Die Hilfe kommt an

Erste Hilfsgüter erreichen betroffene Familien in Venezuela

Nothilfe für besonders Betroffene

Juli 2026 – Nach den schweren Erdbeben in Venezuela spitzt sich die humanitäre Lage weiter zu. Mehr als 3.500 Menschen kamen nach aktuellen Angaben ums Leben, Tausende wurden verletzt. Viele Familien haben ihr Zuhause verloren und leben seit Tagen unter provisorischen Unterkünften. Besonders betroffen sind Kinder, Mütter und ältere Menschen.

Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen LasComaesAndantes in Caracas und Visiones e. V. aus München leisten wir schnelle und bedarfsgerechte Nothilfe. Die Maßnahmen werden durch Aktion Deutschland Hilft unterstützt.

Die ersten Hilfsgüterverteilungen sind angelaufen. Das lokale Partnerteam hat bereits Mutter-Kind-Hilfspakete an betroffene Familien verteilt. Die Kits enthalten unter anderem sterile Mullkompressen zur Wundpflege, Milch und Folgemilch, Einwegwindeln, Babytragetücher, Haferbrei, Cerealien, Vitamin-C-Kautabletten und Babyfeuchttücher. Sie helfen Familien dabei, ihre Babys und Kleinkinder auch unter schwierigsten Bedingungen zu versorgen.

Gerade in den ersten Tagen nach einer Katastrophe fehlt es häufig am Nötigsten. Sauberes Wasser, Lebensmittel und Hygieneartikel sind vielerorts knapp. Für Säuglinge und Kleinkinder kann diese Situation schnell lebensbedrohlich werden.

Unser lokaler Partner berichtet aus der besonders betroffenen Gemeinde Santa Teresa im Stadtbezirk Libertador von einer dramatischen Situation. Entlang der Gehwege und Straßen sind provisorische Unterkünfte entstanden. Familien, die ihre Wohnungen aus Sicherheitsgründen verlassen mussten, schlafen seit Tagen unter einfachen Planen und Zelten – häufig direkt vor ihren beschädigten Häusern.

Viele möchten ihre Wohnungen nicht aus den Augen verlieren. Sie hoffen, ihr verbliebenes Hab und Gut schützen zu können und gleichzeitig in der Nähe zu bleiben, falls eine Rückkehr möglich wird. Über mehrere Straßenzüge hinweg sind improvisierte Lager entstanden. Hubschrauber kreisen ununterbrochen über dem Viertel und machen deutlich, dass der Ausnahmezustand noch lange nicht vorbei ist.

Obwohl erste Hilfslieferungen eintreffen, reicht die Unterstützung bei Weitem nicht aus. Es fehlt an Toiletten und Waschmöglichkeiten, sauberes Trinkwasser ist vielerorts knapp. Regen und Wind setzen den notdürftigen Unterkünften zusätzlich zu: Planen werden beschädigt oder fortgerissen, Kleidung, Decken und die wenigen geretteten persönlichen Gegenstände werden immer wieder durchnässt. Erholsamer Schlaf ist unter diesen Bedingungen kaum möglich.

Kinder, Mütter und ältere Menschen leiden besonders unter den Folgen der Erdbeben. Ältere Menschen haben oft große Schwierigkeiten, Wasser, Lebensmittel und andere lebenswichtige Güter zu beschaffen. Viele leben allein oder kümmern sich gleichzeitig um ihre Familien. Sie benötigen ebenso dringend Unterstützung wie Familien mit kleinen Kindern

Neben der Versorgung von Müttern und ihren Kindern bereiten wir gemeinsam mit unseren Partnern weitere Hilfsmaßnahmen vor. Geplant ist unter anderem die Unterstützung von Krankenhäusern und eines vom Erdbeben betroffenen Seniorenheims mit dringend benötigten medizinischen Verbrauchsmaterialien.

Das Gesundheitssystem Venezuelas war bereits vor den Erdbeben stark belastet. Der Mangel an Medikamenten, medizinischer Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien hat sich durch die hohe Zahl an Verletzten und die beschädigte Infrastruktur weiter verschärft.

Dank der engen Zusammenarbeit mit unseren Partnern können wir schnell auf die sich verändernde Situation reagieren und unsere Hilfe genau dort einsetzen, wo sie am dringendsten benötigt wird. Neben medizinischem Material werden derzeit insbesondere Trinkwasser, Lebensmittel, Hygieneartikel und wetterfeste Planen benötigt.

Die Not der Menschen in Venezuela wird nicht innerhalb weniger Tage überwunden sein. Für viele Familien beginnt der schwierige Weg erst jetzt. Sie brauchen auch in den kommenden Wochen und Monaten dringend Unterstützung.

Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, weitere Hilfsgüter bereitzustellen, Krankenhäuser mit dringend benötigtem medizinischem Material auszustatten und besonders schutzbedürftige Menschen zuverlässig zu versorgen.

Zugehörige Beiträge

Ihre Spende kommt an

Unser Ausgaben und Einnahmen werden regelmäßig vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) überprüft. Es bescheinigt uns seit 2009 regelmäßig eine ordnungsgemäße Verwendung der Spendengelder, weshalb wir zum Tragen des entsprechenden Siegels berechtigt sind.

Bitte unterstützen Sie unsere Nothilfe für die Menschen in Venezuela.

Ein Mutter-Kind-Paket kostet etwa 50 Euro. Jede Spende hilft dabei, Familien mit lebenswichtigen Hilfsgütern zu versorgen, medizinische Hilfe zu ermöglichen und den Betroffenen in dieser schweren Zeit neue Hoffnung zu schenken. Herzlichen Dank!

Venezuela befindet sich seit Jahren in einer anhaltenden humanitären und sozioökonomischen Krise. Trotz einzelner wirtschaftlicher Stabilisierungstendenzen bleibt die Versorgungslage für große Teile der Bevölkerung angespannt. Nach Einschätzungen internationaler Organisationen ist die Armut weiterhin weit verbreitet, während der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Strom, sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung vielerorts eingeschränkt und ungleich verteilt ist.

Besonders stark betroffen ist das öffentliche Gesundheitssystem. Es steht seit Langem unter erheblichem Druck – unter anderem durch Engpässe bei medizinischem Material, den Abzug von Fachpersonal sowie eine unzureichende Infrastruktur. Die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Gütern ist nicht zuverlässig gewährleistet, gleichzeitig stellen hohe Kosten für viele Menschen eine zusätzliche Hürde beim Zugang zu medizinischer Behandlung dar.

In der Praxis führt diese strukturelle Unterversorgung dazu, dass medizinische Leistungen häufig nur eingeschränkt verfügbar sind und Familien in vielen Fällen selbst dafür sorgen müssen, notwendige Medikamente oder Materialien zu beschaffen. Präventive Versorgung und die Behandlung chronischer Erkrankungen sind nur begrenzt möglich.

Die schweren Erdbeben der vergangenen Tage haben diese ohnehin fragile Situation drastisch verschärft. Kliniken sind durch die hohe Zahl an Verletzten zusätzlich überlastet, während gleichzeitig Infrastruktur beschädigt wurde und Versorgungswege eingeschränkt sind. Was zuvor bereits ein strukturelles Problem war, entwickelt sich damit in den betroffenen Regionen zu einer akuten Versorgungskrise.

Wir reagieren darauf mit gezielter Unterstützung für Krankenhäuser, um die medizinische Versorgung der Verletzten kurzfristig zu stabilisieren und die größten Lücken in der Versorgung zu schließen.

LasComaesAndantes

LasComaesAndantes ist ein feministisches Community-Kollektiv aus Caracas, das in benachteiligten Stadtteilen arbeitet. Die Gruppe engagiert sich insbesondere in der sozialen Basisarbeit, in Bildungs- und Präventionsangeboten sowie in der Stärkung lokaler Gemeinschaftsstrukturen. Mit ihrem niedrigschwelligen, stark community-orientierten Ansatz verfügt das Kollektiv über gute Zugänge zu besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen in den betroffenen Vierteln.

Visiones e.V.

Der Münchner Verein Visiones e. V. engagiert sich für soziale Teilhabe, Bildung, Empowerment und interkulturellen Austausch. Die Organisation arbeitet mit einem migrantischen und diversitätsorientierten Ansatz und setzt sich insbesondere für die Stärkung von Menschen mit Migrationserfahrung sowie für gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit ein. Durch ihre langjährigen Verbindungen zur venezolanischen Community verfügt Visiones e. V. über wertvolle lokale Netzwerke und kulturelle Expertise. Im Rahmen der Venezuela-Hilfe unterstützt der Verein LandsAid als wichtige Brücke zwischen Deutschland und Venezuela und trägt dazu bei, Kontakte, Kommunikation und Zusammenarbeit mit Akteuren vor Ort zu stärken.

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2026-07-08T10:10:48+00:00
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