Aus Nachhaltigkeitszielen werden konkrete Projekte

LandsAid gibt beim „Netzwerktreffen Globales Engagement“ im Landratsamt Landsberg am LechEinblicke in die Projektarbeit 

Von UN-Zielen zur konkreten Projektarbeit

September 2026 – Am 17. September 2026 fand im Landratsamt Landsberg am Lech das „Netzwerktreffen Globales Engagement“ statt. Die Koordinierungsstelle Kommunale Entwicklungspolitik des Landkreises hatte dazu interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Vereinen eingeladen. Im Mittelpunkt standen die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, kurz SDGs, und die Frage, wie diese globalen Ziele durch konkrete Projekte vor Ort umgesetzt werden können.

Auch LandsAid war bei dem Treffen vertreten. Unsere Pressereferentin Andrea Schmelzle stellte ein Projekt zur Ernährungssicherung und zur Stärkung von Frauen in den Regionen Ihanga und Kiomvu in Süd-Kivu, Demokratische Republik Kongo, vor. Anhand des Projekts zeigte sie, wie aus einem global formulierten Nachhaltigkeitsziel konkrete Maßnahmen in einer ländlichen Gemeinde werden können.

Zum Auftakt sprach Professor Dr. Andreas Fieber über die Rolle der Europäischen Union bei der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele im Globalen Süden. Er ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Finanzen und Controlling an der TH Rosenheim / Campus Burghausen und beschäftigt sich unter anderem mit Nachhaltigkeit und den UN-Nachhaltigkeitszielen. Die 17 SDGs waren 2015 beschlossen worden und sollten bis 2030 erreicht werden (Agenda 2030).

In seinem Vortrag stellte Herr Dr. Fieber zunächst die Entwicklung und Bedeutung der SDGs vor und betrachtete anschließend deren Umsetzung in Kamerun, der Demokratischen Republik Kongo und Tansania. Dabei zeigte er auch die unterschiedlichen Ausgangslagen der drei Länder auf. Die Demokratische Republik Kongo liegt bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele deutlich zurück; besonders bei der Bekämpfung der Armut (SDG 1) besteht großer Handlungsbedarf.

Prof. Dr. Andreas Fieber erläuterte zudem die verschiedenen Instrumente der EU zur Unterstützung der SDGs: finanzielle Förderung, Investitionen, Regulierung der Unternehmen in der EU, sowie Handel und Partnerschaften.

Im Anschluss stellte Clémence Labrentz, Gründerin und Vorsitzende von Wings for Africa e. V., das Engagement des Vereins in Kamerun vor. In der Nähe der Hauptstadt Jaunde hat der Verein eine Berufsschule auf aufgebaut. Jugendliche können dort eine qualifizierte Ausbildung erhalten und praktische Kenntnisse erwerben.

Anschließend gab unsere Pressereferentin Einblicke in die Arbeit von LandsAid in der Demokratischen Republik Kongo. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie wird aus einem globalen Nachhaltigkeitsziel konkrete Veränderung in einer ländlichen Gemeinde?

Das vorgestellte Projekt in Ihanga und Kiomvu verband mehrere Bereiche miteinander. Besonders relevant waren SDG 2 – Kein Hunger und SDG 5 – Geschlechtergleichheit. Ernährungssicherung lässt sich in diesem Projekt eng mit der Stärkung von Frauen verbinden: Frauen erhielten Zugang zu Wissen, Einkommen und Möglichkeiten zur Mitentscheidung.

Auch SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen sowie SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele spielten eine wichtige Rolle. Das Projekt setzte deshalb auf mehrere miteinander verbundene Maßnahmen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Einkommen und lokale Strukturen.

Zum Abschluss stellte Miriam Anton von der Koordinierungsstelle Kommunale Entwicklungspolitik die Partnerschaft des Landkreises Landsberg am Lech mit dem Distrikt Newala in Tansania vor. Beide Regionen arbeiten gemeinsam an der Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele. Die Partnerschaft zielt darauf ab, die Lebenssituation der Menschen in Newala nachhaltig zu verbessern. Dabei geht es unter anderem um die Bekämpfung von Armut, bessere Bildungs- und Gesundheitsbedingungen sowie die Stärkung der sozialen und kulturellen Beziehungen zwischen dem Landkreis Landsberg am Lech und dem Distrikt Newala.

Nach den Vorträgen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen bei einem SDG-Quiz testen, das von Auszubildenden des Landratsamts organisiert worden war. Anschließend bot die Veranstaltung Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.

Für LandsAid war das Treffen eine schöne Möglichkeit, die eigene Projektarbeit anhand eines konkreten Beispiels vorzustellen und zu zeigen, wie internationale Nachhaltigkeitsziele in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern in konkrete Maßnahmen vor Ort übersetzt werden. Vielen Dank dafür!

Fotos: Conny Kurz

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