Frauen tragen Verantwortung – vor allem mitten im Krieg

Frauen als Akteurinnen und Führungspersönlichkeiten: Wie sie in der Ukraine Verantwortung tragen und Leben retten

Im Gespräch mit Liudmyla

 

März 2026 – Anlässlich des Weltfrauentags rücken wir die besonderen Rollen von Frauen in Krisen und Konflikten in den Fokus – mit Blick auf die Ukraine. Für Einblicke in diese Perspektiven haben wir mit Liudmyla Hlibovets, der Leiterin unserer lokalen Partnerorganisation Evum, gesprochen. Gemeinsam unterstützen wir Kinder, die durch Krieg und Krankheit besonders gefährdet sind, sowie ihre Familien durch medizinische und psychosoziale Hilfe.

Bevor Liudmyla die Leitung von Evum übernahm, arbeitete sie im Marketing. Parallel engagierte sie sich ehrenamtlich für krebskranke Kinder in Chernihiv. 2020 wurde sie Mitbegründerin von Evum – der eigentliche Wendepunkt in ihrem Leben kam jedoch mit dem Krieg.

„Das Jahr 2022 hat mich als Mensch und als Frau sehr verändert. Es gab kein ‚normales Leben‘ mehr – nur noch Verantwortung und das Wort ‚müssen‘“, erinnert sie sich. Medikamente besorgen, Kinder evakuieren, Familien unterstützen – Tag für Tag.

Heute unterstützt Evum krebskranke Kinder und Familien in Lviv und Chernihiv – in einer Situation, die durch zerstörte Infrastruktur und anhaltende Kämpfe enorm herausfordernd ist. „Diese Kinder leben in zwei Kriegen gleichzeitig: dem Krieg im Land und dem Krieg gegen die Krankheit“, erklärt Liudmyla. „Ich kenne diese Kinder, weiß, was sie lieben, wovon sie träumen. Diese Nähe gibt mir Kraft.“

Seit 2024 unterstützen wir die ukrainische NGO dabei, lebensrettende medizinische Versorgung – etwa in Form von Geräten, Medikamenten und dringend benötigtem Verbrauchsmaterial – zu finanzieren sowie psychosoziale Angebote umzusetzen, um Kinder und ihre Familien umfassend zu stärken.

Bisher konnten wir allein durch die mit unserer Unterstützung umgesetzten Maßnahmen fast 30.000 Kinder und ihre Eltern erreichen.

Aktuell sind die Mittel durch auslaufende Förderungen jedoch begrenzt. Wir sind daher mehr denn je auf Spenden angewiesen.

Liudmyla betont, dass weibliche Führung im Krieg nicht nur Stärke bedeutet, sondern auch einen hohen Preis hat: „Es geht nicht nur um Heldentum und neue Möglichkeiten, sondern auch um unsichtbare Arbeit, um Erschöpfung, die von außen nicht immer sichtbar ist. Die Stärke der Frauen liegt heute nicht darin, dass sie alles aushalten können, sondern darin, dass sie weitermachen, auch wenn es sehr schwer ist.“

 

Hoffnung, so Liudmyla weiter, sei keine Illusion, sondern tägliche Arbeit. „Hoffnung bedeutet nicht, darauf zu warten, dass alles gut wird. Hoffnung bedeutet, jeden Tag dafür zu sorgen, dass es besser wird.“

Frauen in der Ukraine übernehmen inzwischen Verantwortung auf allen Ebenen: in der Armee, in öffentlichen Verwaltungen, in Krankenhäusern, in Unternehmen – und gleichzeitig in ihren Familien.

„Nach dem Krieg müssen Frauen als gleichberechtigte Teilnehmerinnen des Prozesses vertreten sein“, ist Liudmyla überzeugt. Die Belastung, die Frauen während des Krieges getragen haben, müsse offiziell anerkannt werden. Fragen der psychischen Gesundheit, der Unterstützung von Müttern, der Betreuung von Kindern und älteren Menschen sollten Teil der staatlichen Wiederaufbaupolitik werden.

Besonders wichtig sei es, so Liudmyla weiter, die Kultur der Solidarität zu bewahren, die während des Krieges entstanden ist. Gerade Frauengemeinschaften, Freiwilligeninitiativen und Wohltätigkeitsorganisationen seien zur Grundlage der Stabilität des Landes geworden. Diese Erfahrung dürfe nicht verloren gehen.

Frauen sind in der Ukraine zu Akteurinnen und Entscheiderinnen geworden. Ihre Arbeit, ihr Mut und ihre Ausdauer verdienen Anerkennung – und unsere Unterstützung.

Es zeigt sich: Frauen tragen Verantwortung, handeln mit Empathie und Professionalität – und ermöglichen, dass Kinder, trotz Krieg und Krankheit, eine Zukunft haben.

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In der Ukraine tragen Frauen tagtäglich Verantwortung – in Kriegszeiten, in ihren Familien, für krebskranke Kinder.

Ihre Kraft, ihr Mut und ihr Einsatz ermöglichen Hoffnung, Medizin und Schutz.

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2026-03-06T12:14:04+00:00
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