Flüchtlinge in der Türkei 1

Flüchtlinge in der Türkei

Hilfe für Flüchtlinge in der Türkei

Ernährungssicherheit und langfristige Perspektiven

Nachdem Projektleiterin Carola Gerhardinger Ende Januar 2021 mit unserem Geschäftsführer Sven Weber Flüchtlinge in Izmir (Türkei) besuchte, um Lebensmittelmittelpakete in den Lagern rund um die Millionenstadt an fast 10.000 Menschen zu verteilen, waren Sven Weber und Seenotretter Claus-Peter Reisch nun im März wieder vor Ort. Diesmal sollte die Hilfe nicht nur über einen längeren Zeitraum erfolgen, sondern auch noch um Hygiene- und Babyartikel erweitert werden. Über 200.000 Menschen leben in der Region um Izmir – die Hälfte davon in inoffiziellen Camps. Überwiegend sind es syrische Flüchtlinge, zu 80 Prozent Frauen und Kinder, die sich in selbsterrichteten Lagern niedergelassen haben. Sie sind zwar geduldet, erhalten jedoch keinerlei staatliche Hilfen, haben weder Arbeit noch Geld.

Die Hilfe von LandsAid basiert auf verschiedenen Säulen, die alle den gleichen Tenor haben: die Weiterflucht verhindern. Die große Mehrheit der Menschen in den Camps ist auf der Durchreise. Die Geflüchteten wurden von Schleppern nach Izmir gebracht, um von den Stränden um Cesme herum auf einem Schlauchboot nach Europa, ins griechische Chios oder Lesbos, überzusetzen. Es erwartet sie jedoch der Tod auf See, ein Flüchtlingslager in Moria oder die erneute Abschiebung. Das sind keine Perspektiven.

Um die Menschen mit Nahrung zu versorgen, verteilten Weber und Reisch, gemeinsam mit Mitarbeitern der Partnerorganisation Drei Musketiere, Lebensmittelmittelpakete – bestehend etwa aus Öl, Mehl, Reis, Linsen und Zucker – in den Camps. Auch Hygienepakete mit Seife, Spülmittel, Shampoo sowie Waschpulver werden den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Ein solches Paket versorgt eine sechs-köpfige Familie für etwa zwei Wochen. Ebenso in der Verteilung: Babypflegepakete, spezielle Hygieneartikel für Frauen und Mädchen sowie Masken und Handdesinfektionsmittel.

Geplant ist eine regelmäßige Versorgung von 700 Familien über das Jahr sicherzustellen. Dafür suchen wir dringend Familien-Paten. Mit 30 Euro im Monat können wir eine Familie vollständig versorgen. Da es viele kleinere Camps sind, in denen wir arbeiten, reichen meist schon 20 – 50 Paten, um das Essen für ein ganzes Camp sicherzustellen. Wir können also sehr effektiv und direkt helfen. Für uns ist es ein Restaurantbesuch weniger im Monat, aber für eine sechsköpfige Familie ist es ein ganzer Monat zu Essen.


Werden Sie Pate!

Sichern Sie mit 30 Euro im Monat einer Familie die Nahrungsgrundlage. Unsere Familien sind zu 80 % Frauen und vor allem Kinder. Die Ehemänner, Brüder und Söhne sind entweder im Krieg gefallen, gefangen genommen worden, auf See ertrunken oder haben die Überfahrt auf eine der griechischen Inseln geschafft. Die Frauen und Kinder sind daher fast ohne Versorgung und sehen nur in der Flucht über das Meer eine Chance. Hier können wir mit einer dauerhaften Lebensmittelspende schlimmeres Leid verhindern! Unterstützen Sie uns dabei...

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Hintergrund

Derzeit leben laut UNO-Bericht mehr als vier Millionen Geflüchtete in der Türkei. Allein 3,6 Millionen sind syrischer Herkunft. Die übrigen sind Flüchtlinge und Asylsuchende anderer Nationalitäten, hauptsächlich aus Afghanistan, dem Irak und dem Iran. Die hohe Anzahl der Geflüchteten bedeutet zunehmend eine Belastung der Ressourcen und der Infrastruktur in der Türkei. Nur knapp zwei Prozent der Flüchtlinge leben in organisierten Lagern. Die größte Herausforderung bleibt die Verfügbarkeit von Ressourcen und Dienstleistungen, sowohl für die Geflüchteten als auch für die Aufnahmegemeinschaften. Flüchtlinge sehen sich mit hohen Mieten und einem begrenzten Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitseinrichtungen konfrontiert. Gleichzeitig nehmen die Spannungen zwischen ihnen und der einheimischen Bevölkerung zu.