Medizinische Versorgung im Kongo

MEDIZINISCHE VERSORGUNG IM KONGO

KAMPF GEGEN EBOLA

Seit etwas mehr als einem Jahr wütet eine Ebola – Epidemie in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Sie hat bereits über 2.000 Menschen das Leben gekostet. 3.000 weitere Menschen sind erkrankt. Damit ist sie der zweitgrößte Ebola- Ausbruch hinter der Epidemie in Westafrika vor einigen Jahren.

Seit dem ersten bestätigten Fall in der Millionenstadt Goma (Hauptstadt der Povinz Nord-Kivu) im Juli ist auch unser Partnerkrankenhaus in Bukavu in Alarmbereitschaft. Schließlich sind die beiden Städte über eine schnelle Schiffsverbindung über den Kivusee miteinander verbunden. Ende August bestätigten sich die Befürchtungen. Erstmals wurde auch in Süd-Kivu ein Ebolafall bestätigt und zwar in der Gesundheitszone Mwenga, 100 km außerhalb von Bukavu. Dort betreibt unser Partnerkrankenhaus eine kleine Gesundheitsstation. Mittlerweile sind dort mehrere Menschen nachweislich an Ebola erkrankt.

Helfen Sie unserem Partner, seine MitarbeiterInnen zu schützen und die Bevölkerung aufzuklären. Er benötigt dringend Chlor und Wassereimer, damit sich alle PatientInnen und BesucherInnen des Krankenhauses die Hände desinfizieren können, sowie Schutzausrüstung für seine MitarbeiterInnen. Die MitarbeiterInnen müssen im richtigen Umgang mit Erkrankten geschult werden. Besonders wichtig ist auch die Aufklärung der Bevölkerung mit Bannern und Aufklärungsveranstaltungen. Nur so können sie im Ernstfall die notwendigen drastischen Maßnahmen verstehen und akzeptieren.

Kampf gegen Ebola

Neben der Ausstattung des Krankenhauses und den Mitarbeiterschulungen, kämpfen wir gerade akut gegen Ebola in Bukavu.

Wir benötigen dafür Schutzanzüge, Chlor, Wassereimer und Materialien für umfassende Aufklärung in der Region. 

Nur so lässt sich die Epidemie einschränken. 

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Hintergrund

Die Demokratische Republik wird seit Jahrzehnten von Gewalt erschüttert. Nach den zwei Kongo-Kriegen kämpfen besonders im Osten des Landes, auch in Süd Kivu, immer wieder Rebellengruppen und Regierungstruppen gegeneinander.

Zu den Strategien der Konfliktparteien gehört auch sexuelle Gewalt. Nicht zuletzt durch die Dauerkrise ist der Staat schwach und korrupt. Deswegen ist er häufig nicht in der Lage die Gesundheitsversorgung seiner Bürger zu gewährleisten. Besonders im Osten des Landes ist die staatliche Finanzierung des Gesundheitssystems unzureichend. Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen erhalten die Mitarbeiter des Chahi Krankenhauses seit 35 Jahren den Betrieb – teilweise ehrenamtlich – aufrecht. Sie arbeiten in renovierungsbedürftigen Gebäuden mit jahrzehntealter Ausstattung.

Zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sorgt LandsAid für eine Stabilisierung des Gesundheitszustands der Bevölkerung in der Konfliktregion Süd-Kivu.


Familienplanung als Herausforderung

Nicht nur die Behandlung der Menschen in der Region wird sichergestellt, es wurden auch Angebote in der Familienplanung geschaffen. Die hohe Geburtenrate ist eine Belastung für die ganze Gesellschaft. Die Frauen leiden besonders darunter, haben aber nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten, da traditionell die Männer über die Familienplanung entscheiden. Vielfach werden Frauen im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen auch Opfer von Vergewaltigung.

Die 177.000 Einwohner des Einzugsgebiets der Klinik leben mehrheitlich unter der Armutsgrenze. Einige mussten aus den ländlicheren Gebieten fliehen und haben ihre Lebensgrundlage verloren. Nur eine Minderheit der Patienten kann die Behandlung ganz oder teilweise bezahlen. Dadurch reichen die Einnahmen des Krankenhauses oft nicht aus, um die Gehälter voll zu bezahlen. Das Personal arbeitet dann zum Teil ehrenamtlich.

Fakten

  • Connector.

    570 Schwangere

    erhielten bereits eine kostenlose Vorsorge, Geburtenbegleitung und Nachsorge

  • Connector.

    1.400 Frauen

    bekamen eine Beratung zum Thema Familienplanung und bei Bedarf Zugang zu Verhütungsmitteln

  • Connector.

    900 Männer

    nahmen an Sensibilisierungsworkshops zum Thema Familienplanung teil

  • Connector.

    300 Opfer sexueller Gewalt

    wurden im Chahi Krankenhaus kostenlos behandelt

  • Connector.

    400 Mütter

    unterernährter Kinder erhielten bisher über drei Monate lang wöchentlich eine Schulung zum Thema Unterernährung und ein Lebensmittelpaket

Wir haben vor Ort schon einiges erreicht und spüren die Dankbarkeit der Menschen. Doch das Leid vieler Familien ist groß und die Klinik für über 100.000 Menschen zuständig. Es gibt noch viel zu tun.Ursula Neideck, Projektleiter bei LandsAid

Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).