Liberia: Gemeinsam gegen Ebola

LIBERIA: GEMEINSAM GEGEN EBOLA

GUT EIN JAHR NACH DEM AUSBRUCH DER EBOLA-EPIDEMIE BEGANN DER ZWEITE TEIL DER HILFE – DER WIEDERAUFBAU

Im Februar 2015, ein Jahr nach den ersten Ebola Fällen in Westafrika, hat “Aktion Deutschland hilft” ein groß angelegtes Hilfsprojekt gestartet. Unter dem Namen “Joint Ebola Project” vereinigten sich neun deutsche Hilfsorganisationen, darunter auch LandsAid. Das Ziel war es, einen erneuten Ausbruch der Epidemie zu verhindern, die Folgen der Krankheit zu bekämpfen und einen zügigen Wiederaufbau zu ermöglichen.

Insgesamt wurden über 28.000 Menschen infiziert, 11.000 Menschen starben an der Fiebererkrankung. Liberia war das letzte Land, dass als “frei von Ebola” deklariert wurde, gerade deswegen benötigte die Bevölkerung viel Unterstützung.

Die ländlichen Regionen wurden hierbei besonders in den Fokus genommen. Dort waren die Auswirkungen des zusammengebrochenen Gesundheitssystems am deutlichsten zu spüren und die Unterstützung im Wiederaufbau am nötigsten. Viele Menschen hatten durch Zwangsevakuierungen oder Schutzmaßnahmen Hab und Gut verloren. Viele Ernten waren ausgefallen, weil die Bauern ihre Felder zurück lassen mussten. Das Vertrauen in das staatliche Gesundheitssystem war oft geschwächt.

Die umgesetzten Projekte umfassten Informationskampagnen, Schulungen von Ärzten und Pflegepersonal und das Verteilen von Hilfsgütern. Auch die psychosoziale Betreuung und der Aufbau von Hygienestationen war Teil der Arbeit in Liberia.

 
 

Mit Informationen gegen Misstrauen und neue Ansteckungen

Groß angelegte Informationskampagnen gehörten zu den wichtigsten Aufgaben der Helfer vor Ort. Damit sollte der Bevölkerung das Misstrauen vor den Gesundheitszentren genommen und über die Krankheit informiert werden. Die Einbindung von Überlebenden der Krankheit hatte den Effekt, dass die Vorurteile gegenüber der Betroffenen abgebaut wurden.

Mit Informationen über Ebola, den Symptomen und den Handlungsmöglichkeiten, wurde einem erneuten Ausbruch entgegengewirkt. Mit relativ einfachen Maßnahmen kann das Risiko einer Ansteckung deutlich verringert werden. Leider erschwerten oft religiöse Bräuche oder Traditionen die Aufklärung. Ein Beispiel hierfür ist die unmittelbare Beerdigung von Verstorbenen – ohne vorherige Waschung. Das widerspricht der Tradition, war jedoch nötig.

Auch die Schulung von Ärzten und Pflegern war eine wichtige Bestandteil der Arbeit. Durch die vermehrten Erkrankungen des Gesundheitspersonals, waren viele Fachkräfte ausgefallen oder haben den Dienst verweigert. Deswegen musste Personal ausgebildet werden, um die freien Stellen zu besetzen.

Gesundheitszentren, Schüler und die lokale Bevölkerung

Die Materielle Ausstattung der Gesundheitszentren ist enorm wichtig, um die erneute Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Ohne Atemmasken und Schutzkleidung werden die Behandlungszentren zu Infektionsherden. Deswegen hat das Aktionsbündnis großen Wert auf die Ausstattung der Zentren mit dem nötigen Material gelegt. Darüber hinaus wurden an stark besuchten Plätzen Desinfektionsstationen eingerichtet und stetig befüllt. So konnten an Orten mit hohen Infektionsraten die Gefahr einer Ansteckung vermindert werden.

Desweiteren sollten die Schüler beim Wiedereinstieg in die – nach Monaten – wieder geöffneten Schulen unterstützt werden. Dazu wurden Rucksäcke mit Schulmaterialien an die Kinder und Jugendlichen verteilt. Gleichseitig wurden Sie über Hygienemaßnahmen und die erneute Ansteckungsgefahr informiert. Dadurch wurde einem erneuten Ausbruch der Epidemie, besonders unter Kindern, entgegengewirkt.

Als weiteren, wichtigen Schritt Richtung Wiederaufbau, wurde unter den Betroffenen die Notwendigkeit einer psychosozialen Beratung geprüft und umgesetzt. Darüber hinaus wurden die Menschen, die Hab und Gut durch Ebola verloren haben, mit Notfallsets und neuem Saatgut ausgestattet. So konnten die erste Schritte weg von der Abhängigkeit von Hilfslieferungen gegangen werden.