Simbabwe – Ernährung sichern und Ressourcen nachhaltig nutzen

Simbabwe: Ernährung sichern und Ressourcen nachhaltig nutzen

Unsere Projektleiterin Carola Gerhardinger auf Monitoringreise in Simbabwe: Hier führen wir ein Projekt durch, um die Ernährung der Bevölkerung vor Ort zu sichern und die Hygiene zu verbessern.

Um sich ein Bild von unserem Hygiene- und Landwirtschaftsprojekt in Simbabwe zu machen, hat sich unsere Projektleiterin Caro Gerhardinger auf den Weg in die Gemeinde Chimanimani gemacht. Hier haben wir, gemeinsam mit unserer Partnerorganisation vor Ort – TSURO – , vor eineinhalb Jahren nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssicherheit gestartet. Anlass war die immer noch schwierige Situation der Menschen vor Ort gut ein Jahr nach dem verheerenden Zyklon Idai.

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Die Katastrophe im März 2019 hat auch in Simbabwe zu schlimmsten Zerstörungen geführt. Eines der größten Probleme: Ernten wurden vernichtet, Anbauflächen verwüstet, Saatgut zerstört. Viele Bauern haben damit ihre Lebensgrundlage verloren. Manche Gebiete, wie das spröde östliche Hochland Chimanimani, sind weiterhin unterversorgt, die Menschen auf Hilfe angewiesen. Ziel unseres Ernährungsprojekts war es daher, in mehreren Stufen Ernte- und Ertragsverluste ausgleichen – und damit zur langfristigen stabilen Versorgung mit Lebensmitteln in der Region beizutragen.

Ein Beitrag zur besseren Ernährung in Simbabwe

Die Kleintierhaltung leistet hier einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherung. Daher haben wir über unsere Partnerorganisation 200 Haushalte mit Kleintieren, vor allem Hühnern und Kaninchen, sowie Rohstoffen für Tierfutter ausgestattet. Während des Zyklons haben die Imker circa 80 Prozent ihrer Bienenstöcke sowie Verarbeitungsgeräte verloren. Daher haben die Menschen Imkeranzüge und Ernteeimer bekommen, damit sie hier wieder einen Neuanfang machen können. Die örtlichen Landwirte haben zudem verschiedene Schulungen erhalten, etwa in der Futtermittelzubereitung oder der Vermehrung von Obstbäumen und Baumfrüchten. Es wurde ihnen gelehrt, nachhaltig zu sein, ihre eigenen Obstbäume zu produzieren und sie an andere zu verkaufen. Die Mitarbeiter unseres Partners TSURO haben Ihnen erklärt, wie sie vorhandene Wasserquellen schonen und die natürliche Umgebung erhalten und verbessern können.

Mit Hygienemaßnahmen gegen Durchfallerkrankungen

Um auch die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern, haben wir über TSURO in 115 Haushalten Blair Toiletten – belüftete Grubenlatrinen, geruchlos und fliegenfrei – gebaut und die Haushalte mit Wasseraufbewahrungsgefäßen ausgestattet. Weil ihre Toiletten durch den Zyklon zerstört wurden, die Hygiene nicht mehr gegeben war und die Menschen an Durchfallerkrankungen gelitten haben, haben sie sich ganz besonders über die Toiletten gefreut. Der Bedarf ist hier jedoch nach wie vor groß.
Insgesamt 850 Haushalte haben von den Maßnahmen nachhaltig profitiert – das sind fast 3.500 betroffene Personen. Konzentriert haben wir uns auf besonders benachteiligte Gruppen, etwa Witwen mit ihren Kindern oder Behinderte. Langfristig jedoch erreicht dieser Beitrag zur Versorgung der Chimanimani-Region noch deutlich mehr Menschen – denn die Begünstigten geben ihr Wissen weiter. „Die Leute hier sind begeistert“, erzählt Caro Gerhardinger, „sie freuen sich riesig über die Hilfe, sind dankbar und unheimlich motiviert, zeigen große Eigeninitiative und bringen auch viele eigene Ideen an.“

Corona erschwert die Hilfe

„Die Corona-Krise erschwert jedoch die Situation“, sagt Caro Gerhardinger. Allerdings betrifft Corona grundsätzlich eher die Leute in der Stadt als auf dem Land. Viele Städter sind zurück in die Dörfer gegangen, weil sie ihre Jobs in der Stadt nicht mehr ausüben konnten. Was unsere Projekte hier betrifft, hat Corona vor allem Auswirkungen auf die Schulungen. „Unser Partner hat versucht, die Trainings online durchzuführen“, berichtet Caro Gerhardinger. „Das hat aber nicht gut funktioniert. Das Terrain hier ist bergig – und die Hälfte der Dörfer hat keine Internetverbindung.“ Ein weiteres Corona-Notkonzept: „Train the Trainers“ – kleine Gruppen mit maximal fünf Personen wurden gebildet, die ihr Wissen weitergeben. Für die Zukunft sind zudem ein Radio-Training sowie eine kostenlose Telefon-Hotline geplant.

Das Projekt wird gefördert von Aktion Deutschland Hilft (ADH). LandsAid ist seit 2012 Mitglied in dem Bündnis der Hilfsorganisationen.

Hintergrund zu Simbabwe

Brandrodung, Überweidung und unangepasste Bodenbearbeitung führen im Hochland von Chimanimani dazu, dass der Boden Wind und Regen ausgesetzt ist: Er verweht oder wird einfach weggespült.

Weitere Folgen: sinkende Grundwasserspiegel, versiegende Quellen und vertrocknende Flussbetten. Der Klimawandel macht die Situation nicht besser. Immer häufiger kam es hier in den letzten Jahren zu kompletten Ernteausfällen. Schon vor dem Zyklon war die Ernährung der Menschen kaum mehr gesichert. Nun haben sie es noch viel schwerer.

Der Zyklon hat zudem einen großen Teil der Wasserquellen im Distrikt zerstört oder beschädigt. Ein wichtiges Anliegen des Projektes ist der gemeinschaftlich organisierte Schutz der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser, Wald und Grasland. Das Anlegen von Terrassen, eine ganzjährige Bodenbedeckung durch Gräser und Bäume, Aufklärungsarbeit gegen das Legen von Bränden und zur Nutzung vorhandener Wasserquellen spielen eine wichtige Rolle.


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