag zum Familieneinkommen zu leisten. 50.000 Kurznachrichten werden via SMS an die Bevölkerung verschickt und beliebte lokale Radiosender senden Spots, die mehrfach am Tag auf die Schulungen hinweisen.

Hohe Arbeitslosigkeit und kein stabiles Einkommen

Besonders die Binnenvertriebenen im Jemen leiden unter der durch den Krieg verschärften wirtschaftlichen Lage. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, viele Familien haben keine stabile Einkommensquelle mehr und sind auf Hilfe angewiesen. Die beruflichen Schulen und Universitäten vermitteln zum Teil Qualifikationen, für die auf dem Arbeitsmarkt aktuell kein Bedarf vorhanden ist. „Bestimmte Dienstleistungen werden jedoch nach wie vor nachgefragt und manche Unternehmen suchen Arbeitskräfte mit entsprechenden praktischen Kompetenzen. Das bedeutet Chancen auch für neue Kleinunternehmen“, so Sven Weber. „Mit dem aktuellen Projekt möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, das kriegsgebeutelte Land wiederaufzubauen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.