Erwartungen übertroffen

Erwartungen übertroffen

Unterstützung von unterernährten Kindern und ihren Familien im Kongo: LandsAid-Projektleiterin Stefani Rackes da Silva aus Augsburg war vor Ort.

„Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen“, so LandsAid-Mitarbeiterin Stefani Rackes da Silva aus Augsburg, die gerade von ihrer Monitoring-Reise aus dem Kongo zurückgekehrt ist. In der Provinz Süd-Kivu im Osten des Kongo führt die Kauferinger Hilfsorganisation ein zweistufiges Projekt zur nachhaltigen Unterstützung von unterernährten Kindern und ihren Familien durch.

„Kinder kommen mit ihren Müttern regelmäßig ins Krankenhaus – oder eine der Gesundheitsstationen – und erhalten dort einen nahrhaften Brei. Zudem bekommen die Mütter eine Wochenration an Zutaten, mit denen sie selbst einen solchen Brei zubereiten können. Gleichzeitig werden sie aufgeklärt, was sie tun können, um die Ernährungssituation der Familie zu verbessern“, so Rackes da Silva.

Aber das allein reicht nicht aus, um die Kinder nachhaltig vor Unterernährung zu schützen. „Daher werden die Haushalte zusätzlich mit Saatgut und Werkzeug ausgestattet und beim Anlegen ihres eigenen Hausgartens begleitet. Bei der Auswahl des Saatgutes achten wir auch darauf, dass es sich zur Nachproduktion von gleichwertigem Saatgut für die nächste Vegetationsperiode eignet“, ergänzt Rackes da Silva. Darüber hinaus schult ein Agrarwissenschaftler die beteiligten Eltern in effektiven und nachhaltigen Anbaumethoden, die einen guten Ertrag versprechen.

„Das Ernährungsprojekt läuft sehr gut und ist äußerst effektiv – es übertrifft sogar unsere Erwartungen“, sagt sie. „Insgesamt konnten wir hundert unterernährten Kindern und ihren Familien helfen. Gemüse wie Auberginen und Kohl sind bereits gepflanzt und geerntet, später kommen noch Soja und Mais hinzu. Alle beteiligten Familien können sich gut von den Ernteerträgen ernähren und haben sogar noch Gemüse übrig, das sie verkaufen. Davon können sie die Schule ihrer Kinder bezahlen.“

Lokaler Partner vor Ort ist das Chahi-Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Bukavu, das seit vielen Jahren die Menschen hier medizinisch versorgt und drei Gesundheitsstationen im ländlichen Umland betreut. „Wir sind dem Team von LandsAid sehr dankbar,“ betont Florent Mbale, Verwaltungschef des Chahi-Krankenhauses. „Alles läuft mehr als zufriedenstellend und wir gehen in die Richtige Richtung: weg von der Unterernährung in Richtung Nahrungssicherheit.“


Teufelskreis aus Armut und Unterentwicklung
Die Projektregion ist konstant von politischen Unruhen und bewaffneten Konflikten betroffen. Gerade im ländlichen Gebiet gibt es nur wenige Einkommensmöglichkeiten. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Die meisten Menschen leben unter dem Existenzminimum und haben deshalb keinen Zugang zu einer Gesundheitsversorgung. Ein besonderes Problem ist Unter- oder Mangelernährung. Schnell entsteht ein Teufelskreis aus Armut und Unterentwicklung, der sich von Generation zu Generation fortsetzt.

Die meisten Menschen leben hier von der Landwirtschaft, viele haben ein eigenes Feld. Trotzdem können sich nur wenige Familien davon ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen – ineffektive Anbaumethoden und fehlende finanzielle Mittel für Werkzeuge und Saatgut führen zu unzureichenden Erträgen.

Das Projekt wird gefördert von Aktion Deutschland Hilft (ADH). LandsAid ist seit 2012 Mitglied in dem Bündnis der Hilfsorganisationen.

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