Besuch aus Uganda

Der Geschäftsführer unserer Partnerorganisation Emesco war zu Besuch in der LandsAid-Geschäftsstelle 

Gute Gespräche und viel zu sehen

Juni 2024 – Vergangenen Montag, den 10. Juni, hatten wir in unserer Kauferinger Geschäftsstelle Besuch von Emely Kugonza. Er ist Chef unserer langjährigen Partnerorganisation in Uganda, der Emesco Development Foundation. Emesco setzt sich im Kibaale District in Uganda für nachhaltige Agrarprojekte ein, dank derer den Menschen in den ärmeren ländlichen Gebieten der Zugang zu ausreichend Nahrung gewährleistet werden kann.

Emely hat mit unserer Projektmanagerin Stefani, die unter anderem die LandsAid-Projekte in Uganda betreut, über zukünftige mögliche Hilfsmaßnahmen gesprochen. Sie tauschten sich intensiv aus, erarbeiteten Strategien und formulierten gemeinsam Ideen zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Distrikt Kibaale. Ein großes Thema war auch der Klimawandel, der die aktuelle Situation vor Ort enorm erschwert. Daher müssen dessen gravierende Folgen bei der Projektentwicklung stets im Auge behalten werden.

Emely berichtete von ungewöhnlichen und unberechenbaren Wetterverhältnissen in Uganda. Er sprach etwa von einer Region, die sich normalerweise durch eine sehr lange Regenzeit auszeichnet, die meist ganze drei Monate lang andauert. In diesem Jahr sei die Regenzeit in dieser Region jedoch extrem kurz gewesen und habe nur wenig Niederschlag gebracht.

In einem weiteren Gebiet sei es genau andersherum gewesen. „Hier haben wir eine kurze Regenzeit mit wenig Regen erwartet. Aber der Regen war dieses Mal so stark, dass er schnell zu Hochwasser und Überschwemmungen geführt hat“, erzählte Emely. Die Regenzeit habe dort tatsächlich vier Monate gedauert.

 

 

Der Klimawandel führt demnach zu zwei gegensätzlichen, aber in beiden Fällen extremen Auswirkungen in Uganda: zu einem großen Regenvolumen, das Hochwasser und Überschwemmungen als Folge hat, oder zu einer sehr kurzen Regenzeit mit viel zu wenig Regen, was eine starke Trockenheit mit sich bringt. Beide Situationen bedeuten: große Ernteverluste – und das wiederum führt zu weniger Einkommen und einer Verstärkung der Ernährungsunsicherheit.

 

Emely hatte einige Ideen „im Gepäck“, um zu einer Verbesserung der Situation beitragen zu können. Natürlich würde er sich dabei über die Hilfe von LandsAid freuen. Aktuell ist er mit seinem Team gerade dabei, die Zahl der Bäume in gefährdeten Regionen durch Wiederaufforstungs-maßnahmen zu steigern. Einheimische Bäume sollen dafür angepflanzt werden. Da es jedoch normalerweise ziemlich lange dauert, bis so ein Baum in die Höhe gewachsen ist, konzentriere man sich, so Emely, auf solche Pflanzen, die schnell wachsen und in kurzer Zeit ertragreich sind.

Musizi- und Grevellia-Samen würden sich für solche Wiederaufforstungs-maßnahmen sehr gut eignen, meinte er. Grevilleen, also Silbereichen-Arten, wachsen als aufrechte oder kriechende Sträucher, einige Arten sogar als Bäume. Die Blüten der Grevilleen sind sehr wohlschmeckend wegen des süßen Nektars. Sie können zum Verzehr entweder direkt in die Hand geschüttelt werden oder man fügt Wasser hinzu und erhält dadurch ein süßes Getränk. Auch die Musizi ist ein schnellwüchsiger Baum, der in Uganda in niedrigen, feuchten Tropenwäldern wächst und Wald, Waldrand sowie Mischwald besiedelt.

Eine weitere Möglichkeit, um nachhaltig das Klima zu schonen, wäre die Bereitstellung eines sogenannten Lorena-Ofens. Das sind kostengünstige, brennstoffsparende Kocher, die aus Sand und Lehm hergestellt werden. Ein solcher rauchfreier Ofen reduziert CO2-Emissionen. Abfälle aus der Biogas-Produktion in Form von Biomassebriketts können für die Inbetriebnahme verwendet werden.

Die Errichtung eines Bewässerungssystems für eine Community in ärmeren, ländlichen und sehr trockenen Gebieten halten wir für eine besonders wichtige Maßnahme. Die Anwohnerinnen und Anwohner müssen zum Teil zehn Kilometer laufen, um sich ihr Wasser zu holen. Ebenso sehen wir Emelys Idee, der Community Solar-Panels als alternative Energiequelle zur Verfügung zu stellen, als einen wichtigen Schritt an, bei dem LandsAid künftig unterstützen könnte. Weitere Gespräche dazu werden folgen.

Zunächst ging es aber für Emely und Stefani, gemeinsam mit unserer Pressereferentin Andrea, in die Landsberger Innenstadt, um unserem Partner aus Uganda etwas „Sightseeing“ zu bieten. Sie machten einen Stadtspaziergang, besuchten die Stadtpfarrkirche und die St. Johannes Kirche am Vorderanger und zeigten ihm das (durch das Hochwasser sehr spektakuläre und reißende) Lechwehr. Anschließend ging es für Emely wieder nach München – denn schon am nächsten Tag ging sein Flug zurück nach Uganda.

Zugehörige Beiträge

Ihre Spende kommt an

Unser Ausgaben und Einnahmen werden regelmäßig vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) überprüft. Es bescheinigt uns seit 2009 regelmäßig eine ordnungsgemäße Verwendung der Spendengelder, weshalb wir zum Tragen des entsprechenden Siegels berechtigt sind.

Immer wieder führen wir mit Emesco Projekte im Kibaale-District in Uganda durch. Zuletzt implemtierten wir in verschiedenen Dörfern und ihren Schulen Schulgärten. Weiterhin führten wir gut zwei Jahre lang ein nachhaltiges und klimaresilientes Agrarprojekt durch. Es zielte darauf ab, die Einkommensverhältnisse und Lebensgrundlagen armer Bauerngemeinden im Landkreis Buyanja zu verbessern. Der Hilfsbedarf bleibt enorm.

Obwohl fast 65 Prozent aller Menschen in Uganda in der Landwirtschaft beschäftigt sind, leiden vor allem Familien in ländlichen Gebieten häufig unter Ernährungsunsicherheit und niedrigen Familieneinkommen. Der Agrarsektor des Landes trägt nur zu 20 Prozent zum gesamten Bruttoinlandsprodukt bei. Die Gründe: mangelnde Kenntnisse der Kleinbauern in neuen Techniken zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktivität sowie fehlende Umsetzung wirksamer Strategien gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Frauen haben zudem immer weniger Zugang zu Ressourcen, obwohl sie hauptsächlich (zu etwa 70 Prozent) für die Versorgung ihrer Familien und die Bewirtschaftung des Landes verantwortlich sind. Der jungen Bevölkerung fehlt eine entsprechende Berufsausbildung oder die Anerkennung ihrer technischen Fähigkeiten, um eine Arbeitsstelle im formellen Sektor zu finden.

Familien, die in der Landwirtschaft tätig sind, können nicht ausreichend Lebensmittel produzieren, um sich selbst zu ernähren. Viele Kinder, insbesondere Mädchen, sind gezwungen, die Schule abzubrechen, um zum Familieneinkommen beizutragen. Familien, die in den ländlichen und abgelegenen Gebieten Ugandas leben, haben in der Regel keinen Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und grundlegender Infrastruktur wie Strom- und Trinkwasserversorgung oder Abwasserentsorgung

Arme Familien in den ländlichen Regionen Ugandas sind besonders stark vom Klimawandel betroffen. Lange Dürreperioden oder Überschwemmungen während der Regenzeit machen ihnen zu schaffen und zerstören ihre kleine Produktion.

Schön, dass Sie helfen wollen!

ALTRUJA-PAGE-VDX3

Ihr Ansprechpartnerin

Sabine Sakals

  • +49 8191 4287 832

Spenden Sie jetzt

Bank
IBAN
BIC

Sparkasse Landsberg-Dießen
DE66 7005 2060 0000 014001
BYLADEM1LLD

Bank
IBAN
BIC

VR-Bank Landsberg-Ammersee
DE31 7009 1600 0005 7909 99
GENODEF1DSS

Mit einer Fördermitgliedschaft unterstützen Sie uns nachhaltig und ermöglichen uns eine längerfristige und vernünftige Projektplanung.

Aus Kostengründen versenden wir Zuwendungsbestätigungen für Beträge über € 200,– automatisch am Anfang des Folgejahres (bitte geben Sie dafür unbedingt eine vollständige Adresse im Verwendungszweck an). Für Beträge unter € 200,– genügt beim Finanzamt die Vorlage des Kontoauszuges.

Falls Sie dennoch sofort eine Zuwendungsbestätigung wünschen, geben Sie uns bitte Bescheid, damit wir diese zuschicken können.

Unsere Partner

2024-06-18T08:00:54+00:00
Nach oben