Eine Mahlzeit und ein Moment der  Hoffnung

Die Geschichte von Ali und seiner Familie zeigt, wie lebenswichtig humanitäre Hilfe im Jemen ist

Hilfe für Familien bleibt lebenswichtig

Juli 2026 – Nach mehr als elf Jahren Konflikt droht sich die Lage im Jemen erneut deutlich zuzuspitzen. Die Huthi-Miliz, die den Norden des Landes kontrolliert und vom Iran unterstützt wird, hat saudische Öltanker im Roten Meer angegriffen und weitere Angriffe angekündigt. Eine militärische Reaktion Saudi-Arabiens oder seiner Verbündeten könnte den seit Jahren weitgehend eingefrorenen Konflikt erneut aufflammen lassen.

Für die Bevölkerung würde dies eine ohnehin schwere humanitäre Krise weiter verschärfen. Vertreibung, wirtschaftlicher Zusammenbruch und eine unzureichend finanzierte humanitäre Hilfe führen dazu, dass der Hunger wieder ein gefährliches Ausmaß erreicht. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an sauberem Wasser und medizinischer Versorgung. Auch die Arbeit von Hilfsorganisationen wird zunehmend erschwert: Die Huthi-Behörden haben zahlreiche Mitarbeitende humanitärer Organisationen festgenommen.

Schon vor den aktuellen Entwicklungen waren viele Familien im Jemen von Hunger und existenzieller Not betroffen. Die Geschichte von Ali und seiner Familie zeigt, wie wenig Spielraum ihnen bleibt und wie schwer eine weitere Verschärfung der Lage sie treffen würde.

In einem Flüchtlingslager in Taiz lebt Ali mit seiner Frau und den sechs Kindern. Ihr Zuhause ist eine einfache Hütte, die Ali aus alten Ziegeln und zusammengesammelten Holzresten selbst errichtet hat. Türen oder Fenster gibt es nicht. Das Dach schützt kaum vor der sengenden Sonne und wird bei Regen undicht. Dennoch ist es der einzige Ort, den die Familie ihr Zuhause nennen kann.

Früher verdiente Ali den Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten. Doch der anhaltende Konflikt und die schwierige wirtschaftliche Lage im Jemen haben diese Möglichkeiten fast vollständig verschwinden lassen.

Heute kümmert er sich um seine schwer erkrankte Frau und die Kinder. Seine Frau leidet seit Jahren an Osteoporose und ist in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Medikamente kann sich die Familie nicht leisten. Wie viele andere Familien im Lager teilt sie sich eine einfache Sanitäranlage mit mehreren Nachbarhaushalten.

Vor allem aber bestimmt der Hunger den Alltag der Familie. Jeden Tag kreisen ihre Gedanken um dieselbe Frage: Wie kommen sie an genügend Lebensmittel, um die Familie versorgen zu können? Die Familie ist regelmäßig auf humanitäre Hilfe angewiesen.

„Manchmal gehen meine Kinder hungrig schlafen“, sagt Ali.

Einen Tag vor einer Hilfsgüterverteilung erhält Ali einen Anruf unseres lokalen Partnerteams. Seine Familie soll ein Lebensmittelpaket erhalten – mit 50 Kilogramm Mehl, Zucker, Hülsenfrüchten und Speiseöl.

„Diese Hilfe kommt genau zum richtigen Zeitpunkt“, freut sich Ali, als er die Nachricht hört.

Für die Familie bedeutet das Paket weit mehr als eine Lieferung von Lebensmitteln. Es sichert ihre Versorgung für mehrere Wochen und nimmt ihnen für eine Zeit die größte Sorge des Alltags: genug zu essen zu haben.

Als die Lebensmittel eintreffen, versammeln sich die Kinder darum und betrachten die einzelnen Produkte. Für die Familie ist die Lieferung ein Zeichen dafür, dass sie in ihrer schwierigen Situation nicht vergessen wird.

Gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation Human Needs Development (HND)  haben wir ein Projekt zur Verbesserung der Ernährungssituation besonders bedürftiger Familien im Jemen umgesetzt. Mit Unterstützung von Aktion Deutschland Hilft konnten zwischen Mitte August 2025 und Ende Februar 2026 insgesamt 1.025 Haushalte mit Lebensmittelpaketen versorgt werden.

Mehr als 7.300 Menschen in den Gouvernements Hodeidah, Sanaa und Taiz erhielten so dringend benötigte Unterstützung.

Ermöglicht wurde das Projekt durch Mittel aus der Aktion „WDR 2 Weihnachtswunder 2024“ zugunsten der Bündnisorganisationen von Aktion Deutschland Hilft. Dank dieser Förderung konnten Familien wie die von Ali in einer besonders schwierigen Lebenssituation unterstützt und ihre Grundversorgung für mehrere Wochen gesichert werden.

Die aktuelle Entwicklung zeigt zugleich, wie fragil die Lage im Jemen bleibt. Eine erneute Eskalation würde den Bedarf an Lebensmitteln, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung weiter erhöhen – in einem Land, in dem viele Familien bereits heute nicht wissen, wie sie ihre nächste Mahlzeit sichern sollen.

Zugehörige Beiträge

Ihre Spende kommt an

Unser Ausgaben und Einnahmen werden regelmäßig vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) überprüft. Es bescheinigt uns seit 2009 regelmäßig eine ordnungsgemäße Verwendung der Spendengelder, weshalb wir zum Tragen des entsprechenden Siegels berechtigt sind.

Die Lage im Jemen droht sich erneut zuzuspitzen. Für Familien wie die von Ali bedeutet das noch mehr Unsicherheit in einem Alltag, der bereits von Hunger, Armut und fehlender medizinischer Versorgung geprägt ist.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie Lebensmittelhilfe für besonders gefährdete Familien. Ein Lebensmittelpaket kann ihre Versorgung für mehrere Wochen sichern und verhindern, dass Kinder hungrig schlafen müssen.

Mit rund 50 Euro können Sie ein nahrhaftes Lebensmittelpaket finanzieren, das eine ganze Familie einen Monat lang versorgt.

Der Jemen erlebt seit Jahren eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. Der seit elf Jahren anhaltende Konflikt hat Infrastruktur zerstört, die Wirtschaft lahmgelegt und Millionen Menschen in Not gebracht. Mehr als drei Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht und leben oft unter extrem schwierigen Bedingungen in Lagern oder informellen Siedlungen.

Inflation und unterbrochene Lieferketten haben die Preise für Grundnahrungsmittel mehr als verdoppelt. Viele Familien können kaum noch ausreichend essen. Binnenvertriebene und Aufnahmegemeinden sind besonders betroffen und oft vollständig auf Hilfe angewiesen.

Die Menschen müssen drastische Maßnahmen ergreifen, um zu überleben: Mahlzeiten werden reduziert, wichtige Besitztümer verkauft oder Lebensmittel in Mülltonnen gesucht. Gleichzeitig erschweren mangelnder Zugang zu sauberem Wasser, steigende Treibstoffpreise und wiederkehrende Krankheitsausbrüche wie Cholera oder Malaria den Alltag. Das weitgehend zusammengebrochene Gesundheitssystem verschärft die Risiken, insbesondere für Kinder und andere besonders gefährdete Gruppen.

Seit 2017, zwei Jahre nach Beginn des Bürgerkrieges, arbeiten wir mit Human Needs Development im Jemen. Unser Schwerpunkt liegt auf humanitärer Hilfe im Bereich Verbesserung der Ernährungssicherheit. Wir setzen jedoch auch langfristige, nachhaltige Projekte um, etwa im Bereich der Bildung oder der Existenzsicherung.

 

Schön, dass Sie helfen wollen!

Spenden Sie jetzt

Kontobezeichnung:
LandsAid e. V.

Bank
IBAN
BIC

Sparkasse Landsberg-Dießen
DE66700520600000014001
BYLADEM1LLD

Mit einer Fördermitgliedschaft unterstützen Sie uns nachhaltig und ermöglichen uns eine längerfristige und vernünftige Projektplanung.

Aus Kostengründen versenden wir Zuwendungsbestätigungen für Beträge über € 300,– automatisch am Anfang des Folgejahres (bitte geben Sie dafür unbedingt eine vollständige Adresse im Verwendungszweck an). Für Beträge unter € 300,– genügt beim Finanzamt die Vorlage des Kontoauszuges.

Falls Sie dennoch sofort eine Zuwendungsbestätigung wünschen, geben Sie uns bitte Bescheid, damit wir diese zuschicken können.

Ihre Spende wird für das ausgewählte Hilfsprojekt eingesetzt. Sollten dort mehr Mittel eingehen als benötigt oder sich der Bedarf vor Ort verändern, verwenden wir Ihre Spende für vergleichbare humanitäre Hilfsmaßnahmen. So stellen wir sicher, dass Ihre Unterstützung dort ankommt, wo sie im Rahmen unseres Satzungszwecks am dringendsten benötigt wird.

Unsere Partner und Förderer

2026-07-28T13:02:06+00:00
Nach oben