LandsAid schult lokalen Partner in Mosambik

Mitarbeitende der Partnerorganisation GMPIS in Monitoring, Finanzmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Projektumsetzung gestärkt

Kompetenzen ausbauen

Juni 2026 – Nach ihrer Rückkehr aus Mosambik zieht Projektmanagerin Stefani Rackes da Silva eine positive Bilanz ihrer Reise für LandsAid. In Beira an der Ostküste des Landes führte sie eine mehrtägige Schulung für Mitarbeitende der lokalen Partnerorganisation GMPIS durch. Ziel war es, die Kompetenzen des feministischen Basisnetzwerks weiter auszubauen und die erfolgreiche Umsetzung eines langfristigen, vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Projekts weiter zu stärken.

GMPIS arbeitet solidarisch, transparent und auf freiwilliger Basis. Das Netzwerk wird von Frauen vor Ort getragen, die ihre Gemeinschaften und deren Herausforderungen genau kennen. Dadurch können sie gezielt auf lokale Bedürfnisse reagieren und nachhaltige Veränderungen anstoßen.

An der Schulung nahmen 18 Mitarbeitende und Aktivistinnen teil – darunter Fachkräfte aus den Bereichen Finanzen, Monitoring und Evaluierung sowie die Provinzkoordinatorinnen des Projekts. Die viertägige Veranstaltung fand vom 1. bis 4. Juni 2026 in den Räumen der ACP, Associação Comercial da Beira, statt und umfasste insgesamt 30 Unterrichtsstunden. Finanziert wurde die Maßnahme durch Mittel von Aktion Deutschland Hilft.

Im Mittelpunkt der Schulung standen praxisnahe Inhalte rund um Projektmonitoring, Finanzmanagement, Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit. Die Teilnehmenden lernten unter anderem, wie Projektdaten systematisch erhoben und ausgewertet, wie geeignete Fragebögen entwickelt werden und mit welchen Methoden die Wirkung von Entwicklungsprojekten sichtbar gemacht werden kann.

Um die Arbeit vor Ort zusätzlich zu unterstützen, stellte LandsAid der Partnerorganisation zwei iPads zur Verfügung. Sie werden künftig für das Monitoring der Projektindikatoren eingesetzt und ermöglichen es dem Team von GMPIS, Befragungen direkt bei den Projektteilnehmenden durchzuführen und Entwicklungen besser zu erfassen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Anforderungen international geförderter Projekte. Stefani vermittelte Grundlagen zu BMZ-Richtlinien, Finanzberichten, Cashbooks sowie zu Transparenz- und Dokumentationspflichten.

„Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit bedeutet auch, lokale Organisationen langfristig zu stärken und Wissen weiterzugeben“, erklärt Stefani. „Unser Ziel ist, dass unsere Partner Projekte eigenständig, professionell und wirkungsvoll umsetzen können.“

Auch Öffentlichkeitsarbeit spielte eine wichtige Rolle. Die Teilnehmenden erhielten eine Einführung in Fotografie und Social Media, um künftig selbstständig hochwertige Inhalte über ihre Arbeit erstellen und die Wirkung ihrer Projekte besser sichtbar machen zu können.

Für die praktischen Übungen brachte Stefani eine professionelle Lumix-Kamera von LandsAid mit. Zusätzlich spendete sie eine private Canon-Kamera, die künftig ebenfalls für die Projektarbeit genutzt wird. Zwei weitere Kameras standen bereits aus früheren Projektmitteln zur Verfügung.

Während der Schulungswoche setzten die Teilnehmenden das Gelernte direkt um: Sie fotografierten Alltagssituationen und Projektaktivitäten, entwickelten eigene Bildideen und präsentierten ihre Ergebnisse anschließend gemeinsam.

„Die praktischen Übungen haben den Teilnehmerinnen besonders viel Freude gemacht“, berichtet Stefani. „Sie waren sehr engagiert und haben wirklich tolle Fotos und Videos erstellt.“

Langfristig soll GMPIS dadurch noch besser in der Lage sein, die eigene Arbeit zu dokumentieren, Erfolge sichtbar zu machen und Fördermittelgeber transparent über Projektfortschritte zu informieren.

Das zugrunde liegende Projekt richtet sich insbesondere an Frauen und Mädchen in den Projektregionen. Geplant sind unter anderem Gemeinschaftstherapien, Alphabetisierungsangebote, berufliche Qualifizierungen sowie Workshops zu Unternehmertum, Menschenrechten und finanzieller Selbstständigkeit.

Darüber hinaus unterstützt das Projekt lokale Netzwerke und Menschenrechtsbewegungen und trägt zur Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ bei. Ziel ist es, gesellschaftliche Teilhabe, wirtschaftliche Perspektiven und Stabilität langfristig zu fördern.

Neben der Schulung überprüfte Stefani gemeinsam mit GMPIS den aktuellen Stand des BMZ-Projekts. Dabei wurde analysiert, ob die geplanten Aktivitäten umgesetzt werden konnten und ob Anpassungen notwendig sind.

„Der Zeitplan wurde insgesamt eingehalten“, berichtet Stefani. „In einigen Distrikten gab es aufgrund der Sicherheitslage Herausforderungen. Deshalb musste unser Partner einzelne Schulungen zeitlich und organisatorisch anpassen. Trotzdem konnte GMPIS die geplanten Aktivitäten weiterführen.“

Auch die Schulung selbst wurde umfassend ausgewertet. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr positiv: Auf einer Skala von 0 bis 5 erhielt die Schulung eine durchschnittliche Bewertung von 4,89 Punkten. Besonders gut bewertet wurden die Module zu Fotografie und Videobearbeitung sowie die praktischen Übungen.

Die Teilnehmenden wünschten sich vor allem mehr Zeit für die Finanzmodule sowie zusätzliche vertiefende Schulungen zu Social Media, Monitoring und Projektanträgen.

Auch Stefani nimmt wichtige Erkenntnisse aus der Reise mit: „Ich möchte künftig noch stärker darauf achten, dass alle Teilnehmenden – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – optimal an den Übungen teilnehmen können. Die Schulung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, unterschiedliche Bedürfnisse frühzeitig mitzudenken.“

Gemeinsam mit GMPIS bereitete Stefani außerdem die nächste Monitoringreise vor, die voraussichtlich Anfang September stattfinden wird. Dabei möchte sie beide Projektprovinzen besuchen – Sofala und Cabo Delgado – und insgesamt sechs der 13 Projektdistrikte bereisen.

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Im Jahr 2017 begann in verschiedenen Distrikten in der Provinz Cabo Delgado in Mosambik ein Aufstand von gewalttätigem Extremismus und Terrorismus, der zu Angriffen auf die lokale Bevölkerung führte. Derzeit sind mehr als 800.000 Menschen auf der Flucht, was etwa 35 Prozent der Bevölkerung der Provinz entspricht. Tragischerweise haben mehr als 4.000 Menschen ihr Leben verloren. Viele junge Frauen und Mädchen wurden von den Aufständischen entführt und verschleppt. Diejenigen, die fliehen konnten, berichten von Massenvergewaltigungen und anderen Missbräuchen und sind schwer traumatisiert.

Die Vertriebenen sind über das ganze Land verstreut, wobei die Stadt Pemba und die benachbarten Provinzen Nampula, Niassa, sowie Zambesia besonders betroffen sind.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen in Mosambik leiden die meisten Vertriebenen unter einem gravierenden Mangel an Nahrungs- und Subsistenzmitteln. Die überwiegende Mehrheit der Vertriebenen sind Frauen und Kinder, darunter schwangere und stillende Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Ihr Leben, ihre Würde und ihre Sicherheit sind stark beeinträchtigt.

Viele dieser Frauen und Mädchen haben miterlebt, wie ihre Häuser zerstört oder geliebte Menschen getötet wurden. Sie selbst sind oftmals von Kämpfern, aber auch von Soldaten, sexuell missbraucht wurden. Dies hat sie gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, in der sie früher Lebensmittel für ihre Familien produzierten. Sie leben nun zum größten Teil in überfüllten Unterkünften oder notdürftig bei Familien, die oft eine große Anzahl von Personen (oft mehr als 30) beherbergen.

Die geflüchteten Frauen sind bei ihrer Ankunft in den Aufnahmezentren oft traumatisiert, durch Hunger geschwächt und ohne jegliche medizinische Versorgung. Sexuelle Übergriffe und Gewalt, die sie auf der Flucht und sogar in den Aufnahmezentren erfahren haben, sowie die schlechte Gesundheitsversorgung in den Zentren machen sie noch verwundbarer.

Einige vertriebene Frauen sehen keinen anderen Ausweg, als der Prostitution nachzugehen, um die extreme Armut zu überleben. Zum Teil sind es Mädchen im Alter von zwölf bis 18 Jahren, die das berichten.

Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind nochmals extremer von Gewalt und Diskriminierung betroffen und werden bei Lebensmittel- oder Bedarfsgüterverteilungen oft nicht berücksichtigt – einfach, weil sie nicht genug Kraft haben, sich im Überlebenskampf durchzusetzen.

Die allermeisten Frauen und Mädchen erhalten bisher keine Art von psychosozialer Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten.

GMPIS

Die 2014 gegründete feministische Plattform GMPIS zielt darauf ab, die Debatte und den Erfahrungsaustausch zwischen Frauen zu fördern und Menschenrechte sowie Frauenautonomie im Land zu stärken. Derzeit sind rund 30 Gruppen, Verbände und NGOs in verschiedenen Regionen Mosambiks beteiligt. Seit 2021 hat sich GMPIS als landesweiter Verband etabliert, mit der Möglichkeit, Vertretungen in jedem Teil des Landes oder im Ausland zu gründen. Zu seinen Zielen gehören die Schaffung eines Raums für den feministischen Dialog und das Eintreten für Frauenrechte, die Verteidigung der Einbeziehung von Frauen beim Zugang zu Justiz und Land, die Förderung der Einbeziehung von Frauen mit Behinderungen, die Stärkung der Teilhabe von Frauen an der der politischen Entscheidungsfindung, die wirtschaftliche Stärkung und die Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit .

Darüber hinaus möchte die Gruppe die feministische Vision der Körperautonomie und der sexuellen und reproduktiven Gesundheit von Frauen erweitern und im Rahmen der Agenda 1325 Frauen, Frieden und Sicherheit u.a. lokale Friedens- und Sicherheitskomitees gründen bzw. neu beleben. Unser lokaler Partner hat mehrere Projekte im Bereich Menschen/Frauenrechte umgesetzt. Gleichzeitig hatte er auch ein Augenmerk auch auf die Einführung von Resilienzstrategien gegenüber dem Klimawandel. Dies ist insbesondere in Mosambik, das als Land mit hoher Anfälligkeit für Naturkatastrophen gilt, wichtig.

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2026-06-11T18:08:28+00:00
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