Ausreichend Wasser in bester Qualität

Projekt zur Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung an der St. Paul-Schule im Süden Haitis trotz erschwerter Bedingungen erfolgreich abgeschlossen

Nachwirkungen des Erdbebens

März 2024 – Rund 400 Schülerinnen, Schüler und Schulpersonal der St. Paul-Schule im Süden Haitis sowie Patienten und Personal der benachbarten St. Paul-Klinik dürfen sich freuen: Sie haben wieder ausreichend sauberes Trinkwasser, auf das sie täglich zugreifen können.

Gemeinsam mit unserem lokalen Partner, der St. Luke Foundation Haiti, hatten wir hier, in Saint-Louis-du-Sud, ein Projekt zur Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung implementiert. Denn der Brunnen, der die hiesige Wasserversorgungsanlage versorgte, war – wie fast alle Brunnen in der Region – durch das Erdbeben vom 14. August 2021 verschüttet, das komplette Wasserwiederaufbereitungssystem zerstört.

In einem ersten Schritt hatten wir Reparaturen an den kaputten Brunnen durchführen lassen. Alte Rohre wurden entfernt, ein komplett neuer Brunnenschacht in 160 Fuß Tiefe gebohrt und eine Unterwasserpumpt installiert. Die ersten mikro-bakteriellen Wassertests konnten wie geplant durchgeführt werden.

Im Anschluss wurde es jedoch immer schwieriger, im Kontext der Unruhen im Land zu agieren. Besonders das Eskalieren der Gewalt in der Hauptstadtregion und die Kontrolle wichtiger Verkehrsrouten durch bewaffnete kriminelle Gruppierungen verschlechterten die Sicherheitssituation im Lande erheblich. Die fast komplette Abschottung der Hauptstadtregion Port-au-Prince von den anderen Landesteilen hat aktuell einen äußerst negativen Einfluss auf die Versorgungssituation des Landes.

All das führte zu erheblichen Verzögerungen beim Bau der Wasseraufbereitungsanlage. Das beauftragte lokale Unternehmen stand vor großen Herausforderungen. Transporte von Port-au-Prince in den Süden mussten mehrfach abgebrochen und neu organisiert werden – wenn die Sicherheitslage es zuließ. Das dauerte zum Teil mehrere Wochen.

Trotz der Erschwernisse konnten die verschiedenen Komponenten und Materialien in mehreren Transporten zum Projektzielort befördert werden. Es gelang, die Anlage erfolgreich zu montieren und zu installieren. Sie verfügt über eine Kapazität von rund 24.000 Litern täglich. Auch zwei Wasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von je circa 2.250 Litern sind integriert, sodass auch ohne Strom täglich ein uneingeschränkter Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht wird. Darüber hinaus verhelfen zwei neu gebaute Wasserkioske, Schulkinder, Schulpersonal und die Community-Mitglieder von St.-Louis-du Sud mit Trinkwasser zu versorgen. Gegen Ende des Jahres wurden zudem die Arbeiten an einer Solaranlage abgeschlossen, um die Wasseraufbereitungsanlage an das solare Stromnetz anschließen zu können.

Nach ersten Testläufen der Anlage wurden im Dezember letzten Jahres das Personal sowie ein neu gegründetes „Wasser-Komitee“ geschult. Das ist wichtig, um einen sicheren Anlagenbetrieb zu gewährleisten. In sogenannten „Sensibilisierungskampagnen“ sind die Schülerinnen und Schüler sowie die Community-Mitglieder auf die Bedeutung von sauberem Wasser, auch zur Vermeidung von Krankheiten, hingewiesen worden.

Die Wasserkioske sind nun täglich von acht bis 16 Uhr geöffnet. Die Anlage wird ehrenamtlich von Eltern der Schulkinder sowie vom Personal der Schule und der Klinik betrieben. Alle sind sehr engagiert und begeistert. Sie freuen sich, nun täglich frisches und sauberes Wasser zu bekommen.

An die Wasserversorgungsanlage ist nicht nur die St. Paul-Schule der St. Luke Foundation angeschlossen, sondern auch eine Community-Klinik der Foundation, die sich auf dem Schulgelände befindet. Weiterhin läuft eine Verteilungsstelle für die lokale Bevölkerung über die Anlage. Inklusive der Gemeindemitglieder, auch der umliegenden Dörfer, werden insgesamt circa 15.000 Menschen damit erreicht.

Das Projekt trotz aller Erschwernisse und Verzögerungen dennoch rechtzeitig abzuschließen, war ein großer Erfolg und absolut keine Selbstverständlichkeit mit Blick auf den Krisenkontext. Besonders die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Sicherheitslage stellten die Teams vor große Hürden. Gerade in Zeiten, in denen alles in eine Schieflage zu geraten droht, wäre es jedoch das Schlimmste, sich nicht zu engagieren. In diesem Projekt – und vor allem unter diesen Umständen – hat sich der enorme Einsatz der verschiedenen Partner und Beteiligten bewährt. Vielen Dank an dieser Stelle dafür.

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Das Erdbeben vom 14. August 2021 in Haiti hat die gesamte südliche Halbinsel des Landes stark getroffen. Die ohnehin prekäre Infrastruktur wurde stark zerstört. Die Wasserversorgung in der ganzen südlichen Region hatte erhebliche Schäden erlitten. Auch der Brunnen, der die Wasserversorgungsanlage der St. Paul-Schule in St. Louis-du-Sud versorgte, war – wie fast alle Brunnen in der Region – verschüttet. Da eine Reparatur kaum möglich war, musste eine Neubohrung zur Wiederherstellung erfolgen. Eine wichtige Maßnahme, denn sowohl Kinder als auch Lehrerschaft und die Anwohnerinnen und Anwohner in der Umgebung sind von der Anlage abhängig und täglich auf sauberes Trinkwasser angewiesen.

Die St. Luke Foundation arbeitet eng mit unserem langjährigen Partner nph Haiti zusammen, ist jedoch eigenständig und unabhängig.

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2024-06-05T09:02:44+00:00
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