Heuschrecken und Corona verstärken den Hunger

Heuschrecken und Corona verstärken den Hunger

Kenia ist eines der besonders getroffenen Länder in diesem Jahr. Die Menschen in einer ohnehin schon von Hunger und Armut gebeutelten Region haben gleichzeitig mit Heuschreckenplage und dem Corona-Virus zu kämpfen. Die zwei Krisen verstärken sich gegenseitig. Um dem entgegenzuwirken, führen wir derzeit gemeinsam mit unserem lokalen Partner in Ahero, im District Kisumu County, ein zweistufiges Projekt durch: Verteilung von Nahrungsmitteln sowie Hygienepaketen an 200 bedürftige Haushalte.

Heuschrecken zerstören die Ernten

Bereits seit vergangenem Jahr wütet die schlimmste Heuschreckenplage seit 70 Jahren im Land. Durch überdurchschnittlichen Regenfall und feuchte Konditionen vermehren sich die Generationen immer weiter. Besonders beunruhigend ist das für die Landwirtschaft: Die Heuschrecken haben schon mindestens 30 Prozent des Weidelandes in Kenia zerstört und die Ernten vernichtet. Das vergrößert die ohnehin im Land bestehende Ernährungsunsicherheit. Mit der Verteilung von Nahrungsmitteln wie Mais, Bohnen, Reis und Saatgut möchten wir den Menschen wieder eine Nahrungsgrundlage schaffen. Zudem haben wir über unseren Partner fünf Rückensprühgeräte mit entsprechend biologischem Insektizid angeschafft, die bei künftigen Invasionen eingesetzt werden könnten.

Corona verstärkt Teufelskreis von Armut und Unterernährung

Aber auch Covid-19 macht vor Kenia nicht Halt. Die Maßnahmen der Regierung beeinflussen direkt das Leben der Menschen: Nahrungsketten sind unterbrochen, Geschäftstätigkeiten eingeschränkt, die meisten Jobs durch Corona weggefallen. Rücklagen gibt es nicht. Gleichzeitig kommt es durch begrenzten Zugang zu Märkten zu einer starken Preissteigerung – auch bei Nahrungsmitteln. Viele Menschen können sich ihr Essen nicht mehr leisten und nehmen nur noch eine Mahlzeit am Tag zu sich. Weil die Schulen geschlossen sind, fällt für viele Kinder das Mittagessen weg.

Corona verstärkt damit den Teufelskreis von Armut und Unterernährung. Und das Virus breitet sich immer weiter aus, denn es mangelt an Hygienemaßnahmen, Aufklärung und Sicherheitsvorkehrungen. Jeder Haushalt erhält von uns Handwaschbehälter, Seifen sowie Gesichtsschutzmasken zur Hygieneeinhaltung. Zusätzlich verteilen wir Poster, auf denen in lokaler Sprache die Hygienemaßnahmen erklärt werden. Ein Sprecher verbreitet virusbezogene Informationen per Megaphone, um dem Informationsmangel im abgelegenen Ahero entgegenzuwirken. Denn Fernsehen und Radio gibt es hier nicht.

Das Projekt ist bisher ein großer Erfolg und die Menschen sehr dankbar für die Hilfe, das berichtet uns unser Projektkoordinator vor Ort Jasper Malone. Helfen Sie uns dabei, sie auch weiterhin unterstützen zu können. So dass sie weder an einer Corona-Infektion noch an Hunger sterben müssen.

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