Verschärfte Lage

Anpassung unserer Maßnahmen nach Raketeneinschlag in Kinderklinik Kiew

Angriff auf die größte Kinderklinik des Landes

Juli 2024 – Mehr als 40 Tote, mindestens 130 Verletzte: Russische Angriffe haben Anfang der Woche zahlreiche Orte in der Ukraine getroffen. Besonders der Angriff auf die größte Kinderklinik des Landes in Kiew hat die ganze Welt entsetzt und fassungslos gemacht. Hier werden Kinder mit den schwersten Erkrankungen behandelt – aus der Ukraine und auch aus anderen Ländern. Laut Angaben der Tagesschau wurden unter anderem die Intensivstation und die Kinderonkologie getroffen. Ein furchtbares Ereignis, das die Dringlichkeit unserer derzeitigen Maßnahmen in der Ukraine, die wir mit unserer lokalen Partnerorganisation Évum umsetzen, noch verschärft.

In den Krankenhäusern in Lviv und Tschernihiw, die wir im Rahmen unseres aktuellen Projektes unterstützen, war bereits in den letzten Monaten ein starker Zustrom krebskranker Kinder aus dem Süden und Osten des Landes zu beobachten. Zwischen Anfang Februar und Ende März ist die Zahl der behandelten Kinder von 61 auf 72 angestiegen. Mit dem Angriff auf die Klinik in Kiew, der wichtige Abteilungen komplett zerstört hat, wird die Zahl in Lviv nochmals deutlich ansteigen.

„In Kiew geht es jetzt darum, den Zustand der Kinder zu stabilisieren, um sie überhaupt transportieren zu können“, berichtet uns ein Mitarbeiter von Évum, der im Austausch mit Kiewer Ärztinnen und Ärzten steht. Viele Kinder befänden sich in kritischem Zustand – zum einen durch die akute Stresssituation, zum anderen durch das Einatmen von Dreck und Staub, der bei der Zerstörung der Gebäude entstanden ist. Parallel werde entschieden, wie die Kinder auf andere Krankenhäuser verteilt und weiter behandelt werden. Das hänge auch davon ab, welche Spezialisten sie benötigen. Dieser Prozess werde einige Tage dauern. Hinzu komme: Auch Patientinnen und Patienten, deren Aufenthalt in Kiew geplant war, müssen auf andere Kliniken ausweichen. Es werde also auch noch zeitverzögert zu einem Zustrom kommen.

Lviv als sicherer Ort wird voraussehbar den größten Teil der Patientinnen und Patienten aufnehmen und zwei weitere Krankenhäuser in Lviv bereiten sich jetzt darauf vor. Diese Krankenhäuser, ohnehin schon an den Grenzen ihrer Kapazitäten, brauchen dringend Unterstützung. Eines der Krankenhäuser in Lviv werde seine Aufnahmekapazität auf 100 bis 150 weitere Kinder ausweiten können, teilt unser Partner nach einem Gespräch mit der Klinikleitung mit – aber die Qualität der Behandlung aufrechtzuerhalten, das sei die Schwierigkeit. Es werde beispielsweise ganz akut und auf einen Schlag eine große Menge an Infusomaten (Dosierpumpen zur Verabreichung von lebenswichtigen Infusionen) benötigt.

Unser Projekt zielt darauf ab, die Bedingungen für die Behandlung krebskranker Kinder in den beiden Krankenhäusern in Lviv und Tschernihiw zu verbessern. Durch den Zustrom vieler auswärtiger Patientinnen und Patienten mangelt es hier ohnehin schon an medizinischer Ausstattung. Mithilfe des Évum-Teams haben wir lokal Geräte wie Monitore, Halterungen sowie Computer zur Überwachung der Lebensaktivität der jungen Kranken beschafft und dem Krankenhause in Lviv zur Verfügung gestellt.

In unserem Projekt werden auch Maßnahmen zur psychosozialen Unterstützung der betroffenen Kinder und ihrer Eltern umgesetzt. Dadurch soll ihnen die Angst vor der Erkrankung genommen werden. Auch wird eine positive und liebevolle Umgebung geschaffen, was zu einem Behandlungserfolg beiträgt. Für die Kinder bedeutet das ein kleines Stück Normalität. Das sind wichtige Maßnahmen, die auch weiterhin fortgesetzt werden. Angesichts der jüngsten Ereignisse ist es für unseren Partner und uns jedoch wichtig, zunächst auf den akuten und notfallmäßigen Bedarf der beiden Krankenhäuser zu reagieren. Unsere Projektmittel sind daher derzeit für diesen Akutbedarf vorgesehen.

Das Évum-Team hat bereits mit der Leitung der Klinik in Lviv gesprochen. Geplant sei jetzt, das Klinikpersonal – von Leitung bis Putzkraft – in Erster Hilfe auszubilden. Diese elementaren Maßnahmen seien auch wichtig für zukünftige Angriffe. „Wir bereiten uns auf alle Szenarien vor.“

Zwölf Patientenmonitore hatte das Évum-Team mit unserer finanziellen Unterstützung bereits angeschafft und einem Krankenhaus in Lviv zur Verfügung gestellt. Mit ihnen können die Vitalfunktionen der jungen Patientinnen und Patienten rund um die Uhr überwacht werden. Das gibt allen ein Gefühl der Sicherheit – die Gefahr, kritische Momente zu verpassen, ist nun deutlich geringer.

Die Liste an benötigten medizinischen Geräten und Verbrauchsmaterialien ist lang – und wächst nun weiter. Auch die Kinderklinik in Tschernihiw braucht beispielsweise dringend Überwachungsmonitore. Zudem fehlt dem Évum-Team aktuell ein Fahrzeug. Dieses würde dabei helfen, dringende organisatorische Aufgaben, Fahrten in Apotheken und Krankentransporte zu erledigen. Das ist gerade wichtiger denn je. Was konkret erforderlich ist und wo genau wir unterstützten können, wird gerade eruiert.

Das Projekt wird derzeit besonders unterstützt durch den Verein Aktionsgruppe Kinder in Not e. V. Die Bedarfsliste ist jedoch lang und die Krankenhäuser brauchen weitere Hilfe. Unterstützen auch Sie uns dabei, in dieser Notsituation zu helfen.

Zugehörige Beiträge

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Die Bedarfsliste ist lang und die Krankenhäuser in der Ukraine brauchen nach dem Angriff und der Zerstörung der Kinderklinik in Kiew Hilfe. Sie erwarten einen hohen Zustrom an Patientinnen und Patienten und geraten an ihre Kapazitätsgrenzen. Unterstützen auch Sie uns dabei, in dieser Notsituation zu helfen.

Millionen Menschen aus der Ukraine haben seit Beginn des Krieges ihr Zuhause verlassen. Die Infrastruktur ist vielerorts stark beschädigt. Die Strom-, Wasser- und Gasversorgung ist häufig beeinträchtigt und die Nahrungsmittelversorgung schwierig. Neben der Infrastruktur und Wohnhäusern werden immer wieder Getreidespeicher, Äcker oder aber Gesundheitseinrichtungen angegriffen und beschädigt.

In den letzten Monaten gab es einen starken Zustrom krebskranker Kinder in den Krankenhäusern in Lviv und Tschernihiw. Zwischen Anfang Februar und Ende März ist die Zahl der behandelten Kinder von 61 auf 72 angestiegen. Diese zusätzlichen Patientinnen und Patienten kommen aus den östlichen und südlichen Regionen der Ukraine, in der durch die militärischen Auseinandersetzungen Krankenhäuser und/oder kritische Infrastruktur zerstört oder schwer beschädigt wurden, und werden nun auch aus der Hauptstadt kommen.

Évum

Évum ist eine gemeinnützige, öffentlich registrierte Organisation in der Ukraine, die sich seit 2020 für krebskranke Kinder und Kinder mit seltenen Erkrankungen einsetzt. Das Évum-Team arbeitet in Tschernihiw und Lviv mit dem Ziel, eine sichere und stabile Langzeitbehandlung für krebskranke Kinder zu ermöglichen, eine kostenlose Behandlung, einschließlich Medikamenten, Verpflegung und Krankenhaustransfer für die Kinder zu bieten sowie eine fürsorgliche Umgebung zu schaffen.

Schön, dass Sie helfen wollen!

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  • +49 8191 4287 832

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2024-07-11T11:10:24+00:00
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