Musik, Tanz und Begegnungen

LandsAid informierte beim Deutsch-Ukrainischen Kulturfest über seine Hilfsprojekte in der Ukraine und setzt ein Zeichen für Solidarität vor dem fünften Kriegswinter

Deutsch-Ukrainisches Kulturfest in Landsberg

Oktober 2026. Voller Saal, Musik, Tanz und persönliche Begegnungen: Das Deutsch-Ukrainische Kulturfest des Ukraine Forums Landsberg brachte vergangenen Freitag Menschen aus Deutschland und der Ukraine zusammen. LandsAid durfte mit einem Infostand dabei sein und über seine Hilfsprojekte in der Ukraine informieren.

„Kultur kann Menschen miteinander verbinden“ – dieser Gedanke prägte das Deutsch-Ukrainische Kulturfest am Freitag in Landsberg am Lech. Die Aula der Mittelschule war nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Programm wurde komplett zweisprachig auf Deutsch und Ukrainisch moderiert und machte die Vielfalt der ukrainischen Kultur erlebbar.

Nach der Begrüßung durch Stephan Krebs, Gründer des Ukraine Forums Landsberg, führte der Landtagsabgeordnete Alex Dorow durch den Abend. Landsbergs Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann erinnerte in seinem Grußwort daran, wie viele Menschen seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine in Landsberg Schutz gefunden haben. Aus der Hilfsbereitschaft im Landkreis sei das Ukraine Forum Landsberg entstanden, das seit 2022 Begegnungen und Unterstützung ermöglicht.

Stephan Krebs betonte: „Seit Beginn des Krieges ist es uns ein Anliegen, Menschen aus der Ukraine zu unterstützen und Begegnungen zwischen unseren Kulturen zu ermöglichen. Das Kulturfest zeigt, wie wichtig Zusammenhalt, gegenseitiges Verständnis und der Austausch miteinander sind. Wir möchten die ukrainische Kultur sichtbar machen und den Menschen, die bei uns Schutz gefunden haben, eine Stimme geben.“

Auch der ukrainische Generalkonsul in München sprach über die Lage in der Ukraine und die Bedeutung der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit. Er würdigte die Unterstützung der Menschen, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben, und betonte, wie wichtig kultureller Austausch für das gegenseitige Verständnis ist.

Der Bürgermeister der ukrainischen Stadt Slawutytsch nahe dem ehemaligen Kernkraftwerk Tschernobyl richtete sich per Videobotschaft an die Gäste. Er betonte, dass das Kulturfestival zeige, wofür die Menschen in der Ukraine kämpfen: für ihre Kultur, ihre Identität und ihre Werte.

Das Bühnenprogramm bot zahlreiche künstlerische Höhepunkte. Ob Chor, Violinenensemble, Solistinnen und Solisten, Duette, Modenschau oder Tanz – die Künstlerinnen und Künstler begeisterten das Publikum mit ihren vielfältigen Darbietungen und wurden mit viel Applaus belohnt. Besonders die Auftritte der Kinder sorgten für große Begeisterung. Mit viel Ausdruck und Freude standen sie auf der Bühne und zeigten, wie lebendig ukrainische Kultur ist.

Auch die Tanzgruppe Iz Pertsem beeindruckte das Publikum. Das 2011 gegründete Ensemble widmet sich traditionellen ukrainischen Tänzen und vermittelt die Kultur des Landes durch Tanz, Gesang, Musik und Trachten. Zu den Mitgliedern gehören Jugendliche und Erwachsene, darunter auch Tänzerinnen und Tänzer, die aufgrund des Krieges ihre Heimat verlassen mussten und in München Schutz gefunden haben.

Im Foyer waren zudem Kunstwerke ukrainischer Künstlerinnen zu sehen. Die Ausstellung „Mensch, Gedächtnis, Ukraine“ von Natalija Strjuček, die 2022 nach Deutschland geflohen ist, gab Einblicke in ihre persönliche künstlerische Auseinandersetzung mit der Ukraine. Eine Modenschau der Designerin Tetiana Martin zeigte zeitgenössische Kreationen, die traditionelle ukrainische Kleidung neu interpretieren und gebrauchten Materialien eine neue Verwendung geben.

Die vielfältigen Beiträge machten deutlich, welche Bedeutung kulturelle Traditionen für die ukrainische Gemeinschaft haben. Sie bewahren Erinnerungen und Identität und schaffen zugleich Verbindungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Auch Christian Bieber vom Verein Freiheit und Demokratie richtete sich mit eindringlichen Worten an die Gäste. Der Verein organisiert seit 2022 regelmäßig Hilfslieferungen in die Ukraine. In seiner Rede machte Bieber deutlich, dass es dabei um mehr geht als um Logistik und Transporte: Freiheit und Demokratie seien keine leeren Worte, sondern das Fundament unseres Wohlstands. Er rief dazu auf, diese Werte in die Welt zu tragen und nicht gleichgültig zu werden. Denn ein Leben in Freiheit sei kein Geschenk, das für immer selbstverständlich bleibe.

Während das Kulturfest Raum für Freude, Austausch und Gemeinschaft bot, blieb die Situation in der Ukraine stets präsent. Der Krieg dauert an, Angriffe auf die Energieversorgung verschärfen die Lage, und mit dem bevorstehenden Winter wachsen die Sorgen vieler Menschen.

LandsAid unterstützt gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen durch Evakuierungen, vorübergehende Unterbringung, häusliche Pflege, medizinische Versorgung und Lebensmittelhilfe. Auch krebskranke und kriegsverletzte Kinder erhalten Unterstützung. Neben der Verbesserung ihrer Versorgung gehören psychosoziale Angebote und gemeinsame Aktivitäten dazu.

Wir sind dankbar, dass wir Teil dieses besonderen Kulturfestes sein und unsere Arbeit für die Menschen in der Ukraine vorstellen durften. Unser Infostand sowie der Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern hat uns die Möglichkeit gegeben, auf die anhaltende Notlage aufmerksam zu machen. Denn auch nach Jahren des Krieges bleibt die Unterstützung für die Menschen vor Ort dringend notwendig.

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2026-10-27T09:09:37+00:00
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