Venezuela: Hilfe für die Helfenden

Gemeinsam mit LasComaesAndantes unterstützen wir 38 Mitarbeitende eines Pflegeheims mit Lebensmitteln

Wenn Zusammenhalt besonders zählt

Oktober 2026 – Manchmal zeigt sich Menschlichkeit gerade dann, wenn die eigenen Kräfte längst auf die Probe gestellt werden. Nach den schweren Erdbeben in Venezuela vor mehr als vier Monaten waren die Folgen für viele Menschen dramatisch: Wasser und Strom fehlten, Kommunikationsverbindungen brachen zusammen und Straßen waren blockiert. In Orten wie Caribe, Tanaguarenas und Catia La Mar verloren Menschen ihr Zuhause oder geliebte Angehörige.

Auch die Mitarbeitenden des Hogar Clínica Madre Teresa in Las Salinas im Bundesstaat La Guaira waren von den schwierigen Bedingungen betroffen. Dennoch blieben sie an der Seite der Menschen, die auf ihre Pflege angewiesen sind.

Im Pflegeheim leben ältere Menschen, die aufgrund psychischer Erkrankungen, geistiger Beeinträchtigungen oder fehlender familiärer Unterstützung besonders schutzbedürftig sind. Sie benötigen verlässliche Betreuung und Menschen, die ihnen Sicherheit und Zuwendung geben.

Dass die Mitarbeitenden ihre Arbeit trotz der schwierigen Bedingungen fortsetzten, verdient Anerkennung und konkrete Unterstützung.

„Uns ist es wichtig, auch diejenigen zu unterstützen, die sich tagtäglich um andere kümmern“, sagt Ketsy, Leiterin unserer Partnerorganisation LasComaesAndantes. Gemeinsam haben wir deshalb eine zweite Hilfsaktion für das Pflegeheim umgesetzt. Unser Partner-Team organisiert die Maßnahmen direkt vor Ort und kennt die Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaften.

Im Rahmen der zweiten Aktion wurden knapp 588 Kilogramm haltbare und verarbeitete Lebensmittel bereitgestellt. Die Lieferung umfasst unter anderem Reis, Mehl, Zucker, Nudeln, Bohnen, Haferflocken und Kondensmilch. Ergänzt wurde sie durch 48 Liter Öl und vier Kisten Eier.

Die Lebensmittel sind für die 38 Mitarbeitenden des Pflegeheims bestimmt. Sie sollen deren Versorgung verbessern und in einer weiterhin belastenden Situation für konkrete Entlastung sorgen.

 

Mit der Unterstützung möchten wir zugleich den Einsatz der Mitarbeitenden würdigen. Denn wer sich trotz eigener Sorgen und schwieriger Lebensumstände um besonders verletzliche Menschen kümmert, darf selbst nicht aus dem Blick geraten.

Wir setzen auf direkte Unterstützung vor Ort. Das Team unseres Partners LasComaesAndantes erfasst die Bedürfnisse der Menschen und gemeinsam richten wir unsere Hilfsmaßnahmen gezielt danach aus.

Eigene Erhebungen und die systematische Erfassung der lokalen Bedarfe helfen dabei, die Verteilung nachvollziehbar zu gestalten und das Risiko zu verringern, dass Hilfsgüter fehlgeleitet werden. Die direkte Übergabe ermöglicht persönliche Begegnungen, stärkt das Vertrauen und macht deutlich, für wen die Hilfe bestimmt ist.

Deshalb dürfen wir die Betroffenen nicht vergessen. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation LasComaesAndantes und mit Unterstützung durch Aktion Deutschland Hilft sowie unserer Spenderinnen und Spender bleiben wir an der Seite der Menschen in Venezuela und setzen uns dafür ein, dass dringend benötigte Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Denn Solidarität bedeutet, füreinander einzustehen – auch dann, wenn die öffentliche Aufmerksamkeit nachlässt und die Herausforderungen vor Ort weiterbestehen.

Zugehörige Beiträge

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Humanitäre Hilfe ist nur möglich, wenn Menschen füreinander einstehen. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Arbeit von LandsAid und helfen uns, gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen Menschen in Krisen gezielt und direkt vor Ort zu unterstützen.

Ob Lebensmittel, dringend benötigte Hilfsgüter oder weitere konkrete Hilfsmaßnahmen: Ihre Unterstützung trägt dazu bei, Menschen in schwierigen Situationen beizustehen und ihnen neue Hoffnung zu geben.

 

Venezuela befindet sich seit Jahren in einer anhaltenden humanitären und sozioökonomischen Krise. Trotz einzelner wirtschaftlicher Stabilisierungstendenzen bleibt die Versorgungslage für große Teile der Bevölkerung angespannt. Nach Einschätzungen internationaler Organisationen ist die Armut weiterhin weit verbreitet, während der Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Strom, sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung vielerorts eingeschränkt und ungleich verteilt ist.

Besonders stark betroffen ist das öffentliche Gesundheitssystem. Es steht seit Langem unter erheblichem Druck – unter anderem durch Engpässe bei medizinischem Material, den Abzug von Fachpersonal sowie eine unzureichende Infrastruktur. Die Versorgung mit Medikamenten und medizinischen Gütern ist nicht zuverlässig gewährleistet, gleichzeitig stellen hohe Kosten für viele Menschen eine zusätzliche Hürde beim Zugang zu medizinischer Behandlung dar.

In der Praxis führt diese strukturelle Unterversorgung dazu, dass medizinische Leistungen häufig nur eingeschränkt verfügbar sind und Familien in vielen Fällen selbst dafür sorgen müssen, notwendige Medikamente oder Materialien zu beschaffen. Präventive Versorgung und die Behandlung chronischer Erkrankungen sind nur begrenzt möglich.

Die schweren Erdbeben der vergangenen Tage haben diese ohnehin fragile Situation drastisch verschärft. Kliniken sind durch die hohe Zahl an Verletzten zusätzlich überlastet, während gleichzeitig Infrastruktur beschädigt wurde und Versorgungswege eingeschränkt sind. Was zuvor bereits ein strukturelles Problem war, entwickelt sich damit in den betroffenen Regionen zu einer akuten Versorgungskrise.

Wir reagieren darauf mit gezielter Unterstützung für Krankenhäuser, um die medizinische Versorgung der Verletzten kurzfristig zu stabilisieren und die größten Lücken in der Versorgung zu schließen.

LasComaesAndantes

LasComaesAndantes ist ein feministisches Community-Kollektiv aus Caracas, das in benachteiligten Stadtteilen arbeitet. Die Gruppe engagiert sich insbesondere in der sozialen Basisarbeit, in Bildungs- und Präventionsangeboten sowie in der Stärkung lokaler Gemeinschaftsstrukturen. Mit ihrem niedrigschwelligen, stark community-orientierten Ansatz verfügt das Kollektiv über gute Zugänge zu besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen in den betroffenen Vierteln.

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2026-10-30T10:31:07+00:00
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