Venezuela: Hilfe, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert

Unsere lokale Partnerorganisation prüft jeden einzelnen Fall, damit Unterstützung dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird

Viele Familien stehen vor dem Nichts

Juli 2026 – Nach den schweren Erdbeben in Venezuela stehen viele Familien noch immer vor dem Nichts. Doch wer dringend Unterstützung benötigt, lässt sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Krankenhäuser arbeiten unter enormem Druck, viele Menschen leben inzwischen in Notunterkünften oder sind bei Angehörigen untergekommen. Verlässliche Übersichten über die tatsächlich vom Erdbeben betroffenen Familien fehlen häufig.

Unser lokaler Partner LasComaesAndantes hat deshalb einen anderen Weg gewählt: Statt Hilfsgüter ausschließlich anhand vorhandener Listen zu verteilen, werden die betroffenen Familien persönlich aufgesucht. „So stellen wir sicher, dass die Unterstützung genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, berichtet Ketsy, Leiterin unserer Partnerorganisation.

Zu Beginn des Projekts nahm sie Kontakt zu mehreren Krankenhäusern auf. Von dort erhielt sie Listen mit schwangeren Frauen und jungen Müttern sowie Angaben zu dringend benötigten Hilfsgütern.

„Bei der Überprüfung zeigte sich jedoch schnell, dass viele der aufgeführten Familien gar nicht unmittelbar vom Erdbeben betroffen waren“, sagt Ketsy. Anstatt die Hilfspakete wie ursprünglich geplant über die Krankenhäuser zu verteilen, entschied sich das Team deshalb für einen deutlich aufwendigeren, aber wesentlich zielgerichteteren Ansatz.

Ketsy und die ehrenamtlichen Helferinnen suchten die Familien persönlich auf, führten Gespräche und überprüften jede einzelne Situation. Erst danach wurden die Hilfspakete übergeben.

In einer ersten Projektphase konnten schwangere Frauen und Mütter sowie ihre Babys unterstützt werden. Die Hilfspakete wurden passend zum Alter der Kinder zusammengestellt und enthalten unter anderem Säuglingsnahrung, Windeln, Hygieneartikel, Babytragen sowie medizinische Verbrauchsmaterialien für die Versorgung der Kleinsten.

Die Materialien wurden vor Ort eingekauft und gemeinsam von Freiwilligen verpackt. Anschließend brachte das Team die Hilfspakete über fünf Tage direkt zu den Familien nach Hause.

 

Die Verteilungen vor Ort bieten unserer Partnerorganisation zugleich die Möglichkeit, den Bedarf der betroffenen Familien kontinuierlich neu zu erfassen. So können die Hilfspakete an die tatsächliche Situation angepasst werden.

Um den Bedarf für die nächste Projektphase zu ermitteln, führte das Team eine weitere Bedarfsanalyse durch. Dabei zeigte sich erneut, wie schwierig es ist, die vom Erdbeben betroffenen Familien zu identifizieren. Viele Krankenhäuser konnten nicht eindeutig nachvollziehen, welche Patientinnen und Patienten tatsächlich unmittelbar von der Katastrophe betroffen waren. Zudem war für den Zugang zu einigen Notunterkünften eine besondere Genehmigung erforderlich.

Über ihr lokales Netzwerk erhielt unsere Partnerorganisation schließlich Zugang zu einer Unterkunft in Caracas, in der Familien aus einem schwer beschädigten Wohnkomplex untergebracht sind. Dort sprach Ketsy gemeinsam mit einer erfahrenen Kinderärztin und den betroffenen Müttern über ihren Alltag.

Es wurde deutlich: Viele Familien haben aufgrund der unregelmäßigen Versorgung mit Wasser und Gas Schwierigkeiten, Babynahrung sicher zuzubereiten. Gleichzeitig steigt in den Gemeinschaftsunterkünften das Risiko von Durchfallerkrankungen und Austrocknung.

Diese Rückmeldungen fließen unmittelbar in die nächste Projektphase ein. Die kommenden Hilfspakete werden deshalb zusätzlich Thermoskannen für heißes Wasser sowie Probiotika und orale Rehydratationslösungen enthalten.

Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie wichtig lokale Netzwerke in einer Katastrophe sind. Unsere Partnerorganisation kennt die Gegebenheiten vor Ort, kann flexibel auf neue Herausforderungen reagieren und steht im direkten Austausch mit den betroffenen Familien.

Derzeit bereitet das Team die nächste Verteilungsrunde vor. Weitere Hilfspakete für Mütter und Babys sind bereits geplant. Außerdem soll ein vom Erdbeben betroffenes Seniorenheim mit Wasser und Hygieneartikeln unterstützt werden.

Gemeinsam mit LasComaesAndantes (Caracas) und Visiones e. V. (München) und mit Unterstützung durch Aktion Deutschland Hilft sorgt LandsAid dafür, dass Hilfe nicht nur schnell, sondern auch bedarfsgerecht und würdevoll bei den Menschen ankommt.

Jede Spende ermöglicht bedarfsgerechte Hilfe

Hinter jedem Hilfspaket stehen persönliche Gespräche, sorgfältige Bedarfsermittlungen und engagierte Menschen vor Ort. So stellen wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation sicher, dass die Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende, weitere Familien nach dem Erdbeben in Venezuela zu unterstützen. Vielen Dank.

Zugehörige Beiträge

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Unser Ausgaben und Einnahmen werden regelmäßig vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) überprüft. Es bescheinigt uns seit 2009 regelmäßig eine ordnungsgemäße Verwendung der Spendengelder, weshalb wir zum Tragen des entsprechenden Siegels berechtigt sind.

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Ein Mutter-Kind-Paket kostet etwa 50 Euro. Jede Spende hilft dabei, Familien mit lebenswichtigen Hilfsgütern zu versorgen, medizinische Hilfe zu ermöglichen und den Betroffenen in dieser schweren Zeit neue Hoffnung zu schenken. Herzlichen Dank!

Venezuela befindet sich seit Jahren in einer anhaltenden humanitären und sozioökonomischen Krise. Trotz einzelner wirtschaftlicher Stabilisierungstendenzen bleibt die Versorgungslage für große Teile der Bevölkerung angespannt. Nach Einschätzungen internationaler Organisationen ist die Armut weiterhin weit verbreitet, während der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Strom, sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung vielerorts eingeschränkt und ungleich verteilt ist.

Besonders stark betroffen ist das öffentliche Gesundheitssystem. Es steht seit Langem unter erheblichem Druck – unter anderem durch Engpässe bei medizinischem Material, den Abzug von Fachpersonal sowie eine unzureichende Infrastruktur. Die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Gütern ist nicht zuverlässig gewährleistet, gleichzeitig stellen hohe Kosten für viele Menschen eine zusätzliche Hürde beim Zugang zu medizinischer Behandlung dar.

In der Praxis führt diese strukturelle Unterversorgung dazu, dass medizinische Leistungen häufig nur eingeschränkt verfügbar sind und Familien in vielen Fällen selbst dafür sorgen müssen, notwendige Medikamente oder Materialien zu beschaffen. Präventive Versorgung und die Behandlung chronischer Erkrankungen sind nur begrenzt möglich.

Die schweren Erdbeben der vergangenen Tage haben diese ohnehin fragile Situation drastisch verschärft. Kliniken sind durch die hohe Zahl an Verletzten zusätzlich überlastet, während gleichzeitig Infrastruktur beschädigt wurde und Versorgungswege eingeschränkt sind. Was zuvor bereits ein strukturelles Problem war, entwickelt sich damit in den betroffenen Regionen zu einer akuten Versorgungskrise.

Wir reagieren darauf mit gezielter Unterstützung für Krankenhäuser, um die medizinische Versorgung der Verletzten kurzfristig zu stabilisieren und die größten Lücken in der Versorgung zu schließen.

LasComaesAndantes

LasComaesAndantes ist ein feministisches Community-Kollektiv aus Caracas, das in benachteiligten Stadtteilen arbeitet. Die Gruppe engagiert sich insbesondere in der sozialen Basisarbeit, in Bildungs- und Präventionsangeboten sowie in der Stärkung lokaler Gemeinschaftsstrukturen. Mit ihrem niedrigschwelligen, stark community-orientierten Ansatz verfügt das Kollektiv über gute Zugänge zu besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen in den betroffenen Vierteln.

Visiones e.V.

Der Münchner Verein Visiones e. V. engagiert sich für soziale Teilhabe, Bildung, Empowerment und interkulturellen Austausch. Die Organisation arbeitet mit einem migrantischen und diversitätsorientierten Ansatz und setzt sich insbesondere für die Stärkung von Menschen mit Migrationserfahrung sowie für gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit ein. Durch ihre langjährigen Verbindungen zur venezolanischen Community verfügt Visiones e. V. über wertvolle lokale Netzwerke und kulturelle Expertise. Im Rahmen der Venezuela-Hilfe unterstützt der Verein LandsAid als wichtige Brücke zwischen Deutschland und Venezuela und trägt dazu bei, Kontakte, Kommunikation und Zusammenarbeit mit Akteuren vor Ort zu stärken.

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2026-07-16T14:13:55+00:00
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