Konflikt und Flut verschärfen die Krise für Frauen und Mädchen in Mosambik
Seit 2017 führt der Aufstand von gewalttätigem Extremismus in der Provinz Cabo Delgado zu Angriffen auf die lokale Bevölkerung. Mehr als 800.000 Menschen – etwa 35 Prozent der Provinzbevölkerung – sind derzeit auf der Flucht, über 4.000 Menschen haben ihr Leben verloren. Viele junge Frauen und Mädchen wurden entführt, missbraucht oder traumatisiert, und die Vertriebenen sind über das ganze Land verstreut, vor allem in Pemba, Nampula, Niassa und Zambesia.
Die meisten Geflüchteten leiden unter Nahrungs- und Versorgungsmangel, viele leben in überfüllten Notunterkünften oder bei Familien, die bereits zahlreiche Menschen aufnehmen. Besonders betroffen sind schwangere und stillende Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Gewalt, sexuelle Übergriffe und fehlende medizinische Versorgung verschärfen ihre Verletzlichkeit, manche Frauen sehen keinen anderen Ausweg, als zur Sicherung des Überlebens auf Prostitution zurückzugreifen.
Die Lage hat sich durch die aktuellen Überschwemmungen seit Januar 2026 weiter zugespitzt. Starkregen und Zyklone haben hunderttausende Menschen zusätzlich vertrieben, Straßen, Krankenhäuser und Schulen zerstört, sauberes Trinkwasser knapp gemacht und die Erntevernichtung verschärft die humanitäre Notlage. Besonders Frauen und Mädchen in den überfluteten Regionen sind gefährdet: Der Mangel an Schutzräumen, Hilfsgütern und medizinischer Versorgung erhöht das Risiko von Gewalt und Ausbeutung.
Die Kombination aus langjähriger Flucht und nun zusätzlichen Naturkatastrophen macht Frauen und Mädchen in Mosambik besonders verletzlich – sowohl körperlich als auch psychisch. Die meisten erhalten bisher keine psychosoziale Unterstützung, um Traumata zu verarbeiten oder ihre Lebenssituation zu stabilisieren.
GMPIS
Die 2014 gegründete feministische Plattform GMPIS zielt darauf ab, die Debatte und den Erfahrungsaustausch zwischen Frauen zu fördern und Menschenrechte sowie Frauenautonomie im Land zu stärken. Derzeit sind rund 30 Gruppen, Verbände und NGOs in verschiedenen Regionen Mosambiks beteiligt. Seit 2021 hat sich GMPIS als landesweiter Verband etabliert, mit der Möglichkeit, Vertretungen in jedem Teil des Landes oder im Ausland zu gründen. Zu seinen Zielen gehören die Schaffung eines Raums für den feministischen Dialog und das Eintreten für Frauenrechte, die Verteidigung der Einbeziehung von Frauen beim Zugang zu Justiz und Land, die Förderung der Einbeziehung von Frauen mit Behinderungen, die Stärkung der Teilhabe von Frauen an der der politischen Entscheidungsfindung, die wirtschaftliche Stärkung und die Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit .
Darüber hinaus möchte die Gruppe die feministische Vision der Körperautonomie und der sexuellen und reproduktiven Gesundheit von Frauen erweitern und im Rahmen der Agenda 1325 Frauen, Frieden und Sicherheit u.a. lokale Friedens- und Sicherheitskomitees gründen bzw. neu beleben. Unser lokaler Partner hat mehrere Projekte im Bereich Menschen/Frauenrechte umgesetzt. Gleichzeitig hatte er auch ein Augenmerk auch auf die Einführung von Resilienzstrategien gegenüber dem Klimawandel. Dies ist insbesondere in Mosambik, das als Land mit hoher Anfälligkeit für Naturkatastrophen gilt, wichtig.