Nah bei den Menschen

Ein Besuch bei unserem Projektpartner Caritas Khmelnytskyi zeigt, was medizinische und soziale Hilfe im Alltag bewirken kann

Hilfe, die nach Hause kommt

 

August 2026 – Der Krieg in der Ukraine trifft ältere Menschen sowie Menschen mit eingeschränkter Mobilität besonders hart. Wer die eigene Wohnung kaum oder gar nicht verlassen kann, hat es schwer, medizinische Versorgung zu erreichen, notwendige Hilfsmittel zu bekommen oder soziale Kontakte aufrechtzuerhalten. Gerade für ältere Menschen und Binnenvertriebene kann die Isolation zur zusätzlichen Belastung werden.

Gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation Caritas Khmelnytskyi unterstützen wir Menschen, die aufgrund ihres Alters, einer Erkrankung oder einer Behinderung besonders auf Hilfe angewiesen sind.

Das Caritas-Team besucht die Betroffenen regelmäßig und bietet medizinische Versorgung, soziale Betreuung und psychologische Begleitung direkt bei ihnen zu Hause.

Während ihrer Ukraine-Monitoringreise begleitete unsere Projektmanagerin Raquel Nerger einen Tag lang die Arbeit des Caritas-Teams. Sie nahm an Hausbesuchen teil, sprach mit den Betreuten und machte sich ein Bild von der Arbeit des multidisziplinären Teams vor Ort.

In den Gesprächen wurde deutlich, welchen Stellenwert die persönliche Begegnung für viele Menschen hat. Wer seine Wohnung kaum verlassen kann und häufig allein lebt, hat im Alltag nur wenige Möglichkeiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.

„Natürlich ist medizinische Hilfe sehr wichtig, aber die Tatsache, dass jemand kommt, mit ihnen spricht und ihnen zuhört, ist nicht weniger bedeutend für sie“, sagt Raquel.

„Die Menschen müssen sich mitteilen können, mit jemandem reden, jemanden sehen“, ergänzt sie. „Sie drücken immer wieder aus, wie dankbar sie sind und wie sehr sie sich über unsere Besuche freuen.“

 

Das multidisziplinäre Team arbeitet eng zusammen. In regelmäßigen Fallbesprechungen koordinieren sich Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Fallmanagerinnen und Fallmanager, Psychologinnen und Psychologen sowie medizinisches Personal.

Sie helfen bei konkreten Problemen und stehen den Menschen auch dann zur Seite, wenn sie besonders viel Unterstützung benötigen – etwa nach einem Luftangriff, bei dem sich die Betreuten des Projektes nicht in Sicherheit bringen können.

Zum Besuch unserer Projektmanagerin gehörte auch ein kreativer Gruppenworkshop. Sie nahm gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Aktivität teil, unterhielt sich mit ihnen und verbrachte Zeit mit der Gruppe.

Solche Angebote schaffen Möglichkeiten für Begegnung und geben älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen Gelegenheit, mit anderen in Kontakt zu kommen.

Während bei uns noch viele unter den sommerlichen Temperaturen leiden, richtet sich der Blick in der Ukraine bereits auf den kommenden Winter. Nach den Erfahrungen des vergangenen Winters bereitet sich auch die Caritas Khmelnytskyi frühzeitig auf mögliche Stromausfälle und Einschränkungen der Versorgung vor.

„Nächste Woche wird der Generator geprüft. Er ist im letzten Winter rund um die Uhr gelaufen – und so wird es auch im kommenden Winter sein. Brennholz ist bestellt und unsere Wasseranlage muss noch geprüft werden. Bis Ende August müssen alle Vorbereitungen auf den Winter abgeschlossen sein“, sagt Vater Ivan, Direktor der Caritas Khmelnytskyi.

Die Caritas verfügt über eine autonome Wasser- und Energieversorgung und konnte dadurch ihre Arbeit auch im vergangenen Winter fortsetzen. Für die betreuten Menschen können Stromausfälle jedoch erhebliche Folgen haben. Wer kaum oder gar nicht mobil ist, kann sich bei einem Ausfall von Strom und Heizung nur schwer selbst versorgen. Deshalb plant die Caritas Khmelnytskyi, im kommenden Winter einmal pro Woche warme Mahlzeiten an 90 besonders schutzbedürftige Menschen auszugeben.

Insgesamt erhalten 180 besonders schutzbedürftige Menschen im Rahmen des Projektes eine kontinuierliche Betreuung.

Die Maßnahmen werden gefördert durch Aktion Deutschland Hilft. LandsAid ist seit 2012 Mitglied in dem Bündnis.

Zugehörige Beiträge

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Unser Ausgaben und Einnahmen werden regelmäßig vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) überprüft. Es bescheinigt uns seit 2009 regelmäßig eine ordnungsgemäße Verwendung der Spendengelder, weshalb wir zum Tragen des entsprechenden Siegels berechtigt sind.

Für viele Menschen in der Ukraine ist der regelmäßige Besuch des Caritas-Teams zu einem wichtigen Teil des Alltags geworden. Die Unterstützung hilft ihnen, trotz Alter, Erkrankung oder eingeschränkter Mobilität möglichst selbstständig zu bleiben.

Mit Blick auf den kommenden Winter wird die Situation für viele Menschen zusätzlich schwieriger. Die Energieinfrastruktur ist weiterhin durch die Folgen der russischen Angriffe belastet. Neue Angriffe könnten erneut zu Ausfällen bei Strom, Wärme und Wasserversorgung führen. Besonders Menschen, die ihre Wohnung kaum verlassen können, sind darauf angewiesen, dass Unterstützung sie auch unter schwierigen Bedingungen erreicht.

Wir möchten die Hilfe weiterführen und auch künftig Menschen erreichen, die ihr Zuhause kaum verlassen können. Dafür sind wir auf Spenden angewiesen. Vielen Dank! 

Der Krieg in der Ukraine hat die größte Flüchtlingsbewegung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ausgelöst. Im Februar 2024 waren 3,7 Millionen Menschen in der Ukraine Binnenflüchtlinge, viele von ihnen wurden laut UNHCR mehr als einmal vertrieben. Zwar sind Menschen aller Altersgruppen betroffen, doch ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind besonders gefährdet. Sie haben ein höheres Risiko, durch den Krieg und seine Auswirkungen zu Schaden zu kommen. Für Menschen mit körperlichen Behinderungen sind Flucht und Evakuierung eine Herausforderung.

Die häufigen Bedrohungen durch Raketen, Beschuss und Stromausfälle führen zur sozialen Isolation von Menschen mit körperlichen Behinderungen und von Menschen, die nicht mobil sind. Diese Menschen leiden sowohl an emotionaler Erschöpfung als auch an der Verschlimmerung chronischer Krankheiten. Da sie keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben und oft allein gelassen werden, weil ihre Angehörigen entweder ins Ausland geflohen sind oder für den Krieg rekrutiert wurden, fehlt es diesen Menschen an Unterstützung, medizinischer Versorgung und sozialen Kontakten.

Statistischen Angaben zufolge sind in der Projektregion Khmelnytskyi 215.200 Menschen über 65 Jahre alt, was 17,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Die Region und insbesondere die Stadt Khmelnytskyi sind zu einem Zufluchtsort für mehr als 100.000 Binnenvertriebene geworden. Unter ihnen befindet sich ein großer Prozentsatz älterer Menschen, die mit Evakuierungszügen transportiert wurden.

Unter den Bedingungen eines allgemeinen wirtschaftlichen Abschwungs und eines erheblichen Anstiegs der Nachfrage seitens der Bevölkerung sind die kommunalen Einrichtungen überlastet. Sie bieten nicht genügend Kapazitäten, um die medizinische, soziale und psychologische Versorgung der ansässigen Bevölkerung und der Binnenvertriebenen in Khmelnytskyi vornehmen zu können.

Caritas Khmelnytskyi

 Das Projekt wird über die lokale Organisation „Charitable Fund Caritas Khmelnytskyi UGCC“ umgesetzt – eine regionale Organisation der Caritas Ukraine, die Teil des Netzwerks der Caritas Europa ist.

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Unsere Partner und Förderer

2026-08-20T13:32:21+00:00
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