Gesundheit ist ein Menschenrecht

Zum Weltgesundheitstag: Wie medizinische Hilfe und einfache Mittel wie Brillen Leben vieler Geflüchteter in Thessaloniki verändern

Ein Recht, das nicht immer greift

April 2026 – Am 7. April  ist Weltgesundheitstag. Er wurde 1948 von der Weltgesundheitsorganisation ins Leben gerufen und findet jedes Jahr am Gründungstag der WHO statt. Ziel ist es, weltweit auf zentrale Gesundheitsprobleme aufmerksam zu machen und das Bewusstsein dafür zu stärken, dass Gesundheit ein grundlegendes Menschenrecht ist.

Doch für viele Geflüchtete rund um Thessaloniki existiert dieses Recht faktisch nicht.

Die geflüchteten Menschen in Griechenland erhalten nur minimale finanzielle Unterstützung – oder gar keine. Selbst einfache Medikamente sind oft unerschwinglich. Chronisch Kranke, Kinder oder ältere Menschen bleiben dadurch ohne Behandlung.

Gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation NAOMI setzen wir genau hier an: Wir ermöglichen den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln, ganz konkret und direkt.

Durch unsere Unterstützung können dringend benötigte Leistungen bereitgestellt werden, darunter Medikamente gegen akute und chronische Erkrankungen, Behandlungen für Diabetes- und Herzpatienten, Brillen für Menschen, die sich sonst keine leisten können.

Gerade Brillen machen einen enormen Unterschied: Sie ermöglichen Kindern wieder zu lernen und Erwachsenen, am Alltag teilzunehmen oder Arbeit zu finden. Najiba, eine junge Frau aus Afghanistan, konnte dank einer neuen Brille wieder am NAOMI-Nähkurs teilnehmen und die Arbeit mit anderen Geflüchteten fortsetzen. Kinder können wieder am Schulunterricht teilnehmen, Erwachsene am Alltag teilnehmen oder Arbeit aufnehmen – was klein wirkt, verändert Leben spürbar.

Zentrum der Unterstützung ist die „Casa Base“, ein Schutz- und Versorgungsort direkt am Flüchtlingscamp. Hier wird medizinische Hilfe organisiert, koordiniert und zugänglich gemacht. Jeden Monat profitieren rund 300 Menschen direkt von dieser Unterstützung, jährlich erreichen wir gemeinsam mehrere tausend Geflüchtete.

Im Camp und in dessen Umfeld treten vor allem Infektionen durch beengte Unterkünfte und mangelnde Hygiene auf, etwa Atemwegs- oder Hauterkrankungen. Viele Menschen leiden zudem an chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Herzproblemen, die ohne Behandlung schnell gefährlich werden. Auch psychische Belastungen durch Flucht, die unsicheren Lebensumstände und Perspektivlosigkeit sind weit verbreitet.

Zentral für den Erfolg der Casa Base ist Koordinatorin Maria. Sie betreut die Freiwilligen, organisiert Abläufe und koordiniert die Zusammenarbeit mit Ärztinnen, Ärzten und örtlichen Apotheken. Maria hält buchstäblich alle Fäden zusammen und sorgt dafür, dass die Casa Base zuverlässig funktioniert. Ohne ihre Rolle wäre die kontinuierliche Versorgung der Geflüchteten ernsthaft gefährdet

Die medizinische Versorgung für Geflüchtete in Griechenland ist in vielen Fällen faktisch nicht vorhanden. Ohne Projekte wie dieses bleiben Menschen sich selbst überlassen.

Zum Weltgesundheitstag wird einmal mehr klar: Gesundheit ist ein Menschenrecht, aber für viele noch immer unerreichbar.

Unsere Arbeit sorgt dafür, dass sich das ändert.

Unsere Förderungen laufen jedoch aus. Wenn Sie mit einem kleinen Beitrag ein Leben verändern möchten, unterstützen Sie uns dabei, dass wir dieses wichtige Projekt gemeinsam mit dem großartigen NAOMI-Team weiterführen können. Vielen Dank!

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Ihre Spende kommt an

Unser Ausgaben und Einnahmen werden regelmäßig vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) überprüft. Es bescheinigt uns seit 2009 regelmäßig eine ordnungsgemäße Verwendung der Spendengelder, weshalb wir zum Tragen des entsprechenden Siegels berechtigt sind.

Eine Brille kann ein Leben verändern. Ein Medikament kann Leben retten.

Unterstützen Sie uns dabei, genau das möglich zu machen – für Menschen, die sonst keine Hilfe haben. Jede Spende schenkt Gesundheit, Würde und neue Hoffnung.

Griechenland ist für viele Geflüchtete das Eintrittstor in die EU, vor allem über die Ägäis-Inseln (z. B. Lesbos, Chios, Samos, Kos, Kreta) und über die Landesgrenze zur Türkei. Doch diese Lager sind chronisch überfüllt.Um die Zustände auf den Inseln zu entlasten und Platz für neue Ankommende zu schaffen, hat die griechische Regierung viele Menschen aufs Festland verlegt, wie z. B. in das Regieristrierungscamp für Nordgriechenland in Diavata. Viele Menschen kommen aus Kriegs- und Krisengebieten wie Afghanistan, Irak, Syrien oder afrikanischen Ländern.

Viele Asylbewerberinnen und Asylbewerber auf dem Festland verbringen ihre Wartezeit in isolierten und stark kontrollierten Camps fern urbaner Zentren und deren Hilfsangebote. Monatelang warten sie auf einen Asylbescheid.  Sie haben so gut wie keinen ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung, Integrationsprogrammen oder Arbeit – selbst Familien mit Kindern, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen bleiben häufig sich selbst überlassen. Hilfsorganisationen wie NAOMI oder LandsAid versuchen, die dringendsten Lücken zu schließen und zumindest die Grundversorgung zu verbessern.

Doch auch nach der Anerkennung ihres Asylantrags verbessert sich die Lage der Geflüchteten nicht. Wer den offiziellen Flüchtlings-Status erhält, muss das Camp verlassen und verliert damit seine Unterkunft und jede Förderung. Viele hatten nicht die Chance während des Verfahrens Griechisch zu lernen oder an Integrationsprogrammen teilzunehmen. So können sie nur mit Hilfe Dritter eine Arbeit finden, mit der sie ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie bestreiten können.

Kranke und vulnerable Menschen wie alleinerziehende Mütter und Väter mit kleinen Kindern, die keine Arbeit aufnehmen können, bleiben unversorgt. Nur wer arbeitet in Griechenland, kann sich integrieren. Auch NAOMI und andere Hilfsorganisationen können diese Lücken im Programm der Regierung nicht gänzlich füllen.

Da Griechenland für viele das erste EU-Land ist, das sie betreten, ist es laut Dublin-Abkommen für ihre Asylverfahren zuständig. Wer später in ein anderes EU-Land weiterreist, kann jedoch dorthin wieder abgeschoben und zurückgeschickt werden – der Asylbescheid muss dann in Griechenland auf bürokratischen Wegen wieder erneuert werden

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2026-04-07T10:23:18+00:00
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