Wenn Neutralität zur Herausforderung wird

Humanitäres Symposium München 2026: LandsAid-Vorständin Michaela Wiese präsentiert die Perspektive kleiner NGOs

Komplexes geopolitisches Umfeld

Februar 2026 – Am vergangenen Samstag, den 14. Februar 2026, fand in der LMU Kinderklinik München das Humanitäre Symposium München (HSM) statt. Unter dem Motto „Humanitäre Hilfe im Lichte der aktuellen geopolitischen Lage“ diskutierten Expertinnen und Experten sowie Organisationen die aktuellen Herausforderungen und Chancen humanitärer Arbeit in einem zunehmend komplexen geopolitischen Umfeld. An der Veranstaltung nahmen rund 50 bis 60 Personen teil, darunter Vertreterinnen und Vertreter anderer NGOs, Studierende, Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Interessierte.

Unsere Vorständin Michaela Wiese war mit einem Vortrag vertreten, in dem sie das Thema „Neutralität unter Druck und die Rolle agiler NGOs im sich wandelnden geopolitischen Umfeld“ beleuchtete. Sie gab den Teilnehmenden Einblicke aus der Perspektive einer kleinen, beweglichen Organisation – nämlich uns – die mit ihren Stärken und Herausforderungen einen wichtigen Beitrag zur humanitären Hilfe leistet.

Dabei machte sie deutlich, wie entscheidend Geschwindigkeit, Flexibilität und Erfahrung vor Ort sind. Niedrig gehaltene Verwaltungskosten tragen dazu bei, dass Hilfe direkt bei den Menschen in Not ankommt. Zudem ging sie der Frage nach, warum die Neutralität humanitärer Organisationen zunehmend unter Druck gerät. Politische Einflussnahme, bürokratische Auflagen und finanzielle Abhängigkeiten erschweren ihre Unabhängigkeit und Flexibilität. Sie behindern außerdem einen konsequent am Bedarf orientierten Zugang zu den betroffenen Menschen.

Michaela sprach über die Herausforderungen, denen kleine NGOs gegenüberstehen. Bürokratische Hürden, aufwendige Zertifizierungsanforderungen und die oft geringere Anerkennung im Vergleich zu staatlichen Akteuren erschweren die Arbeit. Ein zentrales Thema ihres Vortrags war auch der menschliche Faktor: die abnehmende Beteiligung von Freiwilligen, die hohen psychologischen Belastungen für Mitarbeitende, darunter posttraumatische Belastungen, die schwierige Reintegration nach Einsätzen und die oft fehlende Nachsorge.

Darüber hinaus setzte Michaela die Erfahrungen kleiner NGOs in Bezug zu den aktuellen geopolitischen Entwicklungen. Sie zeigte auf, wie steigende Politisierung, ein schrumpfender Handlungsspielraum für humanitäre Akteure und die Volatilität von Finanzierungen die Planbarkeit und Effektivität von Hilfsmaßnahmen beeinflussen.

Besonders betonte sie die Herausforderung, Neutralität unter Druck aufrechtzuerhalten: In Konfliktregionen wird humanitäre Hilfe zunehmend politisch instrumentalisiert. NGOs müssen daher genau abwägen, wie sie Unterstützung leisten, ohne ihre Unabhängigkeit oder die Sicherheit der Mitarbeitenden zu gefährden. Der Vortrag machte deutlich, wie wichtig agile, erfahrene Organisationen sind, um auch in einem schwierigen internationalen Umfeld bedarfsorientierte Hilfe leisten zu können.

Das HSM 2026 ermöglichte es den Teilnehmenden, die Perspektive kleiner NGOs besser zu verstehen, sich über Lösungsansätze auszutauschen und die Zusammenarbeit zwischen humanitären Organisationen, Fachkräften und engagierten Einzelpersonen zu stärken.

Wir sind stolz, dass unser Verein durch Michaela vertreten war und die besonderen Herausforderungen und Stärken kleiner, agiler NGOs auf diesem wichtigen Forum sichtbar machen konnte. Vielen Dank für diese Möglichkeit!

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