Kälte, Angst und Not – Hoffnung, Mut und Zusammenhalt
Vier Jahre russische Vollinvasion der Ukraine – elf Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen – LandsAid unterstützt besonders gefährdete Menschen
Humanitäre Lage im Land bleibt katastrophal
Februar 2026 – Am 24. Februar jährt sich der russische Angriffskrieg in der Ukraine zum vierten Mal. Vier Jahre, in denen der Krieg das Leben von Millionen Menschen zerstört oder massiv verändert hat. Trotz aller Bemühungen bleibt die humanitäre Lage im Land katastrophal. Viele Menschen leben weiterhin unter extremen Bedingungen – ohne Sicherheit, ohne verlässliche Versorgung, oft ohne Perspektive.
Laut jüngsten Schätzungen des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) werden 2026 voraussichtlich 10,8 Millionen Menschen in der Ukraine auf humanitäre Hilfe und Schutz angewiesen sein. Dazu zählen Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, Schutz vor Kälte, sauberes Wasser, Unterkunft sowie psychosoziale Unterstützung.
Besonders betroffen sind Menschen, die mehrfach vertrieben wurden, Familien in umkämpften Regionen sowie Haushalte ohne Zugang zu medizinischer Betreuung, Strom-, Wärme- und Wasserversorgung, sozialen und pflegerischen Diensten oder sicheren Unterkünften.
Auch im beginnenden fünften Kriegsjahr ist der Bedarf nicht kleiner geworden: Millionen Menschen leben weiterhin in großer Unsicherheit und bleiben auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben und ein Mindestmaß an Würde zu bewahren.
Der vierte Kriegswinter trifft die Bevölkerung besonders hart. Große Teile der Energieinfrastruktur wurden und werden gezielt zerstört, viele Familien leben seit Wochen ohne Strom, Heizung oder warmes Wasser. Bei Temperaturen von nachts teils bis minus 30 Grad, suchen Menschen Schutz in U-Bahn-Stationen, Kellern oder provisorischen Unterkünften, eingehüllt in Schlafsäcke.
Kinder, ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind diesen Bedingungen besonders schutzlos ausgeliefert.
Wir unterstützen aktuell unseren lokalen Partner Save Ukraine, der betroffenen Menschen Schutz- und Wärmeräume zur Verfügung stellt. Diese müssen jedoch entsprechend ausgestattet sein – etwa mit Heizgeräten, Schlafdecken, Kissen oder Thermobehältern für Speisen. Es fehlt an allem, deshalb zählt Hilfe gerade jetzt besonders.
Seit Mai 2022 stehen wir gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen an der Seite besonders gefährdeter Menschen in der Ukraine. Bereits wenige Tage nach der Eskalation des Konflikts waren unsere Teams vor Ort, um die Lage zu erfassen und schnell Hilfe zu leisten. Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Binnenvertriebene – diejenigen, die durch Krieg und Zerstörung am stärksten bedroht sind.
Allein mit Hilfsgütern konnten seitdem 386.000 Menschen erreicht werden. Sie erhielten etwa Lebensmittel, Schlafsäcke, Decken, Isomatten oder Materialien, um beschädigte Häuser wieder bewohnbar zu machen die Menschen vor Kälte zu schützen.
Im vergangenen Jahr setzten wir gemeinsam mit unserem lokalen Partner Dream Future (Mriya Maybutnoho) ein Projekt in der stark umkämpften Stadt Kherson um. Ziel war es, die Ernährungslage temporär zu entlasten, die Wohnbedingungen zu verbessern und Hygieneartikel sowie Reinigungsmittel bereitzustellen. Mehr als 2.380 Menschen konnten allein durch diese Maßnahmen erreicht werden.
Viele Familien, ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen können sich nicht selbst in Sicherheit bringen. Gemeinsam mit unserem Partner Save Ukraine unterstützen wir sie bei der Evakuierung aus Frontgebieten, sorgen für temporäre Unterbringung und gewährleisten eine medizinische sowie pflegerische Betreuung.
In einem weiteren Projekt arbeiten wir gemeinsam mit Caritas Khmelnytskyi. Besonders schutzbedürftige Menschen – darunter viele Geflüchtete – werden dabei direkt in ihrem häuslichen Umfeld betreut. Sie erhalten medizinische und soziale Unterstützung, unter anderem durch regelmäßige Besuche, Hilfsmittel wie Rollstühle, Krücken oder Pflegebetten sowie Hygiene- und Verbrauchsmaterialien. Insgesamt konnten bisher rund 3.100 Menschen im Rahmen von Evakuierungen, Unterbringung und häuslicher Pflege erreicht werden.
Zoryana Voychishena, Projektmanagerin bei Caritas Khmelnytskyi, beschreibt die derzeitige Situation in der Stadt als „extrem schwierig“: Die Energieversorgung funktioniert nur eingeschränkt, und die geplanten Stromabschaltungen greifen nicht mehr – insbesondere nach dem letzten Angriff. Viele Menschen haben bis zu 20 Stunden am Tag keinen Strom. In den Wohnungen ist es kalt, die Bewohnerinnen und Bewohner werden krank. „Es ist allgemein bekannt, dass die psychische Gesundheit die körperliche Gesundheit beeinflusst. Wir leben schon zu lange unter ständigem Stress“, so Voychishena weiter.
Krieg bedeutet nicht nur körperliche Entbehrung, sondern auch massive seelische Belastungen. Angst, traumatische Erlebnisse und Verlust prägen den Alltag vieler Menschen – besonders von Kindern, ihren Familien sowie von älteren und schwerkranken Menschen. Psychosoziale Unterstützung bleibt deshalb ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit, insbesondere in Projekten für ältere Menschen und besonders schutzbedürftige Haushalte.
In unseren Projekten in Lviv und Chernihiv, die wir gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation Evum umsetzen, hat sich der Fokus aufgrund der dramatischen Lage im Gesundheitssystem zunehmend von psychosozialer Unterstützung auf lebensrettende medizinische Hilfe verlagert. Massive Finanzierungslücken – unter anderem durch den Wegfall internationaler Mittel – gefährden die Versorgung in Krankenhäusern akut. Wir reagieren darauf mit der Bereitstellung von medizinischer Ausstattung, Medikamenten und dringend benötigtem Verbrauchsmaterial.
Diese Unterstützung richtet sich zwar vorrangig an krebskranke Kinder, kommt durch die Nutzung der Geräte und Materialien jedoch auch vielen weiteren Patientinnen und Patienten zugute – insbesondere Kindern mit kriegsbedingten Verletzungen, die auf eine funktionierende medizinische Infrastruktur angewiesen sind.
Insgesamt konnten in diesem Bereich bisher 29.700 Kinder und ihre Eltern unterstützt werden. „Wunder hören auf zu passieren, wenn man aufhört, sie zu machen“, sagt Serhii Zosimenko, Projektmanager bei Evum. Für ihn – und für uns – ist Aufgeben keine Option. Weitermachen ist angesichts der Realität nicht nur wichtig, sondern notwendig.
Infolge des Krieges sind fast 3,7 Millionen Menschen innerhalb der Ukraine vertrieben. Besonders betroffen sind Frauen, die überdurchschnittlich unter Arbeitslosigkeit, prekären Beschäftigungsverhältnissen und fehlender Kinderbetreuung leiden. Psychische Belastungen, eingeschränkter Zugang zu Qualifizierungsangeboten sowie Diskriminierung verschärfen ihre ohnehin fragile Lebenssituation.
In der Oblast Chernihiv konnten wir im vergangenen Jahr gemeinsam mit unserem Partner Zhinochii Format 134 binnenvertriebene Frauen gezielt unterstützen. Durch Seminare, individuelle Beratungen und moderierte Diskussionsrunden erhielten sie praxisnahe Hilfe beim (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt, Unterstützung bei Bewerbungen und Anträgen sowie Informationen zu Umschulungs- und Fördermöglichkeiten. Auch Stressbewältigung und der Umgang mit kriegsbedingter Unsicherheit waren zentrale Bestandteile, um die Frauen psychisch zu stabilisieren und ihre Selbstständigkeit zu stärken.
Die Lage an den Fronten verschärft sich weiter. Zunehmende Angriffe, zerstörte Infrastruktur und eingeschränkter Zugang erschweren humanitäre Hilfe massiv. Besonders ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität bleiben oft in Kampfgebieten zurück – ohne Ersparnisse, ohne Informationen, ohne Möglichkeit zur Flucht.
Insgesamt profitierten fast 420.000 Menschen in der Ukraine von all unseren Maßnahmen – und mit weiterer Unterstützung können es noch mehr sein. Dank unserer Spenderinnen und Spendern können Schutzräume, Hilfsgüter, medizinische Versorgung und psychosoziale Unterstützung bereitgestellt werden.
Schon mit einem kleinen Beitrag machen Sie einen merklichen Unterschied für die Menschen in der Ukraine.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren großartigen Projektpartnern Evum, Save Ukraine, Caritas Khmelnytskyi, Dream Future Mriya Maybutnoho, Zhinochii format, Insulate Ukraine.
Die LandsAid-Projekte in der Ukraine wurden und werden unterstützt durch Aktion Deutschland Hilft, Aktionsgruppe Kinder in Not, Lore-Keller-Stiftung, Lions Hilfswerk Landsberg a.L., Apotheker Helfen, Elektro Mußwessels, Intellilog, Bosch Stiftung, ITZEL Stiftung, Sächsische Staatskanzlei, den Lions Club Landsberg am Lech, Rotary Club Illertissen-Iller Günz, Münchener Schlüsseldienst Kilian GmbH sowie durch weitere zahlreiche Initiativen und Aktionen von Unternehmen, Schulen, Turnvereinen, Chören, Orchestern, Bands etc. und natürlich durch unsere Spenderinnen und Spender. Vielen herzlichen Dank dafür! 💛





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Unser Ausgaben und Einnahmen werden regelmäßig vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) überprüft. Es bescheinigt uns seit 2009 regelmäßig eine ordnungsgemäße Verwendung der Spendengelder, weshalb wir zum Tragen des entsprechenden Siegels berechtigt sind.
Um die humanitäre Situation zu stabilisieren und weitere Leidenswege zu verhindern, bleibt die Unterstützung durch Spenderinnen und Spender essenziell. Jede Hilfe trägt dazu bei, dass Menschen in akuter Not überleben und ein Mindestmaß an Sicherheit und Würde bewahren können.
💛 Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Unterstützung hier!
www.landsaid.org/spenden/
Am 24. Februar 2026 jährt sich der Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zum vierten Mal. Vier Jahre, in denen das Land ununterbrochen unter Kriegseinwirkungen leidet, Millionen Menschen zur Flucht gezwungen wurden und die Infrastruktur massiv zerstört wurde. Die humanitäre Lage bleibt kritisch – trotz umfangreicher internationaler Hilfsmaßnahmen.
Laut UNHCR und dem Humanitarian Needs and Response Plan 2026 werden voraussichtlich 10,8 Millionen Menschen in der Ukraine in diesem Jahr auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Die Bedarfe reichen von Nahrungsmitteln und sauberem Wasser über medizinische Versorgung bis hin zu Unterkünften, Heizungen und psychosozialer Betreuung. Besonders betroffen sind:
- Menschen, die mehrfach vertrieben wurden
- Familien in umkämpften Gebieten
- Haushalte ohne Zugang zu grundlegenden Versorgungsleistungen wie Strom, Heizung oder Wasser
Darüber hinaus sind binnenvertriebene Frauen besonders gefährdet. Von den insgesamt rund 3,7 Millionen Binnenvertriebenen sind 59 % Frauen, davon 52 % im erwerbsfähigen Alter. Viele dieser Frauen haben ihren Arbeitsplatz verloren, müssen prekären Beschäftigungen nachgehen oder stehen ohne Kinderbetreuung vor großen Hindernissen, wenn sie wieder arbeiten möchten.
Die Zerstörung der Energieinfrastruktur hat den Winter 2025/2026 besonders hart gemacht. In vielen Regionen leben Familien ohne Strom und Heizung, bei Außentemperaturen bis minus 20 Grad oder tiefer. Unter diesen Bedingungen sind Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen besonders schutzbedürftig. Notunterkünfte, Wärmeräume und Hilfsgüter wie Schlafsäcke, Decken und Heizgeräte sind für das Überleben entscheidend.
Neben materieller Not belastet der Krieg die Menschen auch psychisch stark. Viele leiden unter Angst, Trauma und Verlust, besonders Kinder, Familien, Vertriebene und chronisch kranke Personen. Kontinuierliche psychosoziale Betreuung, Notfallhilfe und therapeutische Angebote sind daher ebenso wichtig wie Nahrung und Unterkunft.
Vier Jahre nach Beginn des Krieges bleibt die Lage für Millionen Menschen prekär. Angriffe auf Infrastruktur, Strom- und Wasserversorgung sowie anhaltende Kampfhandlungen erschweren Hilfe vor Ort. Dennoch gibt es positive Ansätze: Lokale Partnerorganisationen arbeiten weiterhin unermüdlich, um Schutzräume, medizinische Versorgung, psychosoziale Betreuung und Hilfsgüter bereitzustellen.


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